Interview mit Franziska Pohlers Gute Beteiligung am „Fest der Kulturen“ in Quakenbrück

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Franziska Pohlers leitet seit 2013 die Fachstelle für Gesellschaftliche Integration in der Verwaltung der Samtgemeinde Artland. Foto: Christian GeersFranziska Pohlers leitet seit 2013 die Fachstelle für Gesellschaftliche Integration in der Verwaltung der Samtgemeinde Artland. Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Acht Monate Vorarbeit stecken im „Fest der Kulturen“, das am Freitag, 4. Mai, ab 18 Uhr und am Samstag zwischen 10.30 und 18 Uhr auf dem Quakenbrücker Marktplatz veranstaltet wird. Die gute Beteiligung der Vereine und Verbände zeige, „wie lebendig die Quakenbrücker Stadtgesellschaft ist“, sagt Organisatorin Franziska Pohlers im Interview mit unserer Redaktion.

Das Interview im Wortlaut:

Frau Pohlers, wie schwer war es, Mitwirkende für das zweite „Fest der Kulturen“ zu finden?

Überhaupt nicht schwer. Viele Vereine und Verbände aus der Stadt, die schon im Jahr 2015 mitgemacht haben, sind wieder mit dabei und präsentieren sich am Samstag mit ihren Ständen und Aktionen. Es war fast ein Selbstläufer. Das zeigt mir, wie lebendig und vielfältig die Quakenbrücker Stadtgesellschaft ist.

 

Weil die Vereine das „Fest der Kulturen“ auch als Chance der Eigenwerbung verstehen?

Das mag vielleicht eine Motivation sein, sich an diesem bunten Fest zu beteiligen. Uns kommt es darauf an, dass sich die Vereine mit einem Programm vorstellen, das alle Altersschichten anspricht und in dem sich der eine oder andere vielleicht wiederfindet und das Menschen zusammenbringt. Der Islamische Kulturverein zum Beispiel hat erkannt, dass er sich und seine Pläne, die er mit dem Bau des Gemeindehauses hat, einer großen Öffentlichkeit vorstellen kann.

Kontakte und Netzwerke vorhanden

Und wie geht man auf die Vertreter aus den 80 Nationen zu, die in Quakenbrück leben?

Im Vergleich zum ersten „Fest der Kulturen“ ist das sicher ein Stück weit einfacher gewesen. Inzwischen besitzen wir Netzwerke und Ansprechpartner, die einen direkten Kontakt ermöglichen. Schwierig ist es aber nach wie vor, die Menschen dann auch zum Mitwirken zu bewegen. Aber es gelingt. Nehmen wir zum Beispiel die Gruppe der Geflüchteten, die es bei der Premiere vor drei Jahren noch nicht gab: Die Familien, die bei uns leben, haben einen sehr engen Kontakt zum Rathaus. Sie werden am Samstag einen Stand gestalten. Zu den Mitbürgern aus Rumänien und Bulgarien haben wir ebenfalls gute Kontakte über das Gemeinwesenprojekt in der Neustadt.

 Haben Sie bei der Vorbereitung auch einmal ein Aha-Erlebnis gehabt und gestaunt?

Ja. Positiv überrascht hat mich die Offenheit vieler Vereine und Verbände der Stadt, die sich auch inhaltlich mit dem Thema Migration befassen. Ein Beispiel ist der Hospizverein, der Bestattungskulturen in anderen Religionen thematisiert hat.

Marktplatz wird zum Ort der Begegnung und des Austausches

Beim „Fest der Kulturen“ führen wieder Moderatoren durchs Programm. Wer wird diese Aufgabe übernehmen?

Am Freitagabend stellen Shirin Pethig und Bob Giddens die musikalischen Gäste vor, die auf dem Marktplatz auf einer Bühne auftreten. Am Samstag übernehmen Ewa Giedrojc und Pastor Wolfgang Thon-Breuker. Die beiden werden die einzelnen Mitwirkenden an ihren Ständen und auch das Bühnenprogramm präsentieren. Unser Ziel ist, den Marktplatz zu einem Ort der Begegnung und des Austausches zu machen. Hier können Menschen aufeinander zugehen und sicher viel Neues kennenlernen.

 

...Zum Beispiel beim Mittagessen am Samstagmittag...

Ja. Beim Brunch-Buffet am Samstag um 11 Uhr sind alle Besucher aufgerufen, sich einzubringen und zubereitete Speisen aus ihrem Land mitzubringen. Das Motto lautet: „Jeder bringt etwas Leckeres mit“.


Zur Person

Franziska Pohlers (31) ist Mitarbeiterin der Samtgemeinde Artland und leitet seit 2013 die Fachstelle für Gesellschaftliche Integration. Parallel dazu war sie bis November 2015 auch als Quartiersmanagerin für das Sanierungsgebiet „Soziale Stadt“ tätig.cg

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