Tag der offenen Tür am 5. Mai 2018 Gemeinde Menslage schließt Sanierung des Heimathauses ab

Von Christian Geers


Menslage. In dieser Woche will die Gemeinde Menslage mit der Wiederöffnung einen Schlussstrich unter die Sanierung des Heimathauses ziehen. Der markante Fachwerkbau ist in den vergangenen Monaten von Grund auf saniert worden. Am Samstag, 5. Mai, ist ein Tag der offenen Tür geplant.

Bürgermeister Jürgen Kruse und Gunda Bluhm, die Leiterin der Gemeindeverwaltung, ist die Vorfreude anzumerken. Wenn das Heimathaus am Samstag nach einer Bauzeit von weniger als einem Jahr wieder eröffnet wird, dann bekommt das Artlanddorf ein wahres Schmuckkästchen zurück: ein vom Fußboden bis zum Dach durchrenoviertes Fachwerkhaus, das künftig wieder als Standesamt und auch von Vereinen genutzt werden kann. „Die Mühen haben sich gelohnt“, sagt Bluhm. Kruse pflichtet ihr bei und vergleicht die ganze Vorarbeit mit „einer langen Reise, die nun ihr Ziel erreicht hat“.

Geduld und Kopfzerbrechen

Der Inhalt eines dicken Aktenordners auf dem Tisch dokumentiert den Verlauf eines Bauprojektes, das Rat und Verwaltung in den vergangenen Jahren viele Diskussionen beschert, Geduld abverlangt und manches Kopfzerbrechen bereitet hat: Pläne und Zeichnungen des beauftragten Architekten Hermann Bockstiegel finden sich darin, Genehmigungen der Bauaufsicht und des Denkmalschutzes, Anträge auf Fördermittel und – ganz entscheidend – der Bewilligungsbescheid des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) in Oldenburg. Das hatte im Februar 2017 zugesagt, sich an den Kosten für die Sanierung zu beteiligen. Den Antrag hatte der Gemeinderat bereits ein Jahr zuvor auf den Weg gebracht. Damals hofften dessen Mitglieder erneut, in den Genuss öffentlicher Gelder zu kommen. Ein früherer Antrag auf Unterstützung war schon einmal abgelehnt worden.

Auf Zuschuss angewiesen

„Ohne Fördermittel hätten wir das Heimathaus gar nicht sanieren können“, sagt Bürgermeister Kruse mit Blick auf die Kosten von rund 280.000 Euro, die das ArL mit bis zu 180.000 Euro bezuschusst. Der finanzielle Spielraum der Kommune sei schließlich begrenzt. Dabei sei er notwendig gewesen, denn in den vergangenen Jahrzehnten seien Reparaturen an dem Fachwerkbau „meist ohne Konzept“ vorgenommen worden. Und das rächte sich: Mangelhaft gedämmte Wände, undichte Fenster, ein muffig riechender Teppichboden im Trauzimmer und eine wenig praktische Raumaufteilung – es gab viel zu tun für den Architekten Hermann Bockstiegel und die Handwerker.

Sanierung begann im Sommer 2017

Im Sommer 2017 begannen die Umbauarbeiten. Das Haus musste dafür komplett ausgeräumt werden. „Nur die Außenmauern und die Dachziegel sind geblieben“, erinnert sich Jürgen Kruse. Im Innern ließ Architekt Hermann Bockstiegel eine Wand entfernen und schlug die frühere Bücherei dem Trauzimmer zu. In diesem größeren Raum gibt es bis zu 25 Sitzplätze. Die abgehängte Decke wurde entfernt, nun ist der Blick frei auf die sandgestrahlten Eichenbalken des Dachbodens. Sichtbar geblieben trotz der erforderlichen Wärmedämmung sind auch die Ankerbalken. Zusammen mit dem hellen Fußboden wirkt der Raum viel heller als früher.

Gute Organisation

„Hier werden künftig die Trauungen stattfinden“, sagt Gunda Bluhm. Der Raum kann übrigens auch von Vereinen und für die Jugendarbeit genutzt werden, sogar ein Beamer ist eingebaut worden. Es gibt eine Toilette und eine kleine Küche, zwei weitere Räume nutzt der Heimatverein Menslage als Archiv und Büro. Lichtschalter gibt es im ganzen Haus so gut wie keine, dafür sogenannte Präsenzmelder, die so lange das Licht brennen lassen, wie sich Menschen in den Räumen aufhalten. „Die Organisation der Arbeiten hat gut geklappt, eine große Hilfe waren auch die Mitarbeiter des Bauhofes der Samtgemeinde Artland“, sagt Bluhm. Das hört Uwe Keck, einer von ihnen, gerne. Er erledigt die Restarbeiten und kümmert sich darum, dass das Gemeindewappen optisch gut platziert wird. Eine der nächsten Sitzungen wird der Gemeinderat dann hier abhalten, kündigt Jürgen Kruse an.


Tag der offenen Tür

Die Feierstunde zur Wiedereröffnung des Heimathauses am Kirchwinkel beginnt am Samstag, 5. Mai, um 11 Uhr. Ab 13 Uhr lädt die Gemeinde zum Tag der offenen Tür ein.