42.500 Kilometer zurückgelegt Auf dem Rad ist der Quakenbrücker Walter Wigger ein König

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Mit dem Dreirad einmal um die Welt: Zu diesem Ereignis gratulierten Walter Wigger (Vierter von links) Friedrich Schlüter (Firma Pfau-Tec), Jürgen Holterhus (Initiative Quakenbrück), Moritz Jacobsen (Initiative Quakenbrück) und Achim Mustermann (Firma Pfau-Tec, von links). Foto: Christian GeersMit dem Dreirad einmal um die Welt: Zu diesem Ereignis gratulierten Walter Wigger (Vierter von links) Friedrich Schlüter (Firma Pfau-Tec), Jürgen Holterhus (Initiative Quakenbrück), Moritz Jacobsen (Initiative Quakenbrück) und Achim Mustermann (Firma Pfau-Tec, von links). Foto: Christian Geers

Quakenbrück. 42.500 Kilometer hat Walter Wigger mit seinem Fahrrad seit Ostern 2010 zurückgelegt. Eine Strecke, die länger ist als eine Erdumrundung am Äquator. Der 79-Jährige ist kein Schönwetterfahrer. Jeden Tag ist der Quakenbrücker mit seinem Dreirad, Modell „Bellagio“ unterwegs. „Wenn ich auf dem Fahrrad sitze, dann fühle ich mich wie ein König“, lächelt er.

Walter Wigger ist zeit seines Lebens ein begeisterter Radfahrer. Wegen einer Erkrankung ist ein Spaziergang für ihn sehr mühsam und ohne Gehhilfe gar nicht möglich. Als dem früheren Bürokaufmann bei der Firma Nosag, der 1988 in den Ruhestand ging, im Februar 2009 während einer Radtour tückische Straßenglätte zum Verhängnis wird, ist mit den Ausflügen zunächst Schluss. Ein Jahr lang ist Radfahren wegen des Armbruchs tabu, und wie es weitergeht, weiß er nicht. „Dann habe ich mich entschieden, von einem Zwei- auf ein Dreirad zu wechseln.“ Fündig wird er bei der Quakenbrücker Firma Pfau-Tec, die Modelle mit tretunterstützendem Elektromotor baut. Ein Sturz ist damit kaum möglich.

Tagestour zwischen 25 und 30 Kilometer lang

Seither bricht Wigger täglich nach dem Frühstück zu einer Radtour auf – von Quakenbrück geht es über den Radweg an der Dinklager Straße Richtung Landkreis Vechta. „Da sind die Radwege viel besser ausgebaut als bei uns“, sagt er. Zwischen 25 und 30 Kilometer lang ist die Tour. „Wenn ich losfahre, weiß ich meist nicht, auf welchem Weg ich zurückkomme.“ Worauf sich Ehefrau Gertrud, mit der er seit 52 Jahren verheiratet ist, verlassen kann: Nach zweieinhalb Stunden kehrt ihr Gatte heim – pünktlich zum Mittagessen ist er wieder zu Hause.

Penibel Buch geführt

Als Wigger die ersten 1000 Kilometer auf seinem Dreirad zurückgelegt hat, greift er unterwegs voller Freude zum Handy und lässt seine Frau an diesem Glücksmoment teilhaben. Da packt den Quakenbrücker der alte Ehrgeiz: Mindestens die Strecke einer Erdumrundung will er mit diesem Rad zurücklegen, beschließt er. Penibel führt er in den folgenden Jahren Buch, notiert die Kilometerstände. Mitte Oktober 2016 sind es 33.000 Kilometer, Anfang Dezember 2017 40.300 Kilometer, und vor wenigen Tagen hat er dann die magische Grenze von 42.500 Kilometern überschritten. Dieses Ereignis feiert Walter Wigger mit Frau Gertrud – ganz passend mit einem Radausflug nach Badbergen, wo sie zur Kaffeezeit im Hofcafé Elting-Bußmeyer einkehren.

Bei Wind und Wetter unterwegs

Seine täglichen Radtouren unternimmt Walter Wigger sonst lieber alleine. Da muss er auf niemanden Rücksicht nehmen, bestimmt selbst, wie schnell er fährt oder wann er eine Pause macht. Aber wird das auf Dauer nicht langweilig, immer die gleiche Strecke zu fahren? „Überhaupt nicht“, widerspricht er. „Diese Zeit genieße ich, und jeden Tag gibt es etwas anderes zu sehen.“ Er sieht, wie die Jahreszeiten aufeinanderfolgen, wie Bauern im Frühjahr ihre Felder bestellen und im Herbst die Ernte einfahren. „Das ist ein richtig schönes Naturerlebnis, so etwas erlebt man bei Touren durch die Stadt nicht“, schwärmt er und berichtet von „mindestens 30 Rehen“, die er eines Morgens mit dem Fernglas in aller Ruhe beobachtete. Und er fährt wirklich jeden Tag? „Ja, ob Regen oder Schnee, es gibt schließlich die passende Kleidung dafür“, blitzt die Entdeckerlust aus seinen Augen. Und wenn die Tour morgens einmal nicht möglich ist, „hole ich sie nach dem Mittagessen nach“. Nur wenn es spiegelglatt ist auf den Straßen, bleibt er zu Hause.

Hohes Maß an Mobilität und Lebensqualität

Walter Wigger ist froh, dass ihm sein Dreirad ein so hohes Maß an Mobilität und Lebensqualität ermöglicht. Da fallen nicht einmal die Pannen ins Gewicht. Zweimal bremsten ihn in acht Jahren platte Reifen aus. Radeln will er so lange, wie es seine Gesundheit zulässt, das hat er sich fest vorgenommen. Die nächste Weltumrundung ist da nur eine Frage der Zeit.


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