Nichts erinnert mehr an die B 68 Umgestaltung der Hauptstraße in Badbergen fast vollendet

Von Christian Geers


Badbergen. Es ist geschafft: Ein Jahr nach dem Beginn ist die Sanierung der Hauptstraße in Badbergen so gut wie abgeschlossen. Auch wenn hier noch eine Bank fehlt oder dort eine Laterne: Das Dorfbild profitiert sichtbar von dem verkehrsberuhigten Ausbau. An die alte Bundesstraße erinnert nichts mehr.

Wenn Bürgermeister Tobias Dörfler über die deutlich schmalere Hauptstraße spaziert, dann fallen ihm natürlich die Restarbeiten auf, die noch zu erledigen sind. Aber wenn er das große Ganze betrachtet, dann macht sich bei ihm Erleichterung breit, schwingt hörbar Stolz in seinen Antworten mit, in denen das Wort Dankbarkeit ziemlich oft zu hören ist. Innerhalb eines Jahres ist es gelungen, die ehemalige Bundesstraße 68 in eine beschauliche Dorfstraße zu verwandeln. „Darauf bin ich sehr, sehr stolz und dafür dankbar“, sagt Dörfler.

Lange auf den Baubeginn gewartet

Rückblick: Mitte April 2017 – fast dreieinhalb Jahre nach der Freigabe der Ortsumgehung der Bundesstraße 68 ist es endlich so weit. Am ersten Arbeitstag nach Ostern rücken die Baufirmen an und beginnen mit dem größten Projekt der laufenden Dorferneuerung in Badbergen. Auf diesen Tag haben Rat, Verwaltung und Bürgerschaft lange gewartet. Die Pläne für die Umgestaltung der Hauptstraße, die in den Monaten zuvor ausgiebig diskutiert und beraten wurden, sollen in die Tat umgesetzt werden. Mit 1,02 Millionen Euro fördert das Land Niedersachsen die Bauarbeiten, die sich laut Kostenplanung auf 1,4 Millionen Euro summieren. Das Ganze hat nur einen kleinen Haken: Weil öffentliches Geld verbaut wird, muss der Verwendungsnachweis bis Ende Juni 2018 vorliegen. So wollen es die Vorschriften. Soll heißen: Bis dahin muss die Umgestaltung der Hauptstraße fix und fertig, abgenommen und abgerechnet sein.

Verzicht auf geplante Baupause vor Weihnachten

Gesagt, getan: Die Ingenieure des beauftragten Planungsbüros schlagen zwei Bauabschnitte vor, um die Belastungen für die Anlieger zwischen Bahnhofstraße und Dinklager Straße so gering wie möglich zu halten. Als die Baumaschinen anrücken, haben die Anwohner einen Logenplatz: Aus dem Fenster können sie verfolgen, wie die Asphaltschicht abgefräst, der Erdbogen durchgraben, Kanalisation und Versorgungsleitungen erneuert werden. Die Arbeiten kommen gut voran, und im Sommer beschließen die Anwohner, durchbauen zu lassen. Die ursprünglich geplante Pause kurz vor Weihnachten, als kleine Auszeit von der Bauerei gedacht, wird kurzerhand gestrichen.

Am Jahresende ist das Ende der Bauarbeiten absehbar. Anfang Februar bekommt die Kreuzung Hauptstraße/Dinklager Straße eine neue Asphaltschicht. Vor wenigen Tagen konnte die Straße nach zwölf Monaten für den Autoverkehr freigegeben werden. Lastwagen, Busse und landwirtschaftlicher Verkehr sind allerdings tabu, nur Anlieferverkehr und Müllfahrzeuge erlaubt.

Frost auf der Zielgeraden

Dass der Bauplan auf der Zielgeraden um einige Tage überzogen wurde, lag dann doch noch am Wetter, das ansonsten gut mitgespielt hat. „Die zehn, zwölf Tage Frost, der tief in den Boden ging, taten weh“, sagt der Bürgermeister. Aber angesichts der zügigen Bauzeit sei diese Verzögerung zu verschmerzen. Viel wichtiger ist ihm der Hinweis, dass es durchaus beachtenswert sei, „dass eine kleine Gemeinde wie Badbergen eine Baustelle in dieser Größenordnung so schnell umgesetzt hat“. Das sei dem Umstand zu verdanken, dass alle Beteiligten „konstruktiv und hervorragend“ zusammengearbeitet hätten. Bewährt hätten sich die wöchentlichen Ortstermine mit Vertretern des Ingenieurbüros, der Gemeinde und der fixen Baufirmen. „Dank des Miteinandersprechens und der kritischen Sympathie bei den Baustellenbesprechungen konnten Unzufriedenheiten schnell geklärt werden“, bilanziert Tobias Dörfler.

Dörfler: Ein Schritt zur Belebung des Dorfkerns

Die Hauptlast während der Bauzeit hätten in erster Linie die Anwohner tragen müssen. „Die finanziellen Einbußen der Geschäftsinhaber sind nicht wieder gutzumachen“, so Dörfler. Aber er sei fest davon überzeugt, dass sich die Investition in die Hauptstraße langfristig auszahlen werde – für alle Badberger. „Ich habe ein gutes Bauchgefühl, dass wir es schaffen werden, den Ort wiederzubeleben“, sagt er und denkt an „Touristen und mehr Laufkundschaft“. Ein Schritt auf dem Weg dorthin sei die Eröffnung des Regionalregals in der Bäckerei Herkenhoff, in der ab Samstag, 21. April, Anbieter Lebensmittel aus der Region anbieten werden. Auch auf den Tourismus setzt Dörfler, die attraktive Dorfstraße und dem Platz vor der St.-Georg-Kirche könnten beliebte Treffpunkte werden.

Dorffest im August

In den kommenden Wochen erledigen die Baufirmen die Restarbeiten. Die haben dafür bis Mittwoch, 3. Mai, Zeit und Gelegenheit. An diesem Tag nehmen Vertreter der Gemeinde, des Planungsbüros und der Firmen die Hauptstraße technisch ab und prüfen, ob auch alles nach Plan ausgeführt wurde. Bürger, die meinen, bereits jetzt einen Mangel entdeckt zu haben, bittet der Bürgermeister, eine kurze schriftliche Mitteilung mit Namen, Telefonnummer und genauer Beschreibung des Schadens im Badberger Gemeindebüro abzugeben. „So ist gewährleistet, dass auch nichts übersehen wird.“ Offiziell eröffnet werden soll die umgestaltete Hauptstraße Ende August – ganz zünftig mit dem „Badberger Daerpfest“ natürlich an Ort und Stelle.