Patienten in guten Händen Viel Lob für Azubis im Quakenbrücker Krankenhaus

Fühlt sich hervorragend betreut: Patientin Susan Schubert mit den Auszubildenden Lina Esselmann und Christin Brügger. Foto: CKQ/BöningFühlt sich hervorragend betreut: Patientin Susan Schubert mit den Auszubildenden Lina Esselmann und Christin Brügger. Foto: CKQ/Böning

Quakenbrück. Einmal im Jahr zeigt der jeweilige Oberkurs der Schule für Gesundheits- und Krankenpflege, was er in der dreijährigen Ausbildung gelernt hat. Denn dann übernehmen die Auszubildenden für insgesamt drei Wochen eine komplette Station.

Während dieser dreiwöchigen Praxisphase wird der gesamte Stationsalltag von der Betreuung der Patienten bis hin zu allen übrigen nötigen Arbeitsabläufen durch die Auszubildenden gemeistert. Im Hintergrund ist dabei immer das Stationsteam für Unterstützung, bei Fragen und benötigter Hilfestellung zur Stelle. Für die angehenden Gesundheits- und Krankenpfleger ist diese Praxisphase eine wertvolle Erfahrung und auch die Patienten profitieren. In diesem Jahr waren die Auszubildenden des Oberkurses auf den Stationen zwei und vier im Einsatz, heißt es vonseiten der Schule weiter. Auf der Station vier liegen die Patienten der Wirbelsäulen- und Neurochirurgie. Viele Patienten haben schwere Operationen hinter sich, und von den Auszubildenden ist viel Einfühlungsvermögen und Fachwissen gefragt: Jeder Patient muss anders mobilisiert werden und braucht – je nach Stand der Heilung – unterschiedlich intensive Betreuung.

Sich Zeit nehmen und Mitgefühl zeigen

„Die Patienten sind sehr dankbar, dass wir uns so viel Zeit nehmen können“, erklären die Auszubildenden. „Während im Schnitt in Deutschland eine Pflegekraft für 13 Patienten zuständig ist, haben wir jeweils vier bis sechs Patienten betreut.“ Sinnvoll sei es, dass sich diese Praxisphase über drei Wochen erstrecke, denn so komme man besser in den Arbeitsrhythmus, betonen Christin Brügger und Lina Esselmann. Die beiden Auszubildenden stellen auch eine ihrer Patientinnen vor: Susan Schubert ist aus Halle an der Saale in das Christliche Krankenhaus gekommen, um sich an der Wirbelsäule operieren zu lassen. Mit der Arbeit der Auszubildenden ist sie sehr zufrieden: „Ich habe genau die richtige Zeit für meine OP erwischt“, sagt sie augenzwinkernd. Denn die Betreuung während der drei Wochen ihres stationären Aufenthaltes sei hervorragend und die Pflegekräfte nähmen sich viel Zeit für die Patienten. Inzwischen kann sie wieder aufrecht im Bett sitzen und ist relativ mobil. „Die ersten drei Tage nach der Operation waren aber schlimm“, erinnert sich die Mutter der Patientin. „Die Auszubildenden mussten auch erst einmal lernen, mit schwerkranken Patienten umzugehen. Doch sie haben das sehr gut gemacht und sich vor allem ihr Mitgefühl bewahrt.“

Gut ins Team eingebunden

Auch der querschnittsgelähmte Patient Jens Schumann aus Bonn ist froh über die intensive Betreuung: „Ich hatte eine neunstündige Operation an der Halswirbelsäule und bin aufgrund meiner Erkrankung besonders auf Hilfe angewiesen. Aber die Auszubildenden sind alle sehr fit, ich sehe keinen Unterschied zu den bereits Examinierten. Ob beim Blutabnehmen, Spritzen oder der Körperpflege – ich fühle mich rundherum gut aufgehoben. Alle nehmen sich viel Zeit für mich und sind sehr fürsorglich.“ Und wie beurteilen die Auszubildenden die Praxisphase? „Die ersten Tage waren schon etwas anstrengend und wir mussten uns ein bisschen daran gewöhnen“, so Tizia Eickhorst. „Aber wir sind sehr gut ins Team eingebunden und werden akzeptiert.“ Auch die Zusammenarbeit mit den Ärzten funktioniere gut. Intensiv vorbereitet wurde die dreiwöchige Praxisphase im berufspraktischen Unterricht, berichtet Dozentin Dorothee Renze-Wiemers. So konnten alle Auszubildenden mit dem nötigen theoretischen und praktischen Wissen souverän an die Aufgabe herangehen.