„Riesenchance für Badbergen“ Tönnies will in Badbergen 80 Millionen Euro investieren

Von Mirko Nordmann

Der Schlacht- und Zerlegebetrieb in Badbergen soll der „Rinderstandort der Zukunft“ für den Fleischriesen Tönnies werden. Der Konzern will mittelfristig 80 Millionen Euro investieren. Foto: Christian GeersDer Schlacht- und Zerlegebetrieb in Badbergen soll der „Rinderstandort der Zukunft“ für den Fleischriesen Tönnies werden. Der Konzern will mittelfristig 80 Millionen Euro investieren. Foto: Christian Geers

Badbergen. Badbergens Bürgermeister Tobias Dörfler wollte die Nachrichten aus Rheda-Wiedenbrück zunächst gar nicht glauben. „Das ist eine Riesenchance für Badbergen“, freute sich Dörfler über die Ankündigung von Clemens Tönnies, dass der Fleisch-Gigant Tönnies mittelfristig 80 Millionen Euro in den Standort Badbergen investieren will.

In der Vergangenheit mussten die Mitarbeiter des Badberger Schlacht- und Zerlegebetriebs aufgrund einiger Inhaberwechsel mehrfach um ihre Arbeitsplätze bangen. Jetzt soll Badbergen zum „Rinderstandort der Zukunft für Tönnies“ werden, wie es Firmenchef Clemens Tönnies bei der Vorstellung der Bilanz 2017 in Rheda-Wiedenbrück ankündigte. „Gerade mit Blick auf die Vergangenheit ist das ein richtig guter Schritt“, freute sich Tobias Dörfler über die große Bedeutung des Standortes Badbergen.

Gerade, dass die Ankündigung der Investitionen einige Monate nach der Übernahme durch Tönnies komme, sei ein gutes Signal. Das könne zukunftsweisend für Badbergen sein, so der Bürgermeister. Erst im September 2017 hatte das Bundeskartellamt der Übernahme des Badberger Betriebes von der insolventen Lutz-Fleischwaren-Gruppe durch Tönnies zugestimmt. Kurz darauf hatte das Unternehmen erste Investitionen in Badbergen getätigt, um die Produktionsbedingungen zu verbessern.

Nun soll Badbergen der Hauptstandort für die Rindfleischproduktion des Konzerns werden. Dafür sollen die Schlachtkapazitäten voll ausgeschöpft werden. Tönnies hat eine Genehmigung für bis zu 5000 Tiere pro Woche, die derzeit aber noch aufgrund begrenzter Kühlkapazitäten um die Hälfte beschränkt ist.

Größere Probleme durch eine Zunahme des Lkw-Verkehrs durch die Anlieferung von Schlachttieren befürchtet Dörfler nicht. „Die gut ausgebaute Bundesstraße liegt auf der richtigen Seite von Badbergen.“

Dass nun weitere Werksvertragsarbeiter aus Osteuropa nach Badbergen kommen könnten, sieht Dörfler gelassen. „Dieses Problem können wir nicht in Badbergen lösen. Das muss in Berlin gelöst werden.“