Wenn die Welt verschwindet Was brauchen Demenzpatienten in Quakenbrück?

Auch praktische Angebote unterbreiteten die Schüler der Fachschule Heilerziehungspflege den Bewohnern des Altenpflegeheims Haus Bethanien. Foto: HEPAuch praktische Angebote unterbreiteten die Schüler der Fachschule Heilerziehungspflege den Bewohnern des Altenpflegeheims Haus Bethanien. Foto: HEP

Quakenbrück. Die Fachschule Heilerziehungspflege (HEP) in Quakenbrück hat für die Schüler ihrer Oberkurse eine Projektwoche zum Thema „Demenz“ veranstaltet. Dabei hat die HEP mit verschiedenen Einrichtungen vor Ort kooperiert.

Was benötigen Menschen, die an Demenz erkrankt sind? Um die 49 Schüler der Oberkurse der Fachschule Heilerziehungspflege in Quakenbrück theorie- und praxisbezogen auf diese zukünftige Herausforderung vorzubereiten, hat die Fachschule eine Projektwoche zum Thema Demenz veranstaltet, heißt es in einer Pressemitteilung der Einrichtung.

Verschiedene Einrichtungen vor Ort besucht

Die Fachschüler setzten sich mit den Bereichen Wohnraumanpassung, Validation (wertschätzende Kommunikations- und Umgangsformen), Ernährung, kreative Gestaltung, Diagnostik, Pflege, Sexualität und Motogeragogik (Persönlichkeitsbildung durch Bewegung im Alter) von und mit Menschen mit Demenz auseinander. Neben der theoretischen Aufarbeitung der einzelnen Fachthemen wurde zu jedem Themenbereich ein Raum der Fachschule umgestaltet. Zusätzlich erhielten die Schüler die Möglichkeit, unterschiedliche Einrichtungen zum Thema Demenz wie das Haus Amaryllis in Bersenbrück, das St. Sylvesterstift Quakenbrück, die psychiatrische Klinik des Christlichen Krankenhauses Quakenbrück, das Klinikum Osnabrück, das Demenzzentrum Molbergen und das Haus Bethanien in Quakenbrück zu besuchen, um sich ein Bild von der Arbeit mit Menschen mit Demenz zu machen und auch praktische Angebote zu unterbreiten. So wurden künstlerische Angebote und Gymnastikeinheiten im St. Sylversterstift und im Haus Bethanien durchgeführt. Auch wurden mittels selbst erstellter Fragebögen die Bedürfnisse von Bewohnern einer Pflegeeinrichtung ermittelt. Weiterhin befassten sich die Schüler mit unterschiedlichen Testverfahren zur Demenzeinstufung. Die Ergebnisse der insgesamt 9 Fachteams wurden am Ende der Projektwoche präsentiert.

Lebensgeschichtliche Zusammenhänge erkennen

Deutlich wurde allen Schülern, dass die Antworten auf die Eingangsfragen sehr vielschichtig sind. Es ging in erster Linie darum, die Menschen nicht so sehr in ihrer Krankheit zu sehen, sondern sie vielmehr als alt gewordene Menschen mit ihren individuellen und vielfältigen Lebenserfahrungen zu betrachten. Vor dem Hintergrund dieser Lebenserfahrungen sind Handlungs- und Verhaltensweisen der demenziell erkrankten Menschen anders zu deuten und es rücken lebensgeschichtliche Zusammenhänge in den Vordergrund, auf die der Heilerziehungspfleger in seiner Begleitung und Pflege von Menschen mit Demenz dann individuell eingehen kann.