„Tradition zeigen“ Islamischer Kulturverein lädt Quakenbrücker zum Kermesfest

Von Bjoern Thienenkamp


Quakenbrück. Zu seinem Kermesfest hat der islamische Kulturverein Quakenbrück am Ostersonntag und -montag auf den Königsberger Platz eingeladen. Im Vordergrund standen klar der Genuss der zahlreichen traditionellen Speisen und das harmonische Beisammensein.

Einladend lecker riecht es für die Spaziergänger, die sich an den beiden Osterfeiertagen dem Mittelpunkt der Neustadt nähern. Zahlreiche Mitglieder des islamischen Kulturvereins Quakenbrück sind an den roten Schürzen mit der weißen Aufschrift zu erkennen, wuseln hinter den überdachten Ständen herum, brutzeln in einer Dampfwolke und versorgen die Besucher mit leckerem Allerlei.

Benannt nach anatolischer Stadt

„Das ist Adana, wie die anatolische Stadt, traditionell gewürztes Gehacktes, vergleichbar mit Kebab“, sagt Metin Rousian über den langen Spieß, den der Vereinsvorsitzende Ender Moumin auf den Grill legt. „Zudem gibt es Kuzu, das ist Lamm, und Tavuk, das ist Huhn“, erklärt der 29-Jährige, wahlweise erhältlich als Spieß oder „Ekmek Arasi“, was „zwischen dem Brot“ bedeute.

Auch Schmuck und Gebetsketten

Ein Zelt weiter bestreichen Frauen wie Halide Moumin tellergroßen runden Teig mit einer fleischigen Sauce und legen diese türkische Pizza auf den nach oben gewölbten Deckel eines Grills. „Das ist Lahmacun“, verrät Rousian. Am Geschenkartikelstand bietet Zeynep Amet derweil Bücher, Schmuck und Gebetsketten an.

„Türen für alle offen“

„Die Türen sind für alle offen, alle Quakenbrücker Bürger sind selbstverständlich herzlich willkommen, wir sind alle gleich“, sagt Rousian zu dem Grundgedanken des Kermesfestes. „Die Leute kommen, treffen sich, tauschen sich aus, einige Gäste kommen auch von außerhalb, etwa aus Neuenkirchen“, freut sich der Kassenwart des Vereins. „Seit 2008 feiern wir jährlich, auf dem Königsberger Platz sind wir nun das zweite Mal, vorher waren wir am Spielplatz an der Breslauer Straße“, listet der gebürtige Grieche mit türkischen Wurzeln auf. Diese Eigenschaft, Grieche mit türkischen Wurzeln zu sein, gelte für die meisten Vereinsmitglieder, erklärt der Medientechnologe.

Tradition zeigen und weiterleiten

Warum kommt man zur Kermes? „Erstens wegen des traditionellen Essens, diese Spieße gibt es sonst in Quakenbrück nicht, und zweitens, um Gemeinsamkeit zu erleben“, antwortet Kadir Güclü. „Tradition zeigen und weiterleiten“, nennt der 38-Jährige die wichtige Hauptsache. Sinn und Zweck der Kermes sei es auch, sich kennenzulernen. „Daher ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit kommt und probiert“, urteilt der Badberger.