Erfolgreich unter Korb Quakenbücker Günter Kollmann spielte für Deutschland

Von Bernard Middendorf

Günter Kollmann (hier beim Rebound) lief als erster QTSV-Akteur beim Turnier in Mannheim auf. Foto: Archiv MiddendorfGünter Kollmann (hier beim Rebound) lief als erster QTSV-Akteur beim Turnier in Mannheim auf. Foto: Archiv Middendorf

Quakenbrück. „Günter Kollmann vertritt die deutschen Farben in Mannheim auf einem der größten Juniorenturniere der Welt“ schrieb das „Bersenbrücker Kreisblatt“ im Frühjahr 1966 eine aufsehenerregende Nachricht.

Initiiert wurde das Albert-Schweitzer-Turnier (Abkürzung: AST), später bekannt geworden als „Junioren-WM“, 1958 durch Basketball-Pionier Hermann Niebuhr, der den Theologen, Arzt und Philosophen Dr. Albert Schweitzer als Namensgeber gewann.

1966 im DBB-Kader

Bereits 1966 gehörte der erste QTSVer zum DBB-Kader, der die Bundesrepublik – eine von insgesamt zwölf Nationen – in Mannheim vertreten sollte. Außer Gastgeber BRD waren das die USA mit einem „Highschool-Nationalteam“ sowie Belgien als Titelverteidiger, CSSR, England, Frankreich, Holland, Italien, Luxemburg, Österreich, Polen, Schweiz.

„Er ist mit 1,92 Meter einer der Größten in der Junioren-Nationalmannschaft“, schrieb die Lokalpresse damals über Kollmann. Das lässt jüngere Basketballfans staunen: Der QTSVer Luc van Slooten zum Beispiel – zurzeit in Mannheim im Einsatz – ist mit 2,03 Meter Gardemaß beileibe nicht führend in der „Luftwaffe“ des U-18-DBB-Teams.

DBB-Coach früh aufgefallen

1966 gewann Italien die Trophäe, zehnmal danach die USA. Was sogar Basketball-Freaks oft nicht wissen: Viele dominierende NBA-Korbjäger wie Magic Johnson, Dirk Nowitzki, Tim Duncan, Tony Parker, Vince Carter, Arvydas Sabonis, Mehmet Okur, Pau Gasol und Toni Kuko starteten beim AST ihre Karriere.

Ganz so hoch wollte der ehrgeizige QTSVer im Jahr 1966 nicht hinaus, aber er war längst DBB-Trainer Yakovos Bilek aufgefallen – auf der DM der Bundesländer in Osnabrück. Aus der Schlosswallhalle schrieb die NOZ zum 68:61-Finalsieg gegen Hessen: „Immer wieder brachte Günter Kollmann (TSV Quakenbrück), die große Entdeckung des Turniers, die Niedersachsen nach vorn.“ Diese wurden „Deutscher Juniorenpokalsieger“. Der Burgmannstädter war bester Werfer (21 Punkte).

Mit VfL im Europapokal

Kollmann wurde Center der DBB-Juniorenauswahl, spielte mit Erstligist VfL Osnabrück im Europapokal, erhielt Einsätze in der B-Nationalmannschaft und wurde sogar in den vorläufigen A-Kader für Olympia 1972 in München berufen. Bis heute ist der Textil-Unternehmer ein Vollblut-Basketballer, Enthusiast und Förderer des Sports unter den 3,05 Meter hohen Körben geblieben. Die Aktivitäten der Drachen oder der Young Dragons, des QTSV-Nachwuchses oder „seiner“ Oldies verfolgt der früher für seine Sprungstärke bekannte Korbjäger allerdings inzwischen lieber vom Spielfeldrand aus.


29. Auflage

Albert-Schweitzer-Turnier (Abkürzung: AST) – das elektrisiert Basketballfans und Jugend-Nationalspieler seit 1958, gilt es doch als inoffizielle Weltmeisterschaft für U-18-Junioren. Wir stellen in einer kleinen Serie QTSV-Korbjäger vor, die beim AST die bundesdeutschen Farben trugen. Bis 7. April läuft in Mannheim die 29. Auflage – live unter https://basketball.sporttotal.tv/ oder www.basketball-bund.de/livestream.