Chinaseuche bedroht Kaninchen Hegering Menslage sorgt sich um Hasen und Fasane

Von Heinz Benken

Hegeringleiter Reinhard Schohaus (rechts) und Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann (links) ehrten langjährige Mitglieder des Hegerings Menslage und der Jagdhornbläsergruppe des Hegerings. Für die beste Trophäe wurde Friedel Devermann (Zweiter von links) ausgezeichnet. Foto: Heinz BenkenHegeringleiter Reinhard Schohaus (rechts) und Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann (links) ehrten langjährige Mitglieder des Hegerings Menslage und der Jagdhornbläsergruppe des Hegerings. Für die beste Trophäe wurde Friedel Devermann (Zweiter von links) ausgezeichnet. Foto: Heinz Benken

Menslage. Um den Schutz des Niederwilds ging es bei der Mitgliederversammlung des Hegerings Menslage, zu der Hegeringleiter Reinhard Schohaus auch Holger Fiedler aus Neuenkirchen-Wettringen und Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann begrüßte.

In seinem Streckenbericht 2017/18 verdeutlichte Reinhard Schohaus die anhaltende Sorge um den Bestand des Niederwilds, vor allem um den von Hase und Fasan. Hauptursachen für den seit mehreren Jahren beobachteten Bestandsrückgang seien der kleiner werdende Lebensraum, Krankheiten und das Raubwild. Im zurückliegenden Jagdjahr sind deshalb in den neun Revieren des Hegerings Menslage Hase und Fasan schonend oder gar nicht bejagt worden. Geschossen wurden nur sechs Fasane (Vorjahr 55). Mit nur 74 Abschüssen beim Hasen (Vorjahr 94) ist ebenfalls ein neuer Minusrekord erreicht. „Wir mussten im vergangenen Jahr einen weiteren Bestandsrückgang bei unseren Sorgenkindern Hase, Fasan und Kaninchen feststellen“, berichtete Schohaus den Hegeringmitgliedern.

Küken verhungern aufgrund fehlender Insekten

Beim Fasan werde nach zahlreichen langjährigen Untersuchungen das erhöhte Kükensterben durch Mangelernährung (so auch durch das Fehlen von Insekten) als Ursache angesehen. Die Kaninchenstrecke ist nahezu eingebrochen. Geschossen wurden nur 36 (Vorjahr 75) Kaninchen. Der Rückgang ist vor allem bedingt durch die Seuchen Myxomatose und RHD (Chinaseuche). Mit der RHD II sei auch schon die nächste Seuche im Anmarsch, die die Kaninchen in ihrer Existenz gefährden werde und die auch auf den Hasen übertragbar sei. Um das Niederwild zu schützen, müsse der Lebensraum verbessert werden, betonte Schohaus: „Wir Jäger als Heger unserer Wildbestände und Pfleger unserer Kulturlandschaft sollten unserem Niederwild möglichst viele geeignete Lebensraumnischen in der so intensiv bewirtschafteten Kulturlandschaft schaffen.“ Sonst werde es „künftigen Generationen nicht mehr vergönnt sein, frei lebende Hasen und Fasanen zu beobachten.“

Schärfere Bejagung des Fuchses gefordert

Der Streckenbericht weist auch wegen der schonenden Bejagung des Niederwilds weniger Abschüsse als im Vorjahr auf. Insgesamt kamen 1238 Tiere zur Strecke, im Jagdjahr 2016/17 waren es noch 1527. Auch Rehwild wurde weniger erlegt. Zur Strecke kamen 175 Böcke und Ricken (davon 86 im Straßenverkehr und bei Ernteeinsätzen umgekommenes Fallwild). Im Vorjahr waren es 228 Rehe. Das Ziel, zu 60 Prozent in der Jugendklasse einzugreifen, sei im Hegering Menslage annähernd erreicht worden. Bedenklich sei, dass die Hälfte des Rehwilds durch den Straßenverkehr und bei Erntearbeiten ums Leben gekommen sei. Vor der Ernte müssten die Schläge daher besser abgesucht werden. Auch der Einsatz von Wärmebildkameras sei in die Überlegungen der Jägerschaft einbezogen worden. Weil auch weniger Füchse erlegt wurden, forderte der Hegeringleiter – um das Niederwild zu schützen – eine schärfere Bejagung des Fuchses. Erstmals wurde im Hegering Menslage ein Waschbär geschossen. Beim Wildschwein gab es eine leichte Steigerung gegenüber den Vorjahren.

Langjährige Mitglieder geehrt

Zum Abschluss der Versammlung wurden wieder langjährige Mitglieder im Deutschen Jagdschutzverband (DJV) geehrt. 25 Jahre Mitglied sind Lutz Barlage, Michael Behling, Peter Vöge, Heiko Wolke und Klaus Wolke. Seit 40 Jahren im DJV dabei sind Herman Brockmann und Bernd Ebell. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden Hermann Broking und Dirk Oing ausgezeichnet, und bereits seit 60 Jahren dabei ist Helmut Schohaus. Für ihre 30-jährige Mitgliedschaft in der Jagdhornbläsergruppe wurden Hermann Brockmann und Arnd Nehrenhaus geehrt. Als Trophäe des Jahres zeichnete Kreisjägermeister Martin Meyer Lührmann ein Gehörn von Friedel Devermann aus, der im Revier Borg-Wasserhausen einen sechsjährigen Rehbock erlegt hatte. Referent Holger Fiedler, Leiter des Hegerings Neuenkirchen-Wettringen, berichtete den anwesenden Jägern über die Raubwildbejagung mittels moderner Betonrohrfallen. Der Kreisjägermeister ergänzte, dass die Kreisjägerschaft die moderne Fallenjagd und das Meldesystem unterstütze und bezuschusse.