Leidenschaft seit 30 Jahren Quakenbrückerin verwandelt weißes Porzellan in Kunst

Von Miriam Heidemann

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Ob Sandmännchen oder Edelrose – das Repertoire von Brigitte Uhlig ist breit gefächert. Foto: Miriam HeidemannOb Sandmännchen oder Edelrose – das Repertoire von Brigitte Uhlig ist breit gefächert. Foto: Miriam Heidemann

mihe Quakenbrück. Seit mehr als 30 Jahren bemalt Brigitte Uhlig Porzellangeschirr und verwandelt weiße Flächen in kleine Kunstwerke.

Auf dem weißen Porzellanuntergrund leuchten die Farben. Porzellanmalerin Brigitte Uhlig zeigt einen von ihr selbst bemalten Porzellanteller mit Rosenmotiv. „Rosen sind am schwersten zu malen“, sagt sie über ihre Porzellanmalerei. Motive mit kleineren Blumen seien dagegen leichter, aber bei einer Rose müsse besonders auf das Licht- und Schattenspiel geachtet werden. „Wenn man das nicht richtig hinbekommt, sieht die Rosenblüte aus wie ein Kohlkopf“, so Uhlig. Mit all den Jahren, die sie nun schon Porzellan bemale, sei letztlich auch die Erfahrung und das Können gekommen, erzählt Uhlig. Malen sei schließlich eine Frage der Übung, so die Hobby-Porzellanmalerin. „In der ersten Zeit habe ich so lange gemalt – manchmal bis in die Abendstunden hinein. Ich konnte einfach nicht wieder aufhören“, sagt Uhlig über ihre Leidenschaft für das Malen. Schon in der Schulzeit habe sie immer gerne gemalt. Zur Porzellanmalerei kam sie jedoch erst vor gut dreißig Jahren.

Geburtsteller mit Namen und Daten

Bei der Artland-Schau 1987 in Quakenbrück sei sie auf eine Porzellanmalerin aufmerksam geworden, die dort ihre Kreationen ausstellte. Bei ihr belegte Uhlig schließlich gemeinsam mit einer Freundin einen VHS-Kurs, in dem sie die Techniken zum Bemalen von Porzellan lernte. Besichtigungen einiger Porzellan-Manufakturen förderten ihre Begeisterung für das Kunsthandwerk und lieferten Inspiration. „Es macht einfach Spaß. Mit der Malerei kann ich meine Fantasie ausleben“, so Uhlig. Schon bei der Betrachtung des weißen Porzellans kommen ihr die ersten Ideen für Motive, mit denen sie das Porzellan ausschmücken könnte. Dabei unterscheide sich jedes Stück von den anderen. Immerhin sind der Fantasie und der Vielfalt an Motiven keine Grenzen gesetzt. „Es wird nie langweilig“, weiß die Hobby-Porzellanmalerin. Die Palette ihrer Kreationen ist breit. So befinden sich Porzellan-Geschirre mit verschiedensten Blumenmustern, indischem und chinesischem Dekor sowie Teller mit Motiven aus Kinderserien in Uhligs Sammlung. Die Inspiration für die Kinderteller komme von ihren Enkeln, wie Uhlig erzählt. Die Teller mit Bildern von Max und Moritz, Winnie Puuh oder dem Sandmännchen sorgten insbesondere bei den Kindern für Begeisterung, denn ihr bemaltes Porzellan könne ganz normal benutzt werden. Auch Geburtsteller mit Namen und Daten der Neugeborenen fertigt sie auf Wunsch an.

Bei 800 Grad im eigenen Ofen gebrannt

Mit ihrem selbst bemalten Porzellan ist Uhlig auf Kunsthandwerkermärkten in der Region vertreten. In ihrer Quakenbrücker Heimat seien besonders die Froschtassen und -becher beliebt, die mit Motiven der für Quakenbrück typischen Froschfiguren verziert sind. Auch für sich selbst habe sie schon mehrere Sets an Kaffee-Services sowie Schalen, Aufbewahrungsdosen und Figuren mit ihren Dekor-Ideen geschmückt, erzählt Uhlig. Das Bemalen von Porzellan sei sehr arbeitsintensiv, wie Uhlig weiß. Besonders bei aufwendigem Dekor, das mehrmals gebrannt werden müsse, könne man schon mit ein paar Tagen rechnen bis das Stück vollendet sei. Die Porzellanmalerin arbeitet mit Pulverfarbe, die sie mit Siebdrucköl anmischt und mit gereinigtem Terpentinöl verdünnt. Das bemalte Porzellan brennt Uhlig bei 800 Grad in ihrem eigenen Brennofen. Für das Bemalen selbst sei Fingerspitzengefühl und eine ruhige Hand gefragt. „Bei Vasen oder Tassen, die man zum Verzieren festhält, muss man natürlich vorsichtig arbeiten, sonst verschmiert die Farbe wieder und die ganze Arbeit war umsonst“, so Uhlig. Solange jedoch die Farben noch nicht gebrannt wurden, könnten einzelne Stellen im Dekor noch geändert werden. Feinarbeit erfordere auch die Verzierung mit Goldrand, denn bei Goldfarbe könnten Korrekturen auch nach dem Brennen auf dem weißen Porzellan noch erkennbar sein.

Neben dem Malen auf Porzellan hat Uhlig auch das Malen auf Leinwand für sich entdeckt. Im Jahr 2004 fing sie mit Öl- und Acrylmalerei an. Seitdem setzt sie ihre Motivideen, die sie oft im Alltag findet, auch bildlich um. Großer Unterschied zur Porzellanmalerei sei dabei das großflächigere Arbeiten auf der Leinwand. Doch für beides hegt Uhlig eine große Leidenschaft.


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