Siedlungsstruktur schützen Nachverdichtung: Quakenbrück stellt die Weichen

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Schönes neues Heim? Auch durch Nachverdichtung soll in Quakenbrück weiterer Wohnraum geschaffen werden. Symbolfoto: dpa/Rainer BergSchönes neues Heim? Auch durch Nachverdichtung soll in Quakenbrück weiterer Wohnraum geschaffen werden. Symbolfoto: dpa/Rainer Berg

Quakenbrück. Paul Gärtner hatte beantragt, den Punkt städtebauliches Entwicklungskonzept zur Steuerung der Innenentwicklung von der Tagesordnung des Quakenbrücker Stadtrates zu nehmen. Mit diesem Antrag scheiterte der SPD-Mann ebenso wie CDU-Vertreter Ludger Greten, der sich mehr Diskussion zum Thema wünschte.

Neben dem Wunsch von Investoren, in Quakenbrück in Immobilien investieren zu wollen, stellen auch die Nachfrage am Wohnungsmarkt und die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung die Stadt Quakenbrück vor neue Herausforderungen in Sachen Wohnraum.

Interfraktioneller Arbeitskreis

Wo wollen wir hin? Wie bleibt Quakenbrück attraktiv? Wie gelingt es, das Image zu verbessern? Mit solchen Fragen hatte sich, wie Emma Weiss (CDU) in der Sitzung des Rates der Stadt Quakenbrück erläuterte, in den zurückliegenden Monaten ein interfraktioneller Arbeitskreis in Workshops intensiv befasst. Im Blickpunkt stand dabei die „Nachverdichtung“ freier Flächen in bereits besiedelten Gebieten. Dabei seien viele Ideen zusammen- gekommen, wie Andreas Henemann (Grüne) erklärte, diese dienten als Grundlage einer Handlungsrichtlinie für die städtebauliche Verdichtung, um Nachbarschaftskonflikte zu vermeiden.

Eine Stadt, die sich entwickeln kann

Während der Auseinandersetzung mit dem Thema zeigte sich in der Ratssitzung, dass sich quer durch die großen Mehrheitsfraktionen längst nicht alle Mitglieder des Stadtrates mit den bislang zusammengetragenen Ideen anfreunden konnten. Es bot sich ein zwiegespaltenes Bild, denn nicht nur Lars Rennings (SPD) machte deutlich, dass er dieser Richtlinie so nicht zustimmen könne. „Ich möchte, dass Quakenbrück eine Stadt bleibt, die sich entwickeln kann“, sah der Sozialdemokrat andere Wohnformen oder -formate in der vorliegenden Richtlinie nicht umsetzbar.

Ludger Greten (CDU) entdeckte bei dem Entwurf noch viele offene Fragen und eine Rechtsunsicherheit. Er vermisste eine Bestandsaufnahme als saubere Grundlage. Der CDU-Mann verwies darauf, dass es bereits seit den 1980er-Jahren im Zuge der Innenstadtsanierung eine gültige Gestaltungssatzung gebe. Er empfahl, von einer Beschlussfassung abzusehen und das Thema noch einmal eingehender in den Fraktionen und Ausschüssen zu besprechen. Es gelte, mehr Öffentlichkeitsarbeit zu leisten und mehr Transparenz zu ermöglichen.

„Nichts ist in Stein gemeißelt!“

„Nichts ist in Stein gemeißelt“, sah Andreas Maurer (Die Linke) durch die neue Richtlinie keineswegs unnötige Hürden für mögliche Investoren. „Wir werden zustimmen“, sah er aus Sicht seiner Fraktion mit der neuen Richtlinie den richtigen Weg eingeschlagen.

Seit fast zwei Jahren befasse man sich mit der Thematik, machte Manfred Neebuhr für die FDP deutlich, dass die Liberalen geschlossen dafür seien, dass die Richtlinie komme.

Rechtssicherheit für Bauherren

Seit fast zwei Jahren befasse man sich mit der Thematik, machte Manfred Neebuhr für die FDP deutlich, dass die Liberalen geschlossen dafür seien, dass die Richtlinie komme. Andreas Henemann (Grüne) verwies darauf, dass es zwei Gesprächsrunden mit Artländer Architekten gegeben habe. Die Architekten hätten bei dieser Gelegenheit darauf verwiesen, wie wichtig Rechtssicherheit für die Bauherren sei. Die Richtlinie habe nicht den Rechtscharakter einer Satzung, sei auf der anderen Seite aber Grundlage für die Begründung einer Ermessensentscheidung und könne städtebauliche Sicherungsinstrumente ergänzen. Und so votierte der Rat mehrheitlich für die Richtlinie.


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