Offene Schlammschlacht Heftiger Streit um Zuschüsse im Badberger Gemeinderat

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Artland Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Auch in 2018 will die Gemeinde Badbergen das Fußballcamp in den Sommerferien finanziell unterstützen. Fünf Euro gibt es pro Badberger Kind als Zuschuss. Archivfoto: TuS BadbergenAuch in 2018 will die Gemeinde Badbergen das Fußballcamp in den Sommerferien finanziell unterstützen. Fünf Euro gibt es pro Badberger Kind als Zuschuss. Archivfoto: TuS Badbergen

Badbergen. Die Beratung über verschiedene Zuschussanträge für die Jugendarbeit gab in der jüngsten Sitzung des Badberger Gemeinderates Anlass zu einer offenen Schlammschlacht zwischen der CDU/FDP/UWG-Mehrheitsgruppe und der Opposition aus SPD und Grünen.

Angefangen hatte der Streit eigentlich ganz harmlos. Katherina Bußmeyer als Sprecherin der Mehrheitsgruppe hatte vorgeschlagen, den Zuschuss für die Teilnehmer des Fußballcamps als ein Angebot des Ferienspaßprogramms von ursprünglich vier auf nun fünf Euro anzuheben. Für die SPD/Grünen-Gruppe signalisierte Hans-Uwe Desing Zustimmung, kündigte aber schon einmal an, dass es sinnvoll sei, die Zuschussbeiträge für mehrtägige Veranstaltungen mit Übernachtungen ebenfalls anzuheben.

Und genau das schlugen SPD und Grüne bei den Beratungen über die finanzielle Förderung einer Fahrt des TuS Badbergen nach Südtirol und des Awo-Zeltlagers in Hahlen vor. Der Zuschuss solle von fünf auf sieben Euro angehoben werden, beantragte Theodor Kleiner, der im Haushaltsentwurf eingesetzte Höchstbeitrag von 350 Euro für die Italienfahrt solle aber nicht verändert werden. „Ich denke, das ist auf jeden Fall tragbar“, sagte Kleiner. „Das sollten uns die Kinder wert sein“, schob Michael Szymanski nach.

Die Vorschläge stießen bei der Mehrheitsgruppe auf heftigen Widerstand. Nicht, weil man das Geld den Kindern und Jugendlichen nicht gönne, sondern weil man sich von den Anträgen überfahren fühlte. „Vorher in den Fachausschüssen habt ihr nie etwas von Erhöhungen gesagt“, betonte Uwe Duchow (UWG). Auch Katherina Bußmeyer wollte sich nicht zu einer spontanen Unterstützung des Oppositionsantrages hinreißen lassen. Sicherlich sei das spontan, räumte Desing ein, aber was spreche dagegen? Das Verhalten der Mehrheitsgruppe sei beschämend, raunte es von der Oppositionsbank.

Das war Katherina Bußmeyer zu viel: „Das ist ganz tolle Öffentlichkeit, die ihr hier leistet.“ Künftig solle man solche Angelegenheiten in den Fachausschüssen klären. Szymanski hielt dagegen, dass es nun einmal üblich sei, dass in einer Ratssitzung mit Haushaltsdebatte viele Anträge gestellt werden.

Da platzte Axel Meyer zu Wehdel (CDU) endgültig der Kragen. „Hier ein Politikum auf Kinderrücken auszutragen ist einfach nur mies von euch“, schimpfte Meyer zu Wehdel, „wenn es so spontan sein soll, warum habt ihr nicht einen von uns angerufen? Redet doch einfach vorher mit uns!“ Diese Diskussion vor Presse und Publikum sei doch „ein Mummenschanz“.

Letztlich setzte sich die Mehrheitsgruppe bei den Abstimmungen durch. Der SPD/UWG-Vorschlag zur Erhöhung fand keine Mehrheit. Der Awo-Ortsverein und der TuS Badbergen werden bei ihren Aktionen mit fünf Euro pro Kind aus Badbergen unterstützt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN