„Hier wackelt der Frosch“ Acht Bands bringen Quakenbrücker Innenstadt zum Beben

Von Bernard Middendorf

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Quakenbrück. Klar, dass vor allem die Fans der Artland Dragons nach dem Playoff-Coup gegen Bayer Leverkusen schier aus dem Häuschen waren, als sie am Samstag um kurz nach halb Zehn ausschwärmten, um „Quakenbrück live“ zu erleben. Schließlich warteten bei der „Nacht der Bands“ nicht nur acht Wirte und ebenso viele Bands, sondern auch mengenweise andere Gäste.

Kein Problem für die zugestoßenen Basketballfans, dass in den meisten Kneipen bereits die besten Plätze ganz vorn an der Bühne belegt hatten: Man vertrug sich – und feierte gemeinsam bis tief in die Nacht.

„Natürlich macht es nach dem 95:71 gegen Leverkusen doppelt Spaß. Wir werden wohl alle Lokale abklappern“, sagte Hartmut Heumann, der mit Begleitung zuerst das Bistro Zwanzig nach zehn angesteuert hatte.

Neben der Theke heizte Real Spirit mit „Rockin‘ all over the World“ die Stimmung an. Der legendäre Klassiker von Status Quo zieht noch immer. Unplugged Party Cover wurde im Café Heads angekündigt; was auch immer sich dahinter verbirgt – die Akustik Helden aus Osnabrück gaben über 100 Gästen richtig was auf die Ohren. Die honorierten das mit stürmischem Applaus und prall gefüllter Tanzfläche. „Ihr macht das soooo gut“, rief Sängerin Iris und riet ganz unverblümt, den Vorschlaghammer zu holen. Nanu? Kenner wissen, dass sie diese Empfehlung aus dem Lied „Denkmal“ der Band Wir sind Helden übernommen hatte.

Draußen auf der Langen Straße hatte Hans-Peter Mielke den Spruch des Abends parat: „Hier wackelt der Frosch“, sagte der Quakenbrücker, der mit Ehefrau Karen und Freunden unterwegs war. Dass er nicht die turbulente Nacht, sondern eine lockere Steinplatte des Poggenpads meinte, ging im Trubel unter.

Gegenüber hatte Bärbel Thöle die Hütte voll. Feinschmecker genossen dort Bluesrock von Le Blues Encore. Teuer dürfte es kurz nach Mitternacht für Christian Hartke an der Theke „Im Eimer“ geworden sein: Er wurde 29 Jahre alt und das ganze THW-Team gratulierte, während Plug and Play-Frontmann Leo Steiner aus Hannover verriet, dass Insider ihm diese Information gesteckt hatten.

Das Geburtstagskind blieb wohl oder übel lange vor Ort, aber insgesamt hielten sich standorttreue und streunende Gäste die Waage. Ein frostbeständiger Biker kreuzte mit Motorrad vor dem Oldenburger Hof auf – und bereute es nicht: Marcus, Marco und Julia von der Folk-Gruppe-„Pangea“ präsentierten hörenswerte keltische Songs – mit irischer Bodhràn-Trommel, artistischen Gitarren-Soli, Geige und australischem Didgeridoo. „Einfach klasse“, kommentierten Jürgen Banko und Ehefrau Nathalie Lebescond. Kaum ein Durchkommen gab es im Beef Chief: Durchsetzungsvermögen war gefragt – kein Wunder, denn dort sorgten 4 Live wirklich für Leben in der Bude.

Wer wollte, erlebte dann den krönenden Abschluss der Nacht in Richie’s Sportsbar: Die Jungs von Accuracy aus Ostfriesland kredenzten Rock, Pop und Neue Deutsche Welle-Klassiker vom Feinsten. Hämmernde Rhythmen, rauchige Stimmen, ein Repertoire, das viele vom Hocker riss. Zuletzt mussten Die Ärzte herhalten: „Junge, wie du wieder aussiehst“ sang Bandleader Tammo Welp – aber das war kein Vorwurf, sondern ein Kompliment an jeden einzelnen der musikverrückten Nachtschwärmer unten auf der Tanzfläche.


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