Auch 14-Jährige haben die Wahl 60.000 Christen im Kirchenkreis Bramsche wählen Kirchenvorsteher

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Altehrwürdig: Auch in St. Sylvester in Quakenbrück ist am 11. Märze 2018 Wahltag. Zudem ist um 10 Uhr ein Gottesdienst mit dem Musical „Der Regenbogenfisch“ vorgesehen. Foto: Jürgen AckmannAltehrwürdig: Auch in St. Sylvester in Quakenbrück ist am 11. Märze 2018 Wahltag. Zudem ist um 10 Uhr ein Gottesdienst mit dem Musical „Der Regenbogenfisch“ vorgesehen. Foto: Jürgen Ackmann

ja/epd Altkreis Bersenbrück. Die Kandidatensuche war bisweilen mühsam, der Einsatz hat sich aber gelohnt. In fast allen evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden des Kirchenkreises Bramsche gibt es genug Bewerber für die anstehenden Kirchenvorstandswahlen am 11. März. Nun sind die Wähler am Zug.

Die Zahlen, die hinter den Wahlen stehen, sind beeindruckend. Allein im Kirchenkreis Bramsche sind 60000 Christen in 25 Gemeinden aufgerufen, ihre ehrenamtlichen Kirchenvorsteher zu wählen. Die haben sich in den vergangenen Monaten in den Gemeindebriefen ihren Wähler vorgestellt. Am Sonntag nun öffnen die Wahllokale. In einigen Kirchengemeinden wie in Berge geschieht das schon frühmorgens um 8 Uhr, in anderen wie in Menslage ist der Gang in die Wahlkabine erst nach dem Gottesdienst um 11 Uhr möglich. Da sind die Verantwortlichen in ihren Entscheidungen frei, der Wähler wiederum muss sich vor Ort informieren und im Gemeindeblatt oder in der Tageszeitung nach den Infos suchen.

Zur Wahl stehen in der Landeskirche Hannovers insgesamt 15000 Kandidaten. Darüber freut sich Bischof Ralf Meister. Im Vorfeld habe es Sorge gegeben, dass sich nicht genügend Kandidaten fänden, erklärte er. Nun stelle sich heraus, dass nur in weniger als einem Prozent der Gemeinden keine Wahl stattfinden könne. Aber auch, wenn die Kandidatensuche besser gelaufen sei als erwartet, müsse das System so weiterentwickelt werden, dass sich mehr Menschen gerne in der Kirchen ehrenamtlich engagierten. Eine Möglichkeit könne sein, die Amtszeit von sechs auf drei Jahre zu verkürzen. Ein Vorschlag, der auch in den Gemeinden immer wieder diskutiert wird.

Eine andere Neuerung wird unterdessen bereits bei dieser Wahl wirksam. Erstmals dürfen in der Landeskirche Hannovers – wie auch in der oldenburgischen und braunschweigischen Kirche schon 14-Jährige ihre Stimme abgeben. Bisher war das erst ab einem Alter von 16 Jahren möglich. Bei den Reformierten dürfen Jugendliche in Niedersachsen nach der Konfirmation wählen. In Schaumburg-Lippe bleibt es dabei, dass wie bei den vergangenen Wahlen Jungen und Mädchen ab 16 Jahren wählen dürfen. In Zahlen ausgedrückt, bedeutet dass, dass in Niedersachsen mehr als 47000 potenzielle Wähler jünger als 16 Jahre sind. Insgesamt sind landesweit drei Millionen Gemeindemitglieder zur Wahl aufgerufen.

Damit tatsächlich möglichst viele junge Leute von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, haben die Kirchen in Niedersachsen eine gemeinsame Kampagne gestartet. Sie wird begleitet von Aktionen vor Ort. So wollen sich im Kirchenkreis Bramsche Jungwähler im Alter zwischen 14 und 20 Jahren zum „Flashmob“ treffen und um Punkt 14.14 Uhr zur Wahl gehen.

Ob sich das auszahlt, muss sich zeigen. Bei den Wahlen 2012 lag die Beteiligung bei den Kirchenvorstandswahlen niedersachsenweit bei nur 18 Prozent. Im Kirchenkreis Bramsche lag die Wahlbeteiligung geringfügig über diesem Schnitt.

Wenn der Wahltag vorbei ist und am Abend des 11. März die neuen Kirchenvorsteher feststehen, geht es in den darauf folgenden Wochen darum, zu den gewählten Kandidaten noch eine bestimmte Anzahl an Mitgliedern zu berufen. Oft kommen sie aus dem Kreis der nicht gewählten Bewerber. Das aber muss nicht zwangsläufig so sein. Die grundsätzliche Möglichkeit, weitere Mitglieder für die Arbeit im Kirchenvorstand zu berufen, bietet die Chance, Experten etwa für Bauen oder Finanzen ins Team zu holen.


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