Selber Schroten und Backen Badbergerin schwört auf frische Bio-Lebensmittel

Von Alexandra Lüders

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Badbergen. Ihre stattliche, historische Hofanlage liegt an der B 68 und bietet ihren Kunden nicht nur ein malerisches Ambiente für ihr Einkaufserlebnis im Bioladen. Je nach Jahreszeit präsentiert Karin Brunswinkel-Röh hier immer etwas Neues.

Zurzeit sind es Ostereier aus Schafmilchseife, süße Leckereien für das Osternest und Wachteleier, die im Bioladen von Karin Brunswinkel-Röh die Blicke der Kunden auf sich ziehen. Den Schwerpunkt des Ladens bilden aber Gemüse, Obst und das Brot aus frisch gemahlenem Getreide. Anfang des Jahres konnte die Hofchefin ihre Zusatzausbildung als Gesundheitsberaterin (GGB) abschließen. Damit ist die diplomierte Agraringenieurin in die Fußstapfen ihrer Mutter Christa getreten. Ihre Eltern hatten den landwirtschaftlichen Betrieb in den 1990er Jahren von Demeter zertifizieren lassen und den Hofladen im alten Speicher eröffnet. Schon damals duftete es immer nach frisch gebackenem Brot, Bienenhonig und leckerem Obst aus dem eigenen Garten. Karin Brunswinkel hatte während dieser Zeit nach ihrem Studium mehrere Jahre praktische Erfahrungen in biologisch-dynamischer Landwirtschaft auf verschiedenen Demeterhöfen gesammelt, bevor sie in den elterlichen Betrieb einstieg. Zusammen mit ihrem Mann Jens Röh pachtete sie 2001 schließlich den Hof und gründete eine Familie.

Angus-Rinder in Offenstallhaltung

2013 restaurierte sie den alten Speicher und die ehemalige Werkstatt, wo sie den Bioladen zum Tag des offenen Denkmals neu eröffnete. Seitdem züchtet die Landwirtin auch die englische Fleischrasse Aberdeen-Angus, die sie ganzjährig mit Weidegang im Offenstall hält. Zwei bis drei der Tiere werden pro Jahr für den Laden geschlachtet. Auf den Feldern baut Karin Brunswinkel Getreide, Kartoffeln und Wurzelgemüse wie Rote Beete, Möhren und Sellerie an. Normalerweise kann man bei ihr auch eigenen Dinkel, Weizen und Roggen bekommen. Wegen der hohen Herbstfeuchtigkeit ist derzeit nur Roggen im Angebot. „Ich habe die Ausbildung zur Gesundheitsberaterin gemacht, weil ich wissen wollte, was an dem Frischkornbrei dran ist. Dadurch habe ich den Stellenwert von frisch gemahlenem Korn und frischen Produkten erkannt. Denn sie enthalten die meisten Vitalstoffe“, erklärt Brunswinkel. Dieses Wissen will sie demnächst in Vorträgen und mit Kostproben weitergeben. Im Laden liegen auch Informationen zu diesen Themen und zum Ankauf von Getreidemühlen aus.

Gesundheitsberatung steht im Vordergrund

„Ich möchte die Gesundheitsberatung jetzt mehr in den Vordergrund stellen, um die Aufklärung unter den Kunden zu fördern“, sagt die Biolandwirtin. „Die Lebensmittel sollen frisch auf den Tisch, das ist meine Botschaft. Ich selbst esse jetzt möglichst selbst gebackenes Brot aus frisch gemahlenem Korn.“ Im Zuge ihrer Fortbildung habe sie die alten Rezepte ihrer Mutter wiederentdeckt. „Diese biete ich auch im Hofladen an. Das Geheimnis ist die Herstellung aus Nachtbrotteig“, verrät sie. Trotz der Fülle an Nahrungsmitteln gebe es sehr viele Mangelerkrankungen, weil der Pro-Kopf-Zucker- und Fleischverbrauch in den vergangenen Jahrzehnten enorm angestiegen sei. Der Trend gehe auch im Biobereich zunehmend zu präparierter und konservierter Nahrung, die wegen der Haltbarkeit viele Zusatzstoffe enthielten, bedauert Brunswinkel. „Mein Wunsch ist, dass die Wertschätzung bäuerlicher Produkte steigt“, erklärt sie. „Sie sind es, die unseren Organismus gesund erhalten und zur Genesung beitragen. Wer sich wie ein Bauer vor 100 Jahren ernährt, der macht es richtig.“ Aus diesem Grund fungiert Karin Brunswinkel-Röh auch als Geschäftsführerin des Erzeugerzusammenschlusses für Demeterprodukte.


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