Familie aus Syrien berichtet Thema Flucht beim Quakenbrücker Erzählcafé

Von Alexandra Lüders

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Sarkis Mestrih serviert den Gästen leckeres, von der Mutter gebackenes syrisches Hochzeitsgebäck.Foto: Alexandra LüdersSarkis Mestrih serviert den Gästen leckeres, von der Mutter gebackenes syrisches Hochzeitsgebäck.Foto: Alexandra Lüders

alü Quakenbrück. Ins Erzählcafé des Mehrgenerationenhauses (MGH) hatte die Integrationsbeauftragte der Stadt Quakenbrück, Franziska Pohlers, die syrische Familie Mestrih und interessierte Artländer eingeladen.

Der Austausch erfolgte im Auftrag des Arbeitskreises für das am 4. und 5. Mai geplante Fest der Kulturen auf dem Quakenbrücker Marktplatz. Bis zu diesem Termin werden noch zwei weitere Familien mit Fluchthintergrund im MGH zu Gast sein. Die Veranstaltung war gut besucht, und es entwickelte sich ein zweistündiges reges Gespräch über ein breites Themenspektrum.

Vom Traumland zur Ruinenlandschaft

Die Familie Mestrih zeigte sich gut vorbereitet, da sie die Verständigung in deutscher Sprache perfekt beherrschte und ihre Mitglieder sehr viel über ihre Heimat, die Flucht und die Aufnahme in Deutschland berichten konnten. Idealerweise präsentierten sie Fotos, mit denen sie Aufnahmen ihres Landes vor der Zerstörung und während des Krieges gegenüberstellten. Demnach hat sich Syrien in den vergangenen Jahren von einem touristisch beliebten Traumland in eine Ruinenlandschaft verwandelt.

Seit drei Jahren im Artland zuhause

Wie der Vater Lion Mestrih und seine drei Kinder erzählten, lebt die Familie seit drei Jahren im Artland. Hier ist sie sehr zufrieden, weil die Jugendlichen sich in den Schulen und in Vereinen schnell integriert haben. „Wir sind bis August 2014 in Aleppo (Syrien) geblieben, haben den Krieg erlebt und schon 2011 alles verloren“, berichteten Lions Töchter. „Manchmal durften wir nicht zur Schule, weil es zu gefährlich war. Aber jetzt wollen wir nur nach vorne schauen.“ Auch wenn Deutschland ein fremdes Land sei, „das Leben geht weiter, und wir haben ein Ziel vor Augen“, erklärten die jungen Frauen, die gern ein Studium beginnen würden. „Wir sind Optimisten und denken immer positiv. Wichtig ist, dass wir als Familie zusammenstehen. Daraus schöpfen wir Kraft für den Neuanfang“, zeigte sich Lion Mestrih dankbar über die Aufnahme der Familie im Artland.

80 Prozent der Orte in Syrien zerstört

Er gehe einer guten Arbeit nach, und auch seine Frau habe an Sprachkursen teilgenommen und im Diakonieshop gearbeitet. Als Christen hätten sie besonders unter der Zerstörung von Kreuzen und anderen christlichen Symbolen durch die Rebellen gelitten. In Syrien gehörte Familie Mestrih zu sieben Millionen Christen, die vor dem Krieg friedlich mit Moslems zusammengelebt haben. Wie Mestrih berichtete, hat sich die frühere Einwohnerzahl von 23 Millionen durch den Krieg halbiert, 80 Prozent der Orte wurden zerstört.


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