Elea Technology ist Weltmarktführer Wie eine Quakenbrücker Firma Pommes knuspriger macht

Meine Nachrichten

Um das Thema Samtgemeinde Artland Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das Quakenbrücker Unternehmen Elea sorgt mit dem Verkauf ihrer Anlagen dafür, dass Säfte haltbarer und Pommes knuspriger bleiben. Foto: EleaDas Quakenbrücker Unternehmen Elea sorgt mit dem Verkauf ihrer Anlagen dafür, dass Säfte haltbarer und Pommes knuspriger bleiben. Foto: Elea

Quakenbrück. Das Quakenbrücker Unternehmen Elea sorgt mit dem Verkauf ihrer Anlagen dafür, dass Säfte haltbarer und Pommes knuspriger bleiben. In ihrer Branche ist die Firma sogar Weltmarktführer. Begonnen hat die Erfolgsgeschichte erst vor einigen Jahren.

Dass das Quakenbrücker Unternehmen „Elea Technology“ international ausgerichtet ist, erkennt man an vielen Stellen: Nicht nur der Firmenname verrät es, sondern auch die Homepage, die rein in englischer Sprache gehalten ist. „Wir sind ein weltweit agierendes Unternehmen“, sagt Claudia Siemer, Leiterin der Abteilung für Forschung und Entwicklung. Doch damit nicht genug: Die Quakenbrücker Firma ist nach eigener Auskunft sogar der Weltmarktführer in ihrer Branche. Elea hat sich auf den Vertrieb und den Verkauf von PEF-Anlagen spezialisiert.

Mit Hochspannungsimpulsen behandelt

PEF steht für „Pulsed Electric Fields“ und beschreibt ein Verfahren, das vor allem in der Lebensmittelbranche eingesetzt wird. Produkte wie zum Beispiel Kartoffeln werden dabei mit elektrischen Hochspannungsimpulsen behandelt. Dadurch werden die Poren erweitert und Wasser kann austreten. Kartoffeln – um bei diesem Produkt zu bleiben – sind somit leichter zu verarbeiten und einfacher zu schneiden. Ein weiterer Effekt: PEF sorgt bei Pommes dafür, dass sie knuspriger werden. Bei Säften führt das Verfahren zudem zu einer verbesserten Haltbarmachung sowie dazu, dass nicht so viele Vitamine bei der Produktion verloren gehen.

Diese Technologie sei bereits in den 1960ern bekannt gewesen, sagt Claudia Siemer. Da das Verfahren in der Praxis zunächst nicht so leicht umsetzbar war, spielte es in der Lebensmittelproduktion lange Zeit keine große Rolle – auch in Deutschland. Bis das Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) vor einigen Jahren damit begann, zur PEF-Methode zu forschen. Die Arbeit lohnte sich: 2012 konnte bei einer Firma aus dem Landkreis Cloppenburg die erste entsprechende Anlage installiert werden. „Das war unser Startschuss. Danach ging es rapide bergauf“, sagt Siemer. Im gleichen Jahr wurde dann schließlich die Firma Elea gegründet, die dabei einen Lizenzvertrag zur Produktion und zum Vertrieb von den am DIL entwickelten PEF-Anlagen erhielt.

Rund 100 Anlagen verkauft

In den vergangenen Jahren ist einiges passiert. Gestartet hat das Unternehmen damals noch mit drei Mitarbeitern, mittlerweile zählt es zwölf Beschäftigte. Rund 100 Anlagen weltweit hat „Elea Technology“ seit 2012 verkauft und installiert. Die größten Anlagen können unter anderem 60 Tonnen Kartoffeln oder 6000 Liter Saft pro Stunde verarbeiten. Vor allem die USA und die europäischen Länder sind nach Auskunft Siemers ein großer Markt für das Unternehmen. In Deutschland ist Elea nach wie vor die einzige Firma, die sich auf den Vertrieb von PEF-Anlagen spezialisiert hat, erzählt die Mitarbeiterin weiter.

Auch Süßkartoffelpommes können mit der PEF-Methode knackiger gemacht werden. Foto: Elea

Was sie von anderen Unternehmen in der Branche auf der Welt unterscheide, sei, dass sie durch die Anbindung an das DIL nicht nur im Vertrieb, sondern auch in der Forschung aktiv sei. Dadurch können neue Techniken und Innovationen bei den Anlagen entwickelt werden, sagt Siemer. „Wir sind an nationalen und internationalen Forschungsprojekten beteiligt“, berichtet sie weiter.

Wachstumskurs soll fortgesetzt werden

Von der PEF-Technologie würden letztlich sowohl die Produzenten als auch die Konsumenten profitieren. Bei der Herstellung führe sie zu einem geringeren Energieaufwand und einer leichteren Verarbeitung der Produkte. Die Verbraucher könnten schließlich durch die höhere Qualität der Waren profitieren. Mit dem bisherigen Wachstumskurs ist das Quakenbrücker Unternehmen zwar zufrieden, dieser soll in den kommenden Jahren aber auch fortgesetzt werden. „Unser Ziel ist es, mehr Anlagen zu verkaufen. Wir wollen weiter expandieren“, sagt Siemer. Bisher liegt der Fokus bei Anlagen, die für Kartoffeln und Säfte konzipiert wurden. In Zukunft sollen weitere Anwendungsfelder hinzukommen, kündigt sie an. So könnten die Anlagen bald auch unter anderem bei der Weinherstellung oder der Fleischverarbeitung hilfreich sein.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN