FDP zieht Antrag zurück Nun doch keine Rampe für den Quakenbrücker Marktplatz

Von Christian Geers

Gegenüber der Kreissparkasse sollte ursprünglich eine behindertengerechte Rampe auf den Quakenbrücker Marktplatz führen. Die FDP nahm im Bauausschuss nun Abstand von dieser Forderung. Foto: Christian GeersGegenüber der Kreissparkasse sollte ursprünglich eine behindertengerechte Rampe auf den Quakenbrücker Marktplatz führen. Die FDP nahm im Bauausschuss nun Abstand von dieser Forderung. Foto: Christian Geers

Quakenbrück. Die FDP-Fraktion zog ihren Antrag zum Bau einer rollstuhlgerechten Rampe auf dem Marktplatz zurück. Im Bauausschuss hatte die Verwaltung einen Vorschlag präsentiert, der sich an den örtlichen Möglichkeiten orientierte.

Der Quakenbrücker Marktplatz wird vorerst keine rollstuhlgerechte Rampe erhalten. Zwar hatte die Bauverwaltung einen Vorschlag für einen behindertengerechten und barrierefreien Zugang zwischen Lange Straße und Marktplatz gegenüber der Kreissparkasse entwickelt, doch das Ergebnis überzeugte die Mitglieder des Bauausschusses in ihrer Sitzung am Montagabend nicht.

Höhenunterschied zu überwinden

Klaus Robken, Bauingenieur der Samtgemeinde Artland, hatte sich die Örtlichkeiten angeschaut und auch die Höhenunterschiede zwischen Langer Straße und Marktplatz, die zu überwinden sind. Die Herausforderung: Es sollte eine Rampe gebaut werden, die – um behindertengerecht zu sein – ein maximales Gefälle von sechs Prozent besitzen darf, aber eben nicht zu weit in den Marktplatz hineinragen soll, um dessen Nutzung gerade während des Wochenmarktes nicht einzuschränken. Am Ende präsentierte er einen Entwurf für eine zwei Meter breite Rampe gegenüber der Kreissparkasse, „die allerdings die Situation ausreizt“, so Robken. Die Frage sei jedoch, ob das technisch Machbare auch von denjenigen genutzt werde, für die sie gebaut werde. „Oder ist es nicht bequemer, andere Laufwege zu nutzen?“, fragte er und wies darauf hin, dass der Marktplatz von drei Seiten barrierefrei zu erreichen sei. Je nach Standort seien diese Wege kaum länger als der Gang zur Rampe. Robken zeigte sich optimistisch, dass die im Etat bereitgestellten 20.000 Euro für den Bau ausreichten.

Treppen für Gehbehinderte eine Barriere

Manfred Neebuhr (FDP) begründete noch einmal den Antrag seiner Fraktion für den Bau einer Rampe. Gerade an Wochenmarkttagen seien die Zugänge durch Verkaufswagen und durch parkende Autos versperrt. Die Treppen zum Marktplatz entlang der Langen Straße seien gerade für gehbehinderte Menschen eine Barriere, hatte er den Antrag in der November-Sitzung des städtischen Bauausschusses ausgeführt. Überrascht sei er über den erforderlichen baulichen Aufwand. „Ich hatte gedacht, dass das einfacher geht“, gab er zu. Wenn die Umsetzung aber tatsächlich wenig praktikabel sei, dann ziehe seine Fraktion den Antrag zurück.

Fraktionen lehnen Entwurf ab

„Da ist uns ein Zahn gezogen worden“, kommentierte Paul Gärtner (SPD) den Entwurf der Verwaltung. Dieser zeige deutlich, dass die Rampe „nicht die Lösung ist“. Auch Andreas Henemann (Bündnis 90/Die Grünen) wies auf den Zugang zum Marktplatz hin, der nach Auslaufen der Treppenstufen von drei Seiten barrierefrei möglich sei. Heinrich Bley (CDU) hielt „alles Barrierefreie grundsätzlich für begrüßenswert“. Die Rampe in der vorgestellten Bauweise lehne er aber ab.

So kam es: Manfred Neebuhr zog den Antrag seiner Fraktion zurück. Gleichzeitig ging der Auftrag an die Verwaltung, die Stellplätze der Verkaufswagen so zu optimieren, damit ein Durchgang möglich bleibe.