Feierstunde im Rathaus Quakenbrück vergibt Plaketten für gelungenen Denkmalschutz

Von Christian Geers


Quakenbrück. Seit 1986 hat die Stadt Quakenbrück 36-mal die Denkmalschutzplakette vergeben. Damit zeichnet sie Bauherren aus, die mit der Sanierung eines historischen Gebäudes das Stadtbild erhalten haben. Nun vergab sie die Bronzeplaketten für die Jahre 2017 und 2018.

Für ihre bemerkenswerten Beiträge und baupflegerischen Verdienste zum Erhalt des historischen Stadtbildes sind Dieter Seggelmann und Michael Abeln mit dem Denkmalschutzpreis der Stadt ausgezeichnet worden. Bürgermeister Matthias Brüggemann vergab die Preise am Mittwochabend in einer Feierstunde im Rathaus. Zuletzt war die Plakette für vorbildlichen Denkmalschutz im Jahr 2009 vergeben worden.

Dieter Seggelmann sanierte das Haus St. Antoniort 19

Den Preis für das Jahr 2017 erhält Dieter Seggelmann, der das Fachwerkhaus mit der Nummer 19 in der Straße St. Antoniort mit viel Liebe zum Detail wieder in den historischen Zustand versetzte. Das Haus sei beispielgebend für viele Fachwerkhäuser in Quakenbrück, sagte Elisabeth Sieve von der Denkmalschutzbehörde des Landkreises Osnabrück. Anstelle des sonst typischen Dielentores verfügte es zur Straße hin über eine zweiflügelige Tür und eine symmetrische Fassade, woran der Wandel in der Raumaufteilung abzulesen sei. Dieter Seggelmann habe das in den 1950er-Jahren umgebaute Haus wieder in diesen Zustand versetzt und dafür große Anstrengungen auf sich genommen, berichtete sie. Und: Der Quakenbrücker sei bereits „Wiederholungstäter“, denn bereits 1993 hatte ihn die Stadt mit der Denkmalschutzplakette für die gelungene Sanierung des Hauses Nr. 46 in der Straße St. Antoniort belobigt.

Michael Abeln renovierte das Fachwerkhaus Lange Straße 40

Michael Abeln ist Preisträger des Jahres 2018, er erhält die Auszeichnung für die Wiederherstellung des Fachwerkhauses an der Langen Straße 40, mitten im Stadtzentrum, gegenüber Rathaus und Marktplatz gelegen. Er habe das „verbaute Haus“, das aus dem Jahr 1509 stammt, mit viel Liebe zum Detail hergerichtet, so Sieve. Das Haus sei etwas Besonderes, weil sich auch an ihm viele Bauspuren ablesen ließen und die Entwicklung der Stadt nachvollziehbar sei. 1737 und 1840 sei das Fachwerkhaus erweitert worden.

Einsatz der Bürgerschaft unverzichtbar

Es gebe nur wenige Städte, die sich wie Quakenbrück dem Denkmalschutz verschrieben hätten, sagte Wiebke Dreeßen vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Oldenburg. Wichtig sei das Engagement der Kommune, genauso wichtig aber auch der Einsatz der Bürgerschaft. Sie gratulierte Dieter Seggelmann und Michael Abeln zu ihrer „großartigen Errungenschaft“, und Elisabeth Sieve riet beiden Bauherren, „stolz auf das Geschaffte zu sein und das Feedback zu genießen“.

Brüggemann: Thema heute so aktuell wie damals

Bürgermeister Matthias Brüggemann dankte den Denkmalschutz-Expertinnen für ihre „mutmachenden Worte“. Seit 1986 bemühten sich Rat und Verwaltung, das unverwechselbare Bild der Burgmannstadt zu wahren. Das Ziel des Denkmalschutzpreises, den historischen Stadtgrundriss mit den Straßenzügen und den mehr als 100 Fachwerkhäusern – es sind exakt 130 Gebäude, wie der langjährige Leiter des Stadtmuseums Quakenbrück, Heinrich Böning, anmerkte – zu erhalten, „ist heute so aktuell wie damals“.

Poppe: Ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt

Stadtdirektor Claus Peter Poppe pflichtete ihm bei, die Fachwerkhäuser machten Quakenbrück liebenswert und unverwechselbar. „Sie sind ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt.“ Ihr Erhalt sei aber ohne die vielfältigen Beiträge aus der Bürgerschaft, wie sie Dieter Seggelmann und Michael Abeln gezeigt hätten, nicht möglich.

Auf der Klarinette begleitete Verena Diers die Feierstunde, an der Vertreter der Verwaltung, des Stadtrates und des Heimatvereins Quakenbrück teilnahmen.