Mit viel Witz und Komik Quakenbrücker Frauen feiern sechs Stunden Weiberkarneval

Von Alexandra Lüders

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Quakenbrück. Eigentlich waren beim Karneval der Katholischen Frauengemeinschaft (KFD) in Quakenbrück vom Polizisten über die Queen bis zum Inselprediger alle kleinen und großen Promis vertreten. Doch das allein war nicht der Grund, warum 165 Gäste sich sechs Stunden lang dem närrischen Treiben hingaben.

Mit ihrem Weiberkarneval hat die Katholische Frauengemeinschaft (KFD) in Quakenbrück ihr Publikum begeistert. Ihre Power und Lebenslust verführte sie zum Tanzen, Schunkeln und Singen in fröhlicher Gemeinschaft. Auch das 14 Highlights umfassende Programm erheiterte die Gemüter.

Schützenhalle wird zur Faschingshochburg

Schon im Vorfeld hatten fleißige Hände die Hengelager Schützenhalle in eine Faschingshochburg verwandelt, die alle Akteure und Gäste in fantasievollen Kostümen mit Leben erfüllten. Nach zweijähriger Pause erwartete die Besucher am Weiberkarneval die geballte Frauenpower in Form von mitreißenden Liedern, Sketchen und Büttenreden.

Paula Finke als Urgestein auf der Bühne

KFD-Vorsitzende Birgit Werner präsentierte alle Mitwirkenden auf der Bühne mit dem Lied „Wir feiern Karneval“ und dankte Manuel Kollenberg als auch Reinhard Ostermann für ihre musikalische und technische Unterstützung. Letztere brauchte Urgestein Paula Finke jedoch so gar nicht, denn mit lauter Stimme gab sie ihre gereimten Kalauer in der Bütt zum Besten. Als zerstreuter Professor hatte die 84-jährige die Lacher auf ihrer Seite. So beleuchtete sie ihre Wohnung mit einem Streichholz, verwechselte die Zugspitze mit einer Lokomotive und wäre fast in die Hase gefallen, wenn nicht ein Stoßgebet zum Himmel sie davor bewahrt hätte.

„Eiche-brutal-Einrichtung“ und Telefon mit Wählscheibe

Ebenso kraftvoll wirkten der Kreis (ewig) junger Frauen und die 007-Gruppe in grellem Outfit. Drastisch demonstrierten sie geradezu tabufrei die typischen Wechseljahressymptome, sagten der leidigen Orangenhaut sowie Weinattacken und Hitzewallungen den Kampf an und stellten die wundersame Wirkung des Thermomix in Frage. Ihr komisches Talent und die Schlagfertigkeit von Marion Schone begeisterte in der Solonummer „Telefonieren – früher war alles anders“ die Zuschauer. In biederem Fünfzigerjahre-Look trauerte sie als Frieda vergangenen Zeiten nach, in denen das Telefon im Brokatponcho gut zur „Eiche-brutal-Einrichtung“ gepasst hatte. Richtig schön fand sie auch die alte Wählscheibe und das 20 Meter lange Kabel, mit dem man früher die Wohnung erwandern konnte. Damals hätten die Geräte noch brav im Flur oder im Wohnzimmer gestanden. Zum heutigen „Zartphone“ aber habe ihr Mann eine erotische Beziehung aufgebaut, in der er das Handy statt ihrer im Bett streicheln würde, karikierte Schone treffend die Medienabhängigkeit moderner Menschen.

Abenteuerlicher Ausflug nach Münster

Als Inselprediger Ebbe Ebbersen überzeugte Pastor Ralf Krause ebenso in der Bütt, in der er prominente Politiker rhetorisch und mimisch gekonnt parodierte. Auch Pfarrer Bernhard Lintker, Herbert Macke und Manuel Kollenberg amüsierten in schriller Frauenkleidung mit dem Lied „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“ das Publikum. Petra Frechen schilderte auf Platt den abenteuerlichen Ausflug von Oma und Opa nach Münster, wo der Zimmerservice ihnen einen Einlauf verpasste und beide auf Socken durch die Stadt laufen mussten.


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