Starke Nachfrage Bauland ist im Altkreis Bersenbrück Mangelware

Von Josef Pohl

Baugrundstücke gehen schnell weg: Den symbolischen Spatenstich für das Baugebiet „Fürstenauer Damm“ in Neuenkirchen gab es Ende November 2017, mittlerweile sind nur 14 der 56 Bauplätze noch frei. Foto: Burkhard Dräger/ArchivBaugrundstücke gehen schnell weg: Den symbolischen Spatenstich für das Baugebiet „Fürstenauer Damm“ in Neuenkirchen gab es Ende November 2017, mittlerweile sind nur 14 der 56 Bauplätze noch frei. Foto: Burkhard Dräger/Archiv

Altkreis Bersenbrück. Die anhaltende Niedrigzinsphase ist zwar für Sparer eine Last, bedeutet aber für so manchen Bauinteressierten eine finanzielle Entlastung. Doch so ganz leicht lässt sich der Wunsch von den eigenen vier Wänden nicht immer erfüllen, denn vielerorts mangelt es im Altkreis an Bauplätzen.

Nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Einwohnerzahl übersteigt die Nachfrage nach Bauplätzen und Bestandsimmobilien massiv das regionale Angebot. Mangelware sind besonders städtische Baugebiete. Die politischen und verwaltungstechnischen Entscheidungsprozesse müssen deutlich schneller werden, um den Zuzug von Fach- und Führungskräften in die Region attraktiv zu gestalten“, fasst Bernd Heinemann, Vorstand der Kreissparkasse Bersenbrück, die aktuelle Problemlage zusammen.

Verfahren vor dem OVG

Hintergrund sind hier unter anderem Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg. Angesichts des unsicheren Ausgangs der laufenden Klage und der Tatsache, dass die Stadt Quakenbrück zurzeit kein Bauland anbieten kann, wird die Kommune den Bebauungsplan Hartlage in einer überarbeiteten Fassung, in der die Flächen des ausgewiesenen Überschwemmungsgebietes nicht bebaubar sind, auf den Weg bringen.

Das OVG hat zudem den dritten Abschnitt des Bersenbrücker Neubaugebiets „Woltruper Wiesen“ Neubaugebiets „Woltruper Wiesen“ vorläufig außer Vollzug gesetzt. Wann die Häuslebauer anfangen können zu bauen, ist ungewiss. Das Baugebiet wird umgeplant, ein Teil der Grundstücke kann vielleicht in diesem Jahr bebaut werden. In der Stadt Fürstenau gibt es noch eine Handvoll Baugrundstücke für Interessierte, in den Ortsteilen Hollenstede und Schwagstorf sieht das Angebot da schon etwas besser aus.

Grundstücke schnell vergriffen

In den kleineren Gemeinden, so der Trend, gibt es jedoch durchaus noch Baugrundstücke, wenn auch in einigen zum Teil nur auf Erbpachtbasis. Doch auch dort, wo gerade, wie zum Beispiel in Neuenkirchen, ein Baugebiet erschlossen ist, gilt es den Blick vorauszurichten. So sind in Neuenkirchen von den 56 ausgewiesenen Baugrundstücken im Bereich „Fürstenauer Damm“, wie Bauamtsleiter Reinhold Ricke erklärt, gerade noch einmal 14 nicht vergeben.

Da für ein neues Baugebiet schnell einmal drei Jahre ins Land gehen, heißt es nicht nur in Neuenkirchen, schon wieder die nächsten Planungen fast in der Tasche zu haben. Und wo keine neuen Baugebiete so schnell ausgewiesen werden können, wird dann auch schnell geschaut, inwieweit Baulücken im Ort geschlossen werden können.

Bestandsobjekte beliebt

Angesichts der enormen Kostensteigerungen für Neubauten, nicht zuletzt durch die gestiegenen Baustoffpreise, hat aber auch die Nachfrage im Immobilienbereich in der Region stark angezogen, wie auch Dominik Mersch von der Volksbank Osnabrücker Nordland bestätigt. Manche Objekte seien schon fast wieder weg, bevor das Haus zum Verkauf angeboten werde.