Ziel: Lebendige Ortskerne Ilek-Region stellt neues Projekt in Nortrup vor

Von Heinz Benken

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Nortrup/Altkreis Bersenbrück. „Gemeinsam für lebendige Ortszentren“ treten die Samtgemeinden Artland, Bersenbrück, Fürstenau und Neuenkirchen an. In der Auftaktveranstaltung wurde das Projekt zur Stärkung der Ortskerne in der Ilek-Region Nördliches Osnabrücker Land in Nortrup vorgestellt.

Claus Peter Poppe, Bürgermeister der Samtgemeinde Artland, ermunterte zum gemeinsamen Handeln, um im nördlichen Osnabrücker Land die Zukunft zu gestalten. „Unser aller Einsatz ist gefordert.“ Kommunalpolitiker, Kaufleute, Bürgerinnen und Bürger sollten dabei auch einen Blick über den Tellerrand werfen. Über das Projekt „Gemeinsam für lebendige Ortszentren: Aktivierung lokaler Standortgruppen – Investition in das Zentrum“ informierten danach Maike Schulte vom Ilek-Regionalmanagement, Anja Urbanek vom Planungsbüro SWECO in Bremen und Wolfgang Tullney, der das „Ostercappelner Kaufhaus“ als Musterbeispiel für eine erfolgreiche Ortskernentwicklung vorstellte.

Ziel des Projektes der vier Samtgemeinden ist es, Handel, Dienstleister, Gastgewerbe und Immobilienbesitzer zu ermutigen, für ihre Ortszentren „Standortgruppen“ zu bilden und/oder bereits vorhandene Gruppen zu stärken. Dieses gemeinschaftliche Engagement soll zu Projekten führen, die eine Belebung der Ortszentren bewirken und finanziell von den Samtgemeinden unterstützt werden sollen.

Finanzielle Förderung möglich

Die vier Samtgemeinden stellen als Motivationsschub ein einmaliges Förderbudget in Höhe von 60.000 Euro zur Verfügung. Eine Jury wird in einem Jahr darüber befinden, in welche Projekte dieses Geld fließt. Bis dahin sieht der Zeitrahmen folgendermaßen aus: Nach der Auftaktveranstaltung in Nortrup, in der bereits aus den vier Samtgemeinden erste Ideen an vier Schautafeln gesammelt wurden, sollen weitere Vorschläge mittels einer Onlinebeteiligung der Bürger (www.lebendige-ortszentren.de) diskutiert werden. Im Frühjahr sollen Ideenwerkstätten gebildet werden, deren Ergebnisse bei einem Netzwerktreffen im Herbst vorgestellt werden sollen. Eine Jury, die aus Vertretern der vier Samtgemeinden gebildet wird, wird Anfang 2019 die Projektvorschläge bewerten und das Fördergeld zuteilen.

„Ostercappelner Kaufhaus“ als Musterbeispiel

Über die Geschichte einer erfolgreichen Belebung eines Ortszentrums berichtete Wolfgang Tullney. Der pensionierte Gymnasiallehrer und engagierte Ostercappelner Bürger skizzierte die Maßnahmen der rund 10.000 Einwohner zählenden Gemeinde, knapp 20 Kilometer von Osnabrück entfernt gelegen, gegen die Ortskernverödung. Erste Schritte gelangen im Jahr 2010 durch die Quartiersinitiative Niedersachsen und seit 2012 durch die dreimalige Teilnahme am Zukunftsfonds Ortskernentwicklung des Landkreises Osnabrück. Durch gemeinsames Handeln der Geschäftstreibenden, der Gastronomie und mit vielen Ideen der Einwohner sei investiert worden, konnten Leerstände durch geschäftliche Neuzugänge überwunden und das Ortsbild einladender gestaltet werden. Neue Feste wurden organisiert, Impulse von außen aufgenommen und Fördergelder beantragt. Das entwickelte „Ostercappelner Kaufhaus“ mit seinen 31 Geschäften im Ortskern lade heute zum Shoppen, Schlemmen und Entdecken ein, berichtete Wolfgang Tullney.


Ile, Ilek und Ile-Regionen

„Ile“ steht als Abkürzung für die „Integrierte Ländliche Entwicklung“, ein Instrument des Landes Niedersachsen zur Förderung des ländlichen Raums. Voraussetzung dafür ist ein „Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept“, kurz „Ilek“, in dem Ziele, Perspektiven und Projektideen zusammengefasst sind. Ein solches Konzept bezieht sich stets auf eine bestimmte Region, die wiederum von einem sogenannten Regionalmanager bei der Umsetzung des Konzepts unterstützt wird. Im Landkreis Osnabrück gibt es fünf solcher „Ile-Regionen“: das „Hufeisen“ mit Hasbergen, Hagen, Georgsmarienhütte, Bissendorf, Belm und Wallenhorst (Regionalmanagerin: Cornelia Holthaus), das Südliche Osnabrücker Land („SOL“) mit Bad Iburg, Bad Laer, Bad Rothenfelde, Dissen, Glandorf und Hilter (Hendrik Kettler), das Wittlager Land mit Bad Essen, Bohmte und Ostercappeln (Anna Becker), die Stadt Melle als „Fabelhafter Grönegau“ (Katrin Harting) sowie die vier Samtgemeinden Artland, Bersenbrück, Fürstenau und Neuenkirchen im Nördlichen Osnabrücker Land („NOL“). Die Regionalmanager beraten kostenlos Vereine, Institutionen, gemeinnützige und private Initiativen, Kommunen, Politik, Wirtschaft und Privatpersonen.

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