Familien-Integrationsprojekt Projekt „Join!“ bringt in Quakenbrück Menschen zusammen

Von Bernard Middendorf

Neue Kontakte knüpfen und sich kennenlernen – das ist das Ziel des Projekts „Join!“ in Quakenbrück. Foto: Bernard MiddendorfNeue Kontakte knüpfen und sich kennenlernen – das ist das Ziel des Projekts „Join!“ in Quakenbrück. Foto: Bernard Middendorf

midd/cg Quakenbrück. Berührungsängste kennen sie nicht, die syrischen Kinder, die mit Gleichaltrigen in den Familienzentren St. Marien und Bethanien herumtollen. Regelmäßig treffen sich Stadtteilfamilien mit Flüchtlingen – zum Kochen, Backen, Spielen oder einfach zum Gespräch.

Kontakte zu knüpfen sei nicht einfach für Flüchtlinge, sagt Organisatorin Ingrid Bringmann-König, die sich mit Waltraud Banko, Leiterin der Kindertagesstätte St. Marien, für die Unterstützung durch die Stadtstiftung Quakenbrück bedankt. Drei Kursblöcke – im Frühjahr und Winter 2017 sowie im Herbst 2018 – mit jeweils fünf Treffen im 14-täglichen Abstand sind geplant. Der Ablauf jedes der mehrstündigen Treffen folgt einem festen Schema: vom Begrüßungsspiel über verschiedene Spiel- und Gesprächsrunden bis hin zum gemeinsamen Essen.

Regelmäßige Treffen

Das Projekt „Join!“ rief der Aachener Diplompädagoge Bernd Brixius ins Leben. Sprachkenntnisse vermitteln, die Scheu nehmen: Das sind Ziele, die bei Kindern am ehesten gelingen. Tia, gerade erst ein Jahr alt, reißt sich an diesem Nachmittag im Franziskushaus von der Mutter los und läuft Hans, Rentner und ehrenamtlicher Betreuer, in die Arme. Zwei andere Mädchen aus zwei Ländern teilen sich eine Stuhlfläche – freiwillig – und legen Buchstabenkarten aus. „Die haben sich angefreundet und lernen schnell“, sagt Bringmann-König.

Stadtstiftung Quakenbrück unterstützt das Projekt

Hans-Wilhelm Welker vom Kuratorium Stadtstiftung ergänzt: „Wichtig war uns, dass es durch das Projekt ‚Familie und Nachbarschaft‘ schon eine Basis gab, damit sich solche Fortschritte ausbreiten.“ Wie Stiftungsvorstand August Averbeck hat er schon früher in den Familienzentren vorbeigeschaut.

Dann wird gemeinsam gegessen – nicht ohne gereimte Ansage: „Der Bauch ist so leer und brummt wie ein Bär...“ Auch Hunger kann völkerverbindend sein.


Das Integrationsprojekt

„Join“ heißt übersetzt „sich zusammentun, mitmachen“ und hat das Ziel, durch persönliche Kontakte Voraussetzungen für die Integration Zuflucht suchender Menschen zu schaffen. Die Katholische Familienbildungsstätte Osnabrück und der Verein Praepaed setzen das auch von der „Aktion Mensch“ geförderte Projekt gemeinsam um. Koordinatorin für die Standorte Georgsmarienhütte und Quakenbrück ist Sabine Schmidt.