Aktiv gegen Schulverweigerung Zertifikat „Schule auf Kurs“ für Hasetalschule in Quakenbrück

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Halten schulmüde Jugendliche auf Kurs: Alexandra Meyer-Castagnaro (von links), Marion Pohlmann, Bertram Düser, Tanja Grahn (Hasetalschule), Volker Trunt (Landkreis Osnabrück), Ute Mährlein, Sylvia Blaschczok und Sabine Ostendorf bei der Übergabe des Zertifikats „Schule auf Kurs“. Foto: Mirko NordmannHalten schulmüde Jugendliche auf Kurs: Alexandra Meyer-Castagnaro (von links), Marion Pohlmann, Bertram Düser, Tanja Grahn (Hasetalschule), Volker Trunt (Landkreis Osnabrück), Ute Mährlein, Sylvia Blaschczok und Sabine Ostendorf bei der Übergabe des Zertifikats „Schule auf Kurs“. Foto: Mirko Nordmann

Quakenbrück. Die Hasetalschule in Quakenbrück hat das Zertifikat „Schule auf Kurs – Aktiv gegen Schulverweigerung“ bekommen. Die Maßarbeit des Landkreises Osnabrück würdigt damit das besondere Engagement der Förderschule gegen Schulmüdigkeit und -verweigerung.

Probleme im Elternhaus, schlechte Erfahrungen im Unterricht, keine Perspektive – das sind nur drei von vielen Gründen, warum Kinder und Jugendliche die Schule schwänzen. Nicht nur ein, zwei Tage im Monat, in schlimmen Fällen häufen die Schüler im Jahr bis zu 100 Fehltage an. Eine gehörige Summe, wenn man bedenkt, dass ein Schuljahr etwa 200 Schultage hat und dass Schulpflichtverletzungen mit einem Bußgeld von gut zehn Euro pro Fehltag bestraft werden können. Wird nicht bezahlt, sind Sozialstunden fällig.

Damit es nicht so weit kommt, hat die Hasetalschule einen konkreten Maßnahmenplan entwickelt, der schon ab dem ersten Fehltag konsequent umgesetzt wird – angefangen bei der Verpflichtung, schon am ersten Fehltag die Schule zu informieren und anschließend eine schriftliche Entschuldigung der Eltern vorzulegen. Ab dem dritten Tag ist ein Attest vom Arzt fällig.

Wenn ein Schüler unentschuldigt fehlt, sucht die Schule direkt den Kontakt zu den Eltern, zunächst telefonisch oder schriftlich, später in einem persönlichen Gespräch. „Elternarbeit ist das Wichtigste“, weiß Schulleiterin Ute Mährlein. Und Maßarbeit-Vorstand Sabine Ostendorf bekräftigt: „Wenn die Eltern kein Interesse haben, dass es mit der Schule funktioniert, wird es schwierig. Schulverweigerung ist kein Schulthema, sondern oft ein Familienthema.“

Die Koordinierungsstelle Schulverweigerung der Maßarbeit unterstützt die Schulen dabei, schulmüde Jugendliche wieder einzugliedern und zu einem Schulabschluss zu verhelfen. Die Fachberatungsstelle der Maßarbeit bietet zum Beispiel Beratung für Eltern und hilft beim Aufbau von Kooperationen mit außerschulischen Partnern. Denn Jugendliche ab 14 Jahren können mit Betriebspraktika ihre Schulpflicht auch außerhalb der Schule erfüllen. „Alle Schüler der Hasetalschüler haben eine Chance auf einen Ausbildungsplatz“, stellt Schulsozialarbeiterin Sylvia Blaschczok klar, „unsere Schüler werden gerne genommen, weil sie zuverlässig sind. Wir haben hier wertvolle Charaktere.“

Allerdings haben einige Jugendliche aufgrund schwieriger familiärer Verhältnisse „häufig ein Päckchen zu tragen“, wissen Marion Pohlmann und Alexandra Meyer-Castagnaro von der Koordinationsstelle Schulverweigerung. Kinder von suchtkranken oder psychisch kranken Eltern fühlen sich oft verantwortlich, den Haushalt zu führen und sich um die Eltern zu kümmern. Da bleibt keine Zeit, in die Schule zu gehen.

Oft ist es für die Lehrer schwer herauszubekommen, was bei den Schülern zu Hause schiefläuft. Doch kein Schüler wird von den Lehrkräften abgeschrieben. „Die Schüler nehmen die angebotene Hilfe tatsächlich in Anspruch“, berichtet Lehrer Bertram Düser, „manchmal sind wir näher dran an den Kindern als ihre Eltern.“

Wie Sabine Ostendorf erklärt, habe die Hasetalschule schon immer Pionierarbeit beim Thema Schulverweigerung geleistet. „Die Schule weiß, was zu tun ist, wenn jemand fehlt“, lobt Ostendorf das gemeinsame Engagement von Schulleitung, Schulsozialarbeit und dem Kollegium, aber auch die konsequente Zusammenarbeit mit der Meldestelle.

An der erfolgreichen Arbeit hätte aber auch das Team von der Koordinierungsstelle Schulverweigerung seinen Anteil, betonen Ute Mährlein und Sylvia Blaschczok. Dies gelte auch besonders für Ingeborg Scheier, Jugendsozialarbeiterin des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes (EJF) in Quakenbrück, die bei der Vermittlung von außerschulischen Angeboten und einem sinnvollen Einsatzort für die Ableistung von Sozialstunden wertvolle Hilfe leistet.


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