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Zu Gast beim Abendstern Stegemann beeindruckt von Salzbergener Hospiz-Team

Von Anne Bremenkamp | 22.01.2015, 13:21 Uhr

Ihre Haltung gegen aktive Sterbehilfe und für ein Sterben in Würde haben Vorstand und Aktive des Hospiz-Teams Abendstern Salzbergen in einem Gespräch mit CDU-Bundestagsmitglied Albert Stegemann bekräftigt.

Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Debatte um Sterbehilfe war Stegemann gemeinsam mit dem CDU-Kreisvorsitzenden Markus Silies in die Salzbergener Arche gekommen, um sich über die vielfältige Arbeit des rührigen Vereins zu informieren.

„Menschen sollten an der Hand und nicht durch die Hand eines anderen sterben“, unterstrich das Hospiz-Team unisono und sprach sich dafür aus, die Hospiz- und Palliativversorgung als leidmildernde Betreuung weiter zu verbessern. Die „Spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ (SAPV) im Emsland sei schon jetzt eng vernetzt, sollte aber noch mehr Patienten offen stehen. Die SAPV dient dem Ziel, die Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen zu erhalten und ihnen ein menschenwürdiges Leben in vertrauter Umgebung bis zum Tod zu ermöglichen.

Das Hospiz-Team Abendstern wurde 2003 mit viel Pioniergeist ins Leben gerufen, arbeitet mit umliegenden Hospizvereinen und dem Palliativstützpunkt in Thuine zusammen und finanziert sich weitgehend über Spenden. Längst wird das Angebot der qualifizierten ehrenamtlichen Sterbe- und Trauerbegleitung in der Gemeinde Salzbergen und darüber hinaus geschätzt, denn das Hospiz-Team setzt sich nachhaltig für eine neue Kultur des Miteinanders angesichts der Endlichkeit des Lebens ein.

Dank konsequenter und fachlich kompetenter Schulungen, Fort- und Weiterbildungen verfügt der Verein aktuell über 21 ehrenamtlich in der Sterbe- und Trauerbegleitung aktive Hospizmitarbeiterinnen. Im vergangenen Jahr haben sie 18 Menschen auf ihrem letzten Weg zu Hause und in Pflegeeinrichtungen bis zum Ende begleitet. Seit 2010 kooperiert das Hospiz-Team mit dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke. Speziell geschulte Ehrenamtliche bieten Familien von schwerstkranken Kindern ambulante Kinderhospizarbeit vor Ort in einer Zeit, in der Angst und Überlastung den Alltag bestimmen.

2009 hat das Hospiz-Team ein Trauercafé als Ort der Begegnung etabliert. Das Angebot ist vertraulich, überkonfessionell und offen, es bedarf keiner Anmeldung. Auch verschiedenste Informationsabende des Hospiz-Teams stoßen regelmäßig auf großes Interesse. Vormerken sollte man sich den 23. März, denn dann werden ab 19.30 Uhr im Kulturkeller Salzbergen Antworten auf die Frage gesucht: „Wie stelle ich mir mein Sterben vor?“

Nach rund zweistündigem lebhaften Dialog äußerte Stegemann seinen tiefsten Respekt vor der Hospizarbeit, in der sich „Helden des Alltags“ starkmachen für ihre Mitmenschen. Er sicherte zu, sich „auf Bundesebene für die Anliegen des Hospiz-Teams einzusetzen“. Das Team würde sich wünschen, dass die kostenintensive Ausbildung zur Trauerbegleitung von den Krankenkassen bezuschusst würde.

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