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Thema Infrastruktur Gemeinde Salzbergen hofft auf Hilfe der EU

Von Ludger Jungeblut | 19.09.2016, 17:46 Uhr

Die Gemeinde Salzbergen erhofft sich Hilfe von der EU, wenn es darum geht, die Infrastruktur zu stärken, aber auch, um die damit einhergehenden Probleme zu entschärfen.

Das hat Bürgermeister Andreas Kaiser am Montag bei einem Treffen mit rund 30 Gesprächspartnern im Trainingscenter von GE Wind Energy im Industriegebiet Holsterfeld in Salzbergen deutlich gemacht. Thema war die Frage, inwieweit die Region vom Transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-T) profitieren kann. Mit großem Interesse hörten die Gäste - darunter waren auch einige Niederländer - die auf englisch gehaltenen Ausführungen von Catherine Trautmann. Die frühere Bürgermeisterin von Straßburg ist jetzt Koordinatorin für den Nord-Ostsee-Korridor des TEN-T.

Auf die Region aufmerksam gemacht

Der CDU-Europaabgeordnete Jens Gieseke aus Sögel hatte die Expertin vor einigen Monaten auf die Region aufmerksam gemacht. Gerne nahm sie daraufhin die Einladung der Gemeinde Salzbergen an, sich die Probleme vor Ort anzuhören.

Lärmbelästigung durch die Bahn

Kaiser, Gieseke und Landrat Reinhard Winter verwiesen darauf, dass die dank kommunalen Engagements vorzeitig fertig gestellte A 31 eine enorme wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung bewirkt habe. Winter lenkte den Blick zudem auf den geplanten vierstreifigen Ausbau der E 233 als wichtige Ost-West-Verbindung. Kaiser lobte die Vorzüge einer guten Infrastruktur, verschwieg aber auch nicht die Probleme. So stelle der zunehmende Güterverkehr der mitten durch Salzbergen führenden Eisenbahn eine erhebliche Belastung der Anlieger dar.

„Ländliche Regionen müssen gute Infrastruktur haben“

Trautmann bezeichnete es als sehr interessant, dass ein so großes Weltunternehmen wie GE Wind Energy in einer kleineren Gemeinde wie Salzbergen seinen Sitz habe. „Daran sieht man, dass man nicht zwingend große Städte und Zentren benötigt, um Weltunternehmen aufzubauen. Für so große Unternehmen sind Transport und gute Logistik geschäftsentscheidend. Gerade ländliche Regionen müssen infrastrukturell gut ausgebaut sein, damit ein Unternehmen auch wachsen kann.“

„Nord-Ostsee-Korridor intelligent ausbauen“

Die Expertin setzte sich für einen intelligenten Ausbau des Nord-Ostsee-Korridors unter Einbeziehung von Innovationen ein. Dabei müsse das tägliche Leben bedacht werden. „Wir planen für ein besseres Leben der Bevölkerung“, betonte Catherine Trautmann.

GE Wind Energy produziert jährlich 500 Windkraftanlagen

Zu Beginn der Zusammenkunft stellte Geschäftsführer Andreas von Bobart kurz das Unternehmen GE Wind Energy vor. Jedes Jahr werden am Standort Salzbergen mit rund 1000 Beschäftigten rund 2000 genehmigungspflichtige Transporte in das Werk und die gleiche Anzahl genehmigungspflichtiger Transporte aus dem Werk verzeichnet. Nach seinen Angaben werden im Werk in Salzbergen jährlich 500 Windkraftanlagen produziert.

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