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Ausgelassene Prunksitzung des KKC „Salzbergen first!“ – Emsbüren soll die Mauer zahlen

Von Anne Bremenkamp | 07.02.2017, 13:04 Uhr

„We make Salzbergen great again, Salzbergen first!“ US-Präsident Donald Trump war umjubelter Stargast auf der 37. Prunksitzung des vor 40 Jahren gegründeten Kolping-Karneval-Clubs Salzbergen (KKC) im bunt geschmückten und restlos ausverkauften Saal Schütte. Sein Versprechen, eine Mauer zu bauen, die Emsbüren bezahlen muss, riss die begeisterte Narrenschar gar zu Standing Ovations hin.

Mit dem mit Spannung erwarteten Einzug des neuen Prinzenpaares, Manfred I. der flotte Feger vom Wieschebrink aus Neumehringen und Vater von Drillingen sowie seiner Lieblichkeit Klaudia I. aus dem Hause derer zu Veismann regierte über rund viereinhalb Stunden der närrische Spaß. Durch die Karnevalssause made in Salzbergen mit eindrucksvollem Bühnenspektakel führte schwungvoll Sitzungspräsident Udo Poggemann, musikalisch begleitet von Alleinunterhalter Bernd Beltle. Auch Abordnungen des ECC Emsbüren und des KKV Schüttorf zollten ihren Respekt vor einem tollen Abend voller humoristischer Höhenflüge.

Tanzgarden machten Tempo

Ordentlich Tempo machten dabei die Tanzgarden des KKC: Die Juniorengarde versprühte als Rockabillys die Lebensfreude der Fiffties mit Petticoats und Power, gruselig inszeniertes Gänsehautfeeling verbreitete die Jugendgarde und die Prinzengarde imponierte nicht nur mit ihrem Gardetanz, sondern entführte mit ihrem Showtanz direkt in das glamouröse Spielerparadies Las Vegas. Angesichts einer überragenden Leistung zu Recht stolz zeigten sich die Kolpinger, mit Lea Theissing nach über 20 Jahren wieder eine Solotänzerin präsentieren zu können.

Trump und seine First Lady

In schwarz-rot-goldene Farben getaucht war der Saal, als der WM-Club und Musiker Ludynia dem scheidenden Prinzenpaar Reinhold I. und Monika IV. zu Ehren ganz überraschend wünschten: „Ein Hoch auf den Moment, der immer bleibt.“  Und dass sie wirklich jeden Moment ihrer Amtszeit genossen haben, das betonte das alte Prinzenpaar, das zunächst einen Seitenhieb auf die Nachbargemeinde verteilte: „Karneval in Emsbüren ist wie vegetarisches Grillen. Es existiert, macht aber keinen Spaß!“ Mit der überzeugenden Verwandlung in den wortgewaltigen Trump und seine charmante First Lady setzten die Ex-Majestäten zum Abschluss ein glorioses Highlight für den „einzigen Ort, der noch einen Kaiser hat“.

Queen auf Deutschlandtour

Der gleichnamige Bürgermeister war zwar nicht zugegen, dafür aber hatte die Queen gemeinsam mit Prinz Charles den Ärmelkanal überquert. „Our german is under all pig“, ließen die Royals alias Stefan Thiel und Maria Harmann wissen und ihren Worten prompt Taten folgen. Aber so weit entfernt ist important von impotent ja schließlich auch nicht. Als Meister des Synchronschwimmens erwiesen sich hingegen die Akteure des Jungkolping mit gewagten Sprüngen ins kühle Nass. Im Gegensatz zu den Schwimmern blieb im Publikum vor lauter Spaß kein Auge trocken.

Ortskernsanierung als unbekanntes Maßnahmenpaket

Einen Zugaberekord verzeichneten die Bänkelsänger Josef Brinkel und Franz Reckers, die in bewährter Manier zwar nichts etwas anging, die aber zu allem ein Lied davon zu singen hatten. Das Auditorium spitzte gebannt die Ohren. Scharfzüngig nahmen die Bänkelsänger lokale Originale und die örtliche Politik auf den Spieß, genial umgesetzt ihre meisterhafte Vertonung zur Ortskernsanierung als unbekanntes Maßnahmenpaket in des Kaisers Federführung: „Ich saniere im Dauerschritt und nehm‘ den Fortschritt mit und mach das Dorf hier fit!“  

„Lust auf lustig“

Auch in der Bütt wurde prächtig glossiert: Mit Petra Duitz, Jutta Stein und Anita Hemmelder betraten drei besonders attraktive Damen die Bühne. Nicht mehr ganz frisch, aber dafür umso giftiger begeisterten die selbsternannten Klageweiber und Trauerschnallen mit Geschichten aus der Heimat. Einzige Auswärtsgäste in der Bütt waren Maike und Leona aus Emsdetten, die mit ihren kuriosen Alltagsbeobachtungen und insbesondere Seitenhieben auf das Beamtenphlegma „Lust auf lustig“ machten.