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Kunststoff in Flammen Millionenschaden bei Großbrand in Salzbergen

Von Sven Lampe


Salzbergen. In Salzbergen ist am Dienstag eine von mehreren Hallen eines kunststoffverarbeitenden Betriebes komplett niedergebrannt. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden dürfte zwischen acht und zehn Millionen Euro liegen.

Eine weithin sichtbare dunkle Qualmwolke ließ schon aus der Ferne das Ausmaß des Brandes in der Kruppstraße erahnen. Gegen 10.30 Uhr hatten Mitarbeiter der Firma Vacuform den Brand bemerkt und Alarm geschlagen. Beobachtern zufolge lagerten in der Produktionshalle unter anderem mehrere Meter hohe Stapel aus Kunststoffplatten. Vacuform stellt seit 1975 Kunststoffteile für die Industrie auch in der Region , Gartenbau und landwirtschaftliche Zwecke her. Rund 175 Einsatzkräfte versuchten über mehrere Stunden, die Flammen einzudämmen. Die Hitze war so groß, dass der Lack an mehreren Feuerwehrfahrzeugen zu schmelzen drohte. Um Schäden, die über abplatzenden Lack hinausgehen, zu vermeiden, wurden die Fahrzeuge eigens mit Wasser gekühlt.

„Halle war nicht mehr zu retten“

In den Mittagsstunden hatte die Feuerwehr den Brand der rund 800 Quadratmeter großen Halle, in der drei Produktionsmaschinen standen, weitgehend unter Kontrolle, im Laufe des Nachmittags galt der Brand als gelöscht. Mithilfe von drei Hubbühnen hatten die Wehren die Flammen von oben bekämpft. Ein Angriff auf die Flammen von innerhalb des Gebäudes sei aufgrund der Hitze von vornherein ausgeschlossen gewesen, sagte Salzbergens Feuerwehrsprecher Robin Casper: „Die Halle war nicht mehr zu retten.“ Ziel der Wehren war es daher, ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäudeteile zu verhindern. Vor Ort im Einsatz waren die kompletten Feuerwehren aus Salzbergen und Emsbüren, außerdem einzelne Fahrzeuge aus Spelle und Schüttorf. Die Werksfeuerwehr der nahen Raffinerie verlegte von dort aus einen Großschlauch, um Wasserversorgung an der Brandstelle sicherzustellen. Ein Messtrupp der Feuerwehr Rheine hatte wohl auch aus Eigeninteresse angeboten, den Rauch auf Schadstoffe zu vermessen — schließlich zog die gewaltige Qualmwolke wie ein nahendes Gewitter in Richtung Rheine. Unterstützung leisteten auch diverse Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes.

„Keine Gefahr für Bevölkerung“

Die Gemeinde Salzbergen hatte die Anwohner rings um den Unglücksort aufgefordert, aus Sicherheitsgründen Fenster und Türen geschlossen zu halten. Das galt nach Aussage von Bürgermeister Andreas Kaiser, der vor Ort gemeinsam mit Referatsleiter Hubert Rausing die Maßnahmen der Gemeinde Salzbergen koordinierte, auch für die Schüler und Lehrer der Grundschule Holsten-Bexten. „Wir haben da gerade angerufen, damit die Kinder erstmal in den geschlossenen Räumen bleiben“, sagte Kaiser. Laut Polizei hat für die Bevölkerung zu keiner Zeit Gefahr bestanden. Entgegen ersten Befürchtungen gilt das spezielle Material als ungiftig. Die Ermittler schätzen den Sachschaden auf rund acht bis zehn Millionen Euro. Die Brandursache ist noch ungeklärt. Ein leitender Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens wollte sich am Dienstag nicht äußern.