Landtagswahl 2017 SPD-Kandidat Christian Otten aus Salzbergen setzt auf Ehrlichkeit

Christian Otten aus Salzbergen kandidiert für die SPD im Wahlkreis 80 bei der Landtagswahl 2017. Foto: Sven LampeChristian Otten aus Salzbergen kandidiert für die SPD im Wahlkreis 80 bei der Landtagswahl 2017. Foto: Sven Lampe

Salzbergen. Wenn am 15. Oktober um 18 Uhr die Wahllokale schließen, wird auch bei Christian Otten der Puls ansteigen. Als einer von sechs Kandidaten kämpft der Sozialdemokrat um Wählerstimmen für ein Direktmandat im niedersächsischen Landtag.

Dass die Chancen auf ein Abgeordnetenmandat in Hannover nicht eben riesengroß sind, ist Otten klar. „Ich bin mir der Schwierigkeit bewusst“, machte der 43-jährige Salzbergener schon bei der Ankündigung seiner Kandidatur zu Beginn dieses Jahres keinen Hehl aus der Größe der Aufgabe. Doch er zeigte sich kampfeslustig: „Die Karten werden neu gemischt“, sagte Otten seinerzeit angesichts des Endes der Amtszeit des bisherigen Vertreters der Region.er Wahlkreis 80 umfasst neben Lingen auch die Samtgemeinden Spelle und Freren, die Gemeinden Salzbergen und Emsbüren sowie Schüttorf in der Grafschaft Bentheim. Die Samtgemeinde Lengerich gehört zum Wahlkreis 81. Das Direktmandat dürfte für den überzeugten Gewerkschafter die einzige Möglichkeit auf einen Platz im Landtag sein. „Platz 68 oder 69“, so ganz weiß er es auch nicht, könnte wohl nur im Falle eines erdrutschartigen Wahlsiegs der Sozialdemokraten reichen.

Gewerkschafter

Danach gefragt, was ihn für das angestrebte politische Mandat qualifiziere, antwortet er, dass er sehr engagiert und gerne für die Menschen da sei — und schiebt hinterher: „Das mag jetzt wie eine Floskel klingen, ich meine es aber ehrlich.“ Als Gewerkschafter sei er stets Ansprechpartner gewesen, so Otten weiter: „Das möchte ich nun auch politisch machen.“ Im Vordergrund seiner politischen Arbeit stehe der Schutz der Arbeitnehmer, betont der Salzbergener. Außerdem wolle er sich auf Landesebene für die Interessen von Kindertagesstätten, Schulen und Vereinen einsetzen. Die finanzielle Entlastung der Familien, die Abschaffung der Kita-Gebühren und des Schulgeldes beispielsweise für die Ausbildung in der Pflege nennt er als Stichworte.

„Man kennt und hilft sich“

Die Antwort auf die Frage, was den Emsländer auszeichnet, kommt wie aus der Pistole geschossen: „Man kennt und hilft sich und weiß, wie der andere ist“. Außerdem spiele das ehrenamtliche Engagement beispielsweise bei der Feuerwehr, den Hilfsorganisationen und den Vereinen eine große Rolle. Nicht zu vergessen sei die Wirtschaftskraft der vielen kleinen und mittleren Unternehmen der Region.

„Fachkräfte besser bezahlen“

Etwas zögerlicher kommt die Antwort auf die Frage, wobei der Emsländer wohl noch ein bisschen an sich arbeiten müsse: Um dann wieder bei der Wirtschaft zu landen: „Wenn die Unternehmen schon Fachkräfte holen, müssen sie sie besser bezahlen“, appelliert Otten an die Chefs der Region, sich für gute Löhne für Fachkräfte einzusetzen.

Integration

Überhaupt, Fachkräfte: In diesem Bereich sieht Otten gute Ansätze für die Integration von Flüchtlingen: Wenn diese sich in Mangelberufen wie beispielsweise Bäcker oder Maler ausbilden ließen, könnte dies ein Bleiberecht begründen.

Kompromisse machen

Ob das Ergebnis der Bundestagswahl Auswirkungen auf die Landtagswahl habe werde? „Ein klares Jein!, so Otten: Das Ende der Großen Koalition auf Bundesebene eröffne jetzt die Chance, den Menschen zu erklären, wie Entscheidungen fallen. „Das meiste sind Kompromisse. Und die sind meist die beste Lösung.“


Der 43-jährige Salzbergener Christian Otten ist gelernter Chemikant. Nach einer Weiterbildung zum Industriemeister Chemie arbeitet er als Schichtführer bei der Raffinerie in seiner Heimatgemeinde. Gewerkschaftliche Lorbeeren erhielt Otten als stellvertretender Betriebsratsvorsitzender der Raffinerie und als Vorsitzender des Ortsvereins Salzbergen-Ochtrup der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) mit rund 800 Mitgliedern. Ehrenamtlich engagiert sich seit 27 Jahren für das Deutsche Rote Kreuz, für das er unter anderem als ausgebildeter Rettungssanitäter tätig war. Nach dem Eintritt in die SPD 2006 zog er 2011 als Nachrücker in den Gemeinderat Salzbergen ein, in den er 2016 erneut gewählt wurde. Der Vorsitzende des Salzbergener SPD-Ortsvereins ist seit 2013 auch Beisitzer im Kreisvorstand seiner Partei.

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