Der Spargel mag es lieber warm Folie sorgt in Salzbergen für gute Spargelernte trotz Kälte

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Dank wärmender Folientunnel konnten sich „Gut Holsterfeld“-Juniorchef Silvan Schulze-Weddige und alle Liebhaber des Königsgemüses auch im viel zu kalten April über eine reiche Spargelernte freuen. Foto: Anne BremenkampDank wärmender Folientunnel konnten sich „Gut Holsterfeld“-Juniorchef Silvan Schulze-Weddige und alle Liebhaber des Königsgemüses auch im viel zu kalten April über eine reiche Spargelernte freuen. Foto: Anne Bremenkamp

Salzbergen. Kühle Temperaturen und Nachtfröste im April 2017 haben den Spargelbauern in der Region zu schaffen gemacht. Dank Tunnelfolien auf den Flächen des „Gut Holsterfeld“ in Salzbergen konnte das weiße Gold in zertifizierter Bioqualität dort trotz Eiseskälte gut gedeihen.

„Hier packt der Junior-Chef noch selbst mit an“, sagt Silvan Schulze-Weddige und lacht, während er mit geübter Hand die sandige Erde beiseite streicht, eine Spargelstange umfasst und sie mit dem Spargelstecher aus ihrem warmen Bett hebt. Knapp 15 Grad Bodentemperatur hat der 24-Jährige zuvor an der Wurzel gemessen und das auch nur deshalb, weil über der klassischen Schwarz-Weiß-Folie ein durchsichtiger Folientunnel einen Treibhauseffekt bewirkt. Der Boden kann sich schneller erwärmen, kühlt in der Nacht nicht so stark aus und lässt die Spargelstangen auch bei Kälte sprießen. Ab einer Bodentemperatur von 14 Grad bekommt der Spargel den Impuls, zu wachsen. Ideal für das Spargelwachstum sind 18 Grad.

Früher Saisonstart im warmen März

„Die Saison hat in diesem Jahr außergewöhnlich warm begonnen, den ersten Spargel haben wir bereits am 25. März gestochen, so früh wie noch nie“, erzählt Silvan Schulze-Weddige, dass zum Saisonstart die weiße Seite der Folie das wärmende Sonnenlicht reflektierte. Im kalten April lag hingegen die schwarze Seite oben, denn diese heizt sich schneller auf.

Spargelernte ist ein Knochenjob

Dass der Spargel, auch „Frühlingsluft in Stangen“ oder „essbares Elfenbein“ genannt, ein ganz besonderes Gemüse ist, liegt nicht zuletzt an der mühevollen Handarbeit, die in jeder einzelnen Stange steckt. „Trotz maschineller Unterstützung ist Spargelernte noch immer ein echter Knochenjob“, erklärt Silvan Schulze-Weddige, dessen Urgroßvater bereits vor über 60 Jahren Spargel anbaute – auf bescheidenen 0,2 Hektar. Heute wächst Holsterfelder Spargel, zwei Bleichspargelsorten und ein Grünspargel, auf 23 Hektar voller Ertragsanlage, dazu kommen zehn weitere Hektar Junganlage.

Spargel ist eine Dauerkultur

„Spargel ist eine Dauerkultur, eine Anlage wird über zehn Jahre genutzt. Im ersten Jahr wächst der Spargel direkt ins Kraut, nach zwei weiteren Jahren Ertragsbildung werden im biologischen Anbau über sieben Jahre Vollerträge von sieben bis acht Tonnen Spargel pro Hektar erzielt“, weiß der Agrarwissenschaftsstudent. Schon als kleiner Knirps hat er seinen ersten eigenen Spargel gestochen und weiß genau, worauf es ankommt, damit die Stangen möglichst gerade und mit weißem Kopf im gutseigenen Hofladen landen. 14 verschiedene Sortierungen frisch vom Feld sind dort im Sortiment, ganz nach Geschmack und Geldbeutel – einen Blick in die Verarbeitung vor Ort gibt es inklusive.

Saisonende am Johannistag

Wie wohl alle Spargelbauern in der Region hofft auch Silvan Schulze-Weddige, dass der Wonnemonat Mai jetzt seinem Namen alle Ehre macht und nicht nur die Menschen, sondern auch den Spargel bis zum traditionellen Saisonende am 24. Juni, dem Johannistag, mit viel Wärme verwöhnt. Denn schließlich empfiehlt der Volksmund: „Bis Johanni nicht vergessen, sieben Wochen Spargel essen.“

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