150 Jahre im Glasgeschäft Firma Flintermann in Salzbergen feiert Jubiläum

Die Führungscrew: v.l. Junior-Chef Philipp Lammering, die Betriebsleiter Wilfried Schreyer und Reinhard Gruber sowie Senior-Chef Diedrich Lammering. Foto: Sven LampeDie Führungscrew: v.l. Junior-Chef Philipp Lammering, die Betriebsleiter Wilfried Schreyer und Reinhard Gruber sowie Senior-Chef Diedrich Lammering. Foto: Sven Lampe

Salzbergen. Für viele ist eine Glasscheibe nur eine Glasscheibe. Es wird halt durchgeschaut. Ganz anders bei der Firma Flintermann in Salzbergen. Das Familienunternehmen ist Spezialist für Glasveredelung und Isolierglas. Und das seit 150 Jahren.

1866 als Großhandlung für Eisen, Glas und Kohlen in Schüttorf gegründet, ist Flintermann seit 1981 Teil des ebenfalls dort ansässigen Stahl- und Sanitärfachgroßhandels Arnold Lammering und spezialisiert auf die Produktion von Isolierglas. Nachdem die Kapazitäten dort nicht mehr ausreichten, bezog das Unternehmen 1993 eine neue Produktionsstätte in Salzbergen-Holsterfeld. 2008 und 2009 vergrößerte das Unternehmen durch den Bau von zwei neuen Halle seine Produktionsmöglichkeiten. Zur Herstellung von gebogenem Glas betreibt Flintermann den nach eigenen Angaben größten Flachglasbiegeofen Deutschlands.

16,25 Millionen Euro Umsatz

Die Glasscheiben, die in diesem und weiteren Öfen in fast jede erdenkliche Form gebracht werden können, finden weltweit ihre Abnehmer. Rund 60 Prozent seines Umsatzes im Bereich der Glasveredelung macht das Unternehmen im Ausland. Mit rund 140 Mitarbeitern hat Flintermann nach den Worten des geschäftsführenden Gesellschafters Diedrich Lammering im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz in Höhe von 16,25 Millionen Euro erzielt. „Das Geschäft hat sich schön entwickelt“, freut sich Diedrich Lammering, der gemeinsam mit seinem Sohn Philipp und den Betriebsleitern Wilfried Schreyer und Reinhard Gruber die Flintermann-Geschicke leitet.

Vorzeigeobjekte

Zu den Vorzeigeobjekten der Glasspezialisten, die ausschließlich für gewerbliche Abnehmer produzieren, gehört laut Diedrich Lammering die Verglasung des VIP-Bereichs der SAP-Arena des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim. Durch in Salzbergen in Form gebogenes Glas blicken außerdem die Passagiere am internationalen Flughafen in Baku, der Hauptstadt Aserbaidschans. Darüber hinaus stellt Flintermann Verbundglas und für renommierte Marken und Einzelhandelsketten Kleinserien von Glasmöbeln und gläserne Geschäftseinrichtungen her.

1000 Fensterscheiben

Zweites Standbein mit einem Anteil von 50 Prozent des Geschäftsvolumens ist die Herstellung von Isolierglas für den regionalen Markt und die angrenzenden Niederlande. Täglich verlassen laut Lammering rund 1000 Fensterscheiben die Produktionshalle des in drei Schichten arbeitenden Unternehmens.

So wird Glas gebogen

Um Glas biegen zu können, werden die bis zu mehrere Quadratmeter großen Scheiben in einem mehrstündigen Prozess auf rund 600 Grad Celsius erhitzt. Das dann biegsame Glas wird anschließend in eine Form gelegt. Dort folgt es entweder den Gesetzen der Schwerkraft oder wird durch Pressen in die gewünschte Form gebracht und kühlt so lange ab, bis es seine endgültige Form hält.

So werden Isolierglasscheiben hergestellt

Moderne Fensterscheiben, wie sie im Hausbau üblich sind, bestehen in der Regel aus zwei bis drei Scheiben. Die einzelnen Scheiben werden in einen schmalen Alu-Rahmen als Abstandshalter eingepasst, die Zwischenräume dann mit einem Edelgas gefüllt und anschließend luftdicht versiegelt. Dass Edelgas ist ein schlechter Wärmeleiter und isoliert daher besser als die früher verwendete Luft.


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