Zertifikate übergeben Flüchtlinge werden in Salzbergen zu Integrationslotsen


Salzbergen. Sich unterstützen, akzeptieren, tolerieren und füreinander einstehen: Der Kurs zum Integrationslotsen in Salzbergen zeigt, dass das Engagement, für viele Bürger, eine Selbstverständlichkeit ist. Doch nicht nur die Salzbergener setzen sich für ein besseres Miteinander ein: Auch einige Zugewanderte selbst, haben sich zu Integrationslotsen ausbilden lassen.

So wie die Motivation hier war, sei sie nicht überall, sagt Hanna Krüssel, Dozentin für den Integrationslotsenkurs in Salzbergen. Unterstützt wurde sie von Angelika Roelofs vom Gleichstellungsbüro in Lingen. „Es war ein toller Kurs, bei dem man immer wieder gut empfangen wurde“, berichtet sie.

Flüchtlinge helfen Flüchtlingen

Einig waren sich alle Teilnehmer über die Atmosphäre während des mehrtägigen Kurses. Offenheit und vor allem gelebte Integration waren hier an der Tagesordnung, denn: Etwa ein Drittel der Lotsen waren selbst Flüchtlinge aus Syrien, Ägypten und Afrika. So auch Musa Gibreel. Seit acht Monaten ist der Afrikaner in Deutschland und nutzt jede Gelegenheit, die deutsche Sprache zu lernen, sich einzuleben. Seit er in Deutschland ist, besucht er so viele Kurse wie möglich – nun eben auch den Kurs zum Lotsen, um anderen Geflüchteten bei der Integration zu helfen.

Hilfestellung geben

Viele der 25 Teilnehmer engagieren sich bereits seit längerer Zeit ehrenamtlich und wollten einmal wieder neue Perspektiven kennenlernen. „Ich komme aus einer sozial engagierten Familie und dachte mir, ich muss selbst auch etwas machen“, erläutert Gerrit Buers. Zu erfahren wo und wie er Hilfestellung geben kann, sei dabei für ihn entscheidend.

Ein langwieriger Prozess

Darüber herrschte im Kurs große Einigkeit: die Augen nicht vor dem Verschließen, was in der Welt passiert. Dennoch: Dass Integration jedoch ebenso seine Schwierigkeiten bergen kann und oft ein sehr langwieriger Prozess ist, wurde ebenfalls nicht außer Acht gelassen. Überreicht wurden die Zertifikate zum Flüchtlingslotsen von Thomas Ahlers, Leiter der Ausländerabteilung des Landkreises Emsland, und von Jürgen Blohm von der Volkshochschule Lingen.

Ämter sind auf Hilfe angewiesen

„Aller Achtung“, hieß es von Ahlers, der die sprachliche Weiterentwicklung der Flüchtlinge, nicht zuletzt durch diesen Kurs, lobte. Offen sagte der Beamte aber auch: „Wir können bestimmt nicht jeden Wunsch erfüllen. Die Arbeit mit vielen Nationalitäten birgt auch viele Herausforderungen.“ Oft würden die Beamten nur die Aktenlage kennen, aber eben nicht wissen, was alles dahinter stecke. Es gäbe eben viele Dinge, welche die Ämter nicht regeln könnten, was die Arbeit der Ehrenamtlichen umso bedeutender mache.

Der Integrationslotsenkurs in Salzbergen war der zehnte in der Region. Der elfte läuft zur Zeit in Lingen.


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