Vorschlag eines Unternehmers System Anruf-Sammeltaxi in Lingen reaktivieren

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Mit Leib und Seele ist Thorsten Hundertmark Taxiunternehmer in Lingen. Foto: Ludger JungeblutMit Leib und Seele ist Thorsten Hundertmark Taxiunternehmer in Lingen. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Der Lingener Taxiunternehmer Thorsten Hundertmark hat sich dafür ausgesprochen, das System „Anruf Sammeltaxi“ (AST) in Verbindung mit dem Lili-Bussystem in der Stadt zu reaktivieren. Lili steht für „Linie für Lingen“.

In einem Gespräch mit unserer Redaktion erklärte der 44-jährige Geschäftsführer: „Grundsätzlich ist das LiLi-Bussystem eine gute Sache. Weil die Ortsteile aber spätabends nicht optimal an das System angeschlossen sind, würden AST-Taxis, die nur nach Bedarf fahren, eine Lücke im Öffentlichen Personennahverkehr schließen.“ Auch mache es betriebswirtschaftlich keinen Sinn, Lili-Busse zu gewissen Zeiten quasi leer fahren zu lassen. Hier sei der Einsatz des AST sinnvoller.

Die Einführung des Mindestlohns auch im Taxigewerbe zum 1. Januar 2015 sei eine Riesenherausforderung gewesen, die sein Unternehmen, das er zusammen mit seiner Ehefrau Elke Hundertmark leite, dank intensiver Vorbereitung aber gut bewältigt habe. „Wir können es uns nicht erlauben, unsere Taxis stundenlang vor dem Lingener Bahnhof in der Hoffnung stehen zu lassen, dass irgendwann ein Kunde einsteigt und müssen genau kalkulieren, wie viele Fahrzeuge wir einsetzen. Als Folge des Mindestlohns hatte der Stadtrat im vorigen Jahr per geänderter Verordnung die Tarife für Taxifahrten erhöht.

Innovationen seien das Gebot der Stunde, betonte der Unternehmer. „Wir müssen für alle Wünsche der Gesellschaft an das Taxigewerbe offen sein“, betonte Hundertmark. Als Beispiel nannte er den Umbau von drei Fahrzeugen mit 85 Zentimeter breiten Auffahrrampen, um auch Personen in breiten Rollstühlen den sicheren Transport zu ermöglichen und deren Mobilität zu erhöhen. Damit trage das Unternehmen dem Umstand Rechnung, dass aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl der Menschen, die auf Rollstühle angewiesen seien, zunehmen werde.

Nach Angaben von Hundertmark beschäftigt das von seinem Großvater im Jahr 1949 gegründete Unternehmen derzeit 16 Vollzeitkräfte und zwölf Teilzeitkräfte. Im Fahrzeugpark befinden sich nicht nur Taxen verschiedener Größen, sondern auch Busse mit 22 Sitzplätzen, die für Clubreisen geeignet sind. „Zuverlässige und freundliche Fahrer sind das A und O“, unterstrich der Geschäftsführer. Seine Mitarbeiter seien auch im Umgang mit schwierigen Fahrgästen zum Beispiel an Wochenenden geschult. Die Taxidichte in Lingen hält der Unternehmer insgesamt für zu hoch: „Es gilt die Faustregel, dass es pro 1000 Einwohner eine Taxe geben sollte. In Lingen mit 52000 Einwohnern sind es aber 100 Taxen.“

Der Geschäftsführer betonte, dass er mit Leib und Seele Taxiunternehmer sei. „Geht nicht, gibt es bei und nicht.“ Im Übrigen wäre es wünschenswert, wenn die neun Taxiunternehmer in Lingen die Interessen ihrer Branche besser nach außen verträten. Er selbst sei als Delegierter in der Fachvereinigung Taxi und Mietwagen des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen tätig.


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