Herberge für 48 Menschen Turnhalle in Rheine als Unterkunft für Flüchtlinge

Die Turnhalle am Emslandstadion Rheine wird in Kürze Flüchtlinge beherbergen. Foto: Stadt RheineDie Turnhalle am Emslandstadion Rheine wird in Kürze Flüchtlinge beherbergen. Foto: Stadt Rheine

Rheine. Voraussichtlich Ende dieser Woche wird die Stadt Rheine laut einer Mitteilung die Turnhalle am städtischen Emsland-Stadion zur Unterbringung von Flüchtlingen nutzen.

„Leider sind unsere Kapazitäten an städtischem und angemietetem Wohnraum vollkommen erschöpft“, erläutert Beigeordneter Axel Linke. Ende Juli 2015 wurden in Rheine insgesamt 509 Flüchtlinge untergebracht und betreut, allein in der ersten Augustwoche kamen weitere 35 Menschen an. In dieser Woche werden es voraussichtlich 42 Personen sein.

Nur für Notfälle vorgesehen

Obwohl durch Aufrufe an die Bevölkerung und eigene Akquise im Jahr 2015 bereits 35 Objekte angemietet oder angekauft werden konnten, stößt das dezentrale Unterbringungskonzept an seine Grenzen. Daher wird seit Ende Juni auch die eigentlich nur für Notfälle vorgesehene Sporthalle am Josef-Winckler-Zentrum für die Unterbringung von 36 Menschen genutzt.

Abgegrenze Wohnbereiche schaffen

In der Sporthalle am städtischen Emsland-Stadion werden 48 Menschen Zuflucht finden. Dazu wird zunächst der Sportboden der Halle abgedeckt, danach werden Trennwände eingezogen, wodurch acht abgegrenzte, kleinere Wohnbereiche für maximal sechs Personen entstehen. „Die Situation der verfolgten und teils schwer traumatisierten Flüchtlinge ist ohnehin schon schwer genug. Durch die Art der Herrichtung wollen wir für die Menschen zumindest ein wenig Privatsphäre und Ruhe schaffen“, erklärt Raimund Gausmann, Fachbereichsleiter Jugend, Familie und Soziales. Hinzu kommen Gemeinschaftsbereiche mit Küche, Waschmaschine und Trockner.

Einschränkungen für Schulen und Vereine

Durch die Herrichtung der Turnhalle sind jedoch auch Einschränkungen für den Sportunterricht an Schulen und den Vereinssport nicht vermeidbar. So wird am Gymnasium Dionysianum und an der Elsa-Brändström-Realschule Sportunterricht ausfallen müssen, auch für Vereine gibt es keinen Ersatz. „Die betroffenen Schulleitungen und Vereine wurden von uns informiert“, so Linke. „Angesichts der humanitären Verpflichtung, die wir für die Unterbringung und Betreuung der Flüchtlinge haben, gibt es derzeit keine Möglichkeit“, wirbt der Beigeordnete um Verständnis für diese Ausnahmesituation. Wie lange die Sporthalle als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird, ist derzeit noch nicht absehbar.