An der Steider Straße Haus in Salzbergen sackt ab: Noch kein Gerichtstermin

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Salzbergen. Wann der Rechtsstreit zwischen der Familie Reimschüssel und der Niedersächsischen Landgesellschaft mbH (NLG) wegen der Absackungen ihres Hauses in der Steider Straße vor dem Landgericht Osnabrück verhandelt wird, ist ungewiss.

Vonseiten des Landgerichts wurde auf Anfrage der Redaktion darauf verwiesen, dass sich das Zivilverfahren noch in der Sachverständigenphase befinde. Mit einer Verhandlung sei in diesem Jahr nicht zu rechnen.

Wie Maik Reimschüssel, der 31-jährige Sohn der Hausbesitzer Helmut und Gerda Reimschüssel, bei einem Rundgang durch das Gebäude deutlich machte, nehmen die Schäden an dem Haus fortlaufend zu. Seine Mutter zeigte Risse an den Wänden an mehreren Zimmern und am Mauerwerk.

Wie berichtet , wurde das halb unterkellerte Einfamilienhaus in den Jahren 1956/57 gebaut. Der Gedanke, dass irgendetwas mit den eigenen vier Wänden nicht stimmen könne, kam den Bewohnern des Hauses erstmals im Jahr 2007. Risse im Flur und an der Haustür waren zu sehen, die sich die Familie nicht erklären konnten. In der Annahme, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten das Haus gesetzt haben könnte, wurde ein Bauunternehmen damit beauftragt, die Schäden auszubessern. Aber es half nichts. 2008 ließen sich die Türen nur noch mit Schulterdruck öffnen, die Fenster kaum noch schließen, und es zeigten sich erste Risse im Flur und in verschiedenen Zimmern.

Wasserabsenkung

Die Familie macht ein Neubaugebiet auf der anderen Straßenseite, dessen Kanalisation – verbunden mit einer Wasserabsenkung – etwa 2007 gebaut wurde, für das Absacken der einen Haushälfte verantwortlich. Eine Anwaltskanzlei wurde eingeschaltet und gegen die NLG als Erschließungsträger ein Verfahren eingeleitet.

Auf Anfrage der Redaktion verwies Helmut Eden, stellvertretender Verwaltungschef der Gemeinde Salzbergen, auf ein jetzt vorliegendes Gutachten, das vom Landgericht in Auftrag gegeben worden sei. Darin heiße es sinngemäß, dass die Ursache der Rissbildungen hauptsächlich zurückzuführen sei auf die Teilunterkellerung und eine spätere Umbaumaßnahme und damit verbundenen unterschiedlichen Gründungsebenen auf verschiedenen, unterschiedlich belastbaren Böden. Einen konkreten Nachweis, dass eine bewusst herbeigeführte Grundwasserabsenkung Auswirkung auf das Setzungsverhalten des Gebäudes habe, enthalte das Gutachten nicht, teilte Eden weiter mit.

Zwischenzeitlich hat die Familie Reimschüssel ein eigenes Sachverständigengutachten erstellen lassen. Darin schlagen die Gutachter eine Neubewertung der Gebäudeschäden durch einen Sachverständigen für Erd- und Grundbau vor, wodurch dem Gericht eine sicherere Beurteilung ermöglicht werde.

Nach Angaben der Gemeinde Salzbergen hat das Landgericht mit Datum vom 30. Juni 2015 einen Beweisbeschluss erlassen, dass ein Ergänzungsgutachten eingeholt werden soll. Dieses Gutachten liege nach Aussage der NLG noch nicht vor.

Die Gemeinde Salzbergen wird sich nach den Worten von Eden in das Verfahren nicht einmischen. Der Familie seien Lösungen für eine Sanierung des Hauses empfohlen worden. Maik Reimschüssel geht davon aus, dass für eine Sanierung ein sechsstelliger Betrag notwendig wäre.


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