Industriegebiet soll erweitert werden Unternehmertreffen in Salzbergen-Holsterfeld

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Zum „Unternehmertreffen Holsterfeld“ begrüßte Gastgeberin Birgit Siemon im gleichnamigen Autohaus (von links) den Leitenden Polizeidirektor Karl-Heinz Brüggemann und den Ersten Polizeihauptkommissar Franz Timmer, (stehend von links) Salzbergens Bürgermeister Andreas Kaiser sowie von der Firma emslandtel.net Andreas Schröder und Sebastian Hoogland. Foto: Wilfried RoggendorfZum „Unternehmertreffen Holsterfeld“ begrüßte Gastgeberin Birgit Siemon im gleichnamigen Autohaus (von links) den Leitenden Polizeidirektor Karl-Heinz Brüggemann und den Ersten Polizeihauptkommissar Franz Timmer, (stehend von links) Salzbergens Bürgermeister Andreas Kaiser sowie von der Firma emslandtel.net Andreas Schröder und Sebastian Hoogland. Foto: Wilfried Roggendorf

Salzbergen. Vertreter von rund 30 Unternehmen aus dem Industriegebiet Holsterfeld sind der Einladung der Gemeinde Salzbergen zu einem Treffen gefolgt.

Im Mittelpunkt der Vorträge und Gespräche im Autohaus Siemon standen die Kriminalität im Industriegebiet, Möglichkeiten einer schnelleren Internetanbindung und die Erweiterung des Industriegebietes.

Salzbergens Bürgermeister Andreas Kaiser erklärte, die Flächen in Holsterfeld seien ausverkauft. Aber es bestehe wegen der verkehrsgünstigen Lage am Knotenpunkt A30/B70 und der guten wirtschaftlichen Entwicklung weiterer Bedarf. „Da ist Musik in der Heide.“ Kaiser kündigte eine Erweiterung an. Auf Nachfrage unserer Redaktion sagte er, das geplante Gewerbegebiet Holsterfeld-West werde auf der anderen Seite der A30 liegen. „Ab Mitte nächsten Jahres wollen wir hier sechs Hektar zusätzliche Fläche anbieten.“ In einem ersten Schritt wären bis zu zehn Hektar möglich. „Dank der großen Nachfrage suchen wir uns die Betriebe dort aus.“

Die Stadt Rheine plane, das Industriegebiet Holsterfeld-Ost auf ihrem Boden zu erweitern. Auf Salzbergener Gebiet sind dort derzeit McDonald’s und das Autohaus Siemon beheimatet. „Wir planen nicht, die Flächen gemeinsam zu vermarkten“, so Kaiser. Aber die Gemeinde Salzbergen habe die Infrastruktur wie die Straßen der Zuwegung und die Entwässerungsmöglichkeiten geschaffen. „Diese Kosten haben Rheine und Salzbergen sich geteilt“, betonte Kaiser.

Ein langfristiges Thema, das gemeinsam mit Rheine und den Kommunen im südlichen Emsland diskutiert werden müsste, sei die Verkehrsbelastung am Knotenpunkt A30/B70. „Hier gab es vor zehn Jahren schon einmal die Überlegung zu einem vierspurigen Ausbau der B70.“

Hohe Kriminalitätsrate

Stolz äußerte sich Kaiser darüber, dass es bei 7500 Einwohnern in Salzbergen 3800 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gebe. Weniger Freude bereitete ihm die Kriminalstatistik 2014, die Erster Polizeihauptkommissar Franz Timmer vortrug. 324-mal sei die Polizei in Salzbergen im Einsatz gewesen. „Im Industriegebiet Holsterfeld hat es 133 Straftaten, darunter 60 Tankbetrüge und 37 schwere Diebstähle, gegeben.“ Gezielt würden die Täter auf dem Autohof Lkw-Planen aufschneiden. Aber auch fast jedes Unternehmen in Holsterfeld sei schon Opfer einer Straftat geworden. Während der Anteil der Diebstahls- und Vermögensdelikte im Bereich der gesamten Polizeiinspektion bei 55 Prozent liege, betrage dieser im Industriegebiet Holsterfeld 92 Prozent.

Leitender Polizeidirektor Karl-Heinz Brüggemann warb für eine Gegenmaßnahme: „Mit der Einrichtung eines privaten Sicherheitsdienstes in Kooperation mit der Polizei und der Gemeinde könnten wir dieser Kriminalität etwas entgegensetzen.“ Es bestehe die Möglichkeit, hierzu auch benachbarte Betriebe aus Rheine „mit ins Boot zu holen“. Die Polizei könne keine 24-Stunden-Präsenz in Holsterfeld hinbekommen, begründete er seinen Vorschlag. Der Standortvorteil an der A30 sei, was die Kriminalität angehe, auch ein Nachteil. „Die Täter kommen über die ‚Warschau-Allee‘ von Amsterdam nach Polen gezielt nach Holsterfeld.“

Andreas Schröder von der Firma emslandtel.net stellte den Richtfunk als Alternative zu anderen Internet- und Telefonlösungen vor. „Richtfunk bietet eine deutlich höhere Bandbreite und Geschwindigkeit“, versprach er. Sein bislang überwiegend im Raum Haren und Meppen aktives Unternehmen plane, in Salzbergen vier Richtfunkstationen einzurichten. „Masten wollen wir am Sportplatz Salzbergen, in Bexten und in Holsterfeld aufstellen.“ Zusätzlich solle eine Anlage der Raffinerie genutzt werden.

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