Kandidatur Pfarrgemeinderat Kaiser: Kirche in Emsbüren ist mehr als nur beten

Von Anne Bremenkamp


Emsbüren/Salzbergen. Mitmischen, einmischen, Kirche zukunftsfähig mitgestalten: Für Ines Kaiser aus Emsbüren und Jürgen Brinkers aus Salzbergen sind das Beweggründe, für die Wahl des Pfarrgemeinderats St. Andreas Emsbüren und für den KirchenvorstandSt. Cyriakus Salzbergen zu kandidieren.

Während der Pfarrgemeinderat Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung aller Gläubigen für die Kirche und die Seelsorge in der Gemeinde ist, verwaltet der Kirchenvorstand die Einrichtungen und das Vermögen der Kirchengemeinde.

Die 28-jährige Ines Kaiser ist gebürtige Emsbürenerin, lebt mit ihrem Freund zusammen und arbeitet nach einer Ausbildung zur Bankkauffrau und daran anschließendem Bachelor-Studium im Vertriebscontrolling bei der Sparkasse Emsland in Meppen. Sie kommt ursprünglich nicht aus der kirchlichen Jugendarbeit, sondern engagierte sich früher in der DLRG und später in der Landjugend. „Da wachse ich jetzt langsam raus, aber ich möchte mich weiter ehrenamtlich in die Gesellschaft einbringen“, sagt Ines Kaiser.

Der Anstoß ihres Freundes, selbst erfahren in der Laienarbeit, sowie ein persönliches Gespräch mit Pfarrer Thomas Burke haben sie darin bestärkt, sich für den Pfarrgemeinderat aufstellen zu lassen. Die Initiative Seitenblicke, die Aktion „Faire Gemeinde“ oder der gemeinsame Mittagstisch im Kirchspiel seien nur beispielhafte Projekte, mit denen sie sich identifizieren könne und die sie gerne unterstützen wolle. Sie freue sich auf viele neue Erfahrungen und ist überzeugt: „In der Gemeinschaft macht Ehrenamt noch mehr Spaß.“

Ihre Kandidatur stoße in ihrer Altersklasse mitunter aber auch auf irritierte Reaktionen. Sie wolle sich dafür einsetzen, dass Kirche für junge Leute kein Auslaufmodell werde, unterstreicht Ines Kaiser: „Kirche ist mehr als Beten. Kirche vermittelt Werte und Gemeinschaft, sie lebt den Dienst am Menschen. Wenn es Kirche nicht gäbe, dann gäbe es viele soziale Einrichtungen wie Kindergärten, Altenheime oder Caritas nicht, die jeder gerne in Anspruch nimmt.“

Der 46-jährige Jürgen Brinkers ist verheiratet, Vater von zwei Kindern und arbeitet als gelernter Industriekaufmann nach einer Fortbildung zum Wirtschaftsassistenten in der Mengenbilanzierung der BP-Raffinerie in Lingen. Elf Jahre hat er sich im Pfarrgemeinderat seines Heimatortes engagiert, bevor er vor vier Jahren in den Kirchenvorstand wechselte.

Dort engagiert er sich insbesondere im Kindergartenausschuss und ist als Vertreter des Kirchenvorstands auch im Pfarrgemeinderat präsent. Brinkers hat sich schon in jungen Jahren in der Pfarrei St. Cyriakus engagiert und innerhalb der kirchlichen Jugendarbeit auch einen bis heute währenden Freundeskreis aufgebaut. „Erst war ich Messdiener, dann Gruppenleiter, seit meinem 18. Lebensjahr bin ich Lektor“, erinnert er sich an eine tolle Gemeinschaft.

Dieses Gemeinschaftserlebnis war auch ein Grund, weshalb er vor 15 Jahren in die kirchliche Gremienarbeit eingestiegen ist. „Wenn man etwas bewegen will, muss man selbst aktiv werden. Wenn man selber nicht mit anpackt, steht es einem auch nicht zu, zu meckern“, ist Brinkers überzeugt. Dennoch sei es aus seiner Erfahrung heraus für Kirche noch ungleich schwerer als beispielsweise für Sportvereine oder Kommunalpolitik, Menschen für ehrenamtliches Engagement zu gewinnen. „Dabei spielt sich christliches Leben ja nicht nur während der Messe ab, sondern verwirklicht sich auch in Nachbarschaftshilfe, durch Besuchsdienste oder bei der Betreuung von Kinder- und Jugendgruppen. Und wenn Kirche von vielen Schultern getragen wird, ist das für jeden Einzelnen ein Gewinn.“