Fläche geschlossen und verkauft Über Sex-Treff auf Salzbergener Parkplatz wächst Gras

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Salzbergen. Um den Pendlerparkplatz an der B70 bei Salzbergen, der in der Vergangenheit offenbar häufig für Sexkontakte genutzt worden ist, ist es inzwischen ruhig geworden. Gras wächst über die ganze Angelegenheit – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Treiben rund um den Parkplatz, um den nahe gelegenen See sowie auf dem Autobahnrastplatz „Emstal“ zwischen den Abfahrten Salzbergen und Rheine-Nord in Fahrtrichtung Osnabrück hatte, wie berichtet, bei Bürgern in der Gemeinde in den vergangenen Wochen für ziemlichen Verdruss gesorgt. Auch der Angelsportverein Rheine, der am See seinem Hobby nachgeht und eine intensive Jugendarbeit pflegt, fühlte sich durch öffentlich ausgelebte Sexpraktiken in seiner ehrenamtlichen Arbeit eingeschränkt.

Dass sich die Situation verändert hat, liegt in erster Linie an der Sperrung des Parkplatzes durch das Landesstraßenbauamt. Die Behörde als Besitzerin der Parkplatzfläche hat diese gesperrt und inzwischen auch veräußert. Wie der stellvertretende Leiter des Geschäftsbereichs Lingen, Christian Hillgruber, auf Anfrage unserer Zeitung erläuterte, erfolgte die Schließung in erster Linie aus Verkehrssicherheitsgründen. Es sei dort keine Abbiegespur vorhanden. Ohnehin sei die Funktion des Platzes als Pendlerparkplatz für die weiter entfernt liegende Autobahnauffahrt infrage zu stellen.

Die „Funktion“ des Areals als Sex-Treff scheint damit gleichzeitig ebenfalls beendet. Das Gleiche gilt für die Parkflächen am Autobahnrastplatz, wo gegenwärtig eine Sanierung läuft. Für die Gemeinde Salzbergen hat sich das Thema damit bis auf Weiteres erledigt, wie Bürgermeister Andreas Kaiser erklärte. „Wir werden über den aktuellen Sachstand in der Sitzung des Ortsrates Holsten-Bexten am 25. September berichten“, sagte Kaiser.

Der Bürgermeister verwies in diesem Zusammenhang auch auf ein Gespräch, das Vertreter von Rat und Verwaltung mit dem Verein „Landlust – Lesben und Schwule für Toleranz auf dem Land“ aus Meppen geführt haben. Der Verein hatte nach der Berichterstattung unserer Zeitung Kontakt mit der Kommune aufgenommen und seine Hilfe angeboten. Der Verein wirbt für Toleranz Homosexuellen und Lesben gegenüber, sagt aber auch, dass Grenzen eingehalten werden müssen. Es gelte, eine Lösung zu finden, die die Interessen der Anwohner schütze, aber auch die von jenen, die ihre Sexualität anders ausleben wollten, äußerten sich Kim Ole Andersen und Marcel Ivan Behrends im Juni auf Anfrage unserer Zeitung.

Es sei ein sehr offenes Gespräch mit den Vertretern des Vereins „Landlust“ gewesen, sagte Bürgermeister Kaiser. Die Vorschläge des Vereins, wie zum Beispiel die Verteilung von Präventionsmaterial in Form von Kondomen und Flyern mit „Parkplatzregeln“ wurden aber nicht aufgegriffen. „Im Moment sehen wir die Notwendigkeit nicht mehr“, sagte Kaiser unter Hinweis auf die gesperrten Plätze und dem Rückgang der Zahl von Kontaktsuchenden dort.

Dass sich das Problem damit auf angrenzende Flächen verlagern könnte, befürchtet der Verwaltungschef nicht. Er habe im näheren Umkreis keine Beschwerden gehört

. Der Verein „Landlust“ sieht das anders. „Die Leute parken dann eben ihre Autos anderswo und gehen dorthin“, meinte Behrends. Auch auf dem Autobahnparkplatz an der A30 werde es wieder zu solchen Treffen kommen, sobald die Sanierungsarbeiten beendet seien.

Ein inzwischen begrünter Erdwall an der B70 in Höhe des Parkplatzes verhindert, dass Pkw dort abgestellt werden können. Ob damit auch über die ganze Angelegenheit Gras wächst, bleibt aber abzuwarten. Der Wall jedenfalls macht an einer breitgetretenen Stelle nicht diesen Eindruck…


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