zuletzt aktualisiert vor

H&R ChemPharm feierte 150. Geburtstag Ziel ist eine „grüne Raffinerie“

Meine Nachrichten

Um das Thema Salzbergen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die weltweit älteste Spezialraffinerie steht in Salzbergen. WerksfotoDie weltweit älteste Spezialraffinerie steht in Salzbergen. Werksfoto

Salzbergen. Sie ist die älteste noch produzierende Spezialraffinerie der Welt – gestern hat sie ihren 150. Geburtstag gefeiert: Die Rede ist von der H&R ChemPharm im emsländischen Salzbergen. Muttergesellschaft ist die im S-DAX notierte H&R WASAG AG.

Der Konzern beschäftigt international über 1300 Mitarbeiter und ist eigenen Angaben zufolge führend in der Produktion von Weichmachern und Weißölen. Wie Aufsichtsratsvorsitzender Bernd Günther gestern hervorhob, befindet sich der Konzern weiter auf Erfolgskurs. Der Umsatz belief sich im ersten Halbjahr 2010 auf 537 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern lag bei 37 Millionen Euro. 2009 hatte der Umsatz bei 762 Millionen Euro gelegen. „Das heißt, dass wir die Milliardenschwelle ansteuern“, kündigte Günther auch für den weiteren Verlauf des Jahres wachsende Umsatzzahlen an.

Über 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung feierten den 150. Geburtstag der Raffinerie, die 1860 als Paraffin- und Photogenfabrik in Betrieb gegangen war. Mit 360 Beschäftigten gehört sie zu den größten Arbeitgebern im Emsland. In der Raffinerie werden heute 400 000 Tonnen Öl zu über 800 Erzeugnissen verarbeitet, zum Beispiel für die chemisch-pharmazeutische Industrie, Kosmetikindustrie, den Straßenbau und die Reifenindustrie. „Dass wir dieses in unserer Branche einzigartige Jubiläum feiern können, erfüllt uns mit großem Stolz“, sagte Geschäftsführer Heiner Büter. Vor dem Hintergrund schwerer Krisenzeiten Mitte der 90er-Jahre, als die Schließung des Standortes Salzbergen im Raum stand, sprach Büter insbesondere der Belegschaft seinen Dank für deren Einsatz aus. Der Betriebsrat habe es verstanden, wirtschaftliches Denken und die Belange der Belegschaft in Einklang zu bringen. Ein Ergebnis dieses positiven sozialen Klimas im Unternehmen ist Büters Worten zufolge das Beteiligungsmodell für die Mitarbeiter. Von jedem Euro Gewinn werde ein Drittel an die Belegschaft ausgeschüttet, ein weiteres Drittel reinvestiert und das verbliebene Drittel an die Aktionäre ausgeschüttet.

Büter kündigte an, dass sich die Anlage in Salzbergen zu einer „grünen Raffinerie“ weiterentwickeln wolle. Ziel sei es, kaum Rückstände zu produzieren und die CO2-Bilanz zu verbessern. Salzbergen sei ohne die Raffinerie nicht denkbar, beschrieb Bürgermeister Andreas Kaiser die enge Verbundenheit der Bevölkerung mit „ihrem Ölwerk“. Kaiser sprach insbesondere den Unternehmerfamilien Scholten und Hansen seinen Dank aus. Diese hatten das Unternehmen nach dem Rückzug von BASF (Wintershall) 1994 mit Unterstützung der Deutschen Beteiligungsgesellschaft übernommen und in die Gewinnzone geführt.

Landrat Hermann Bröring beglückwünschte H&R dazu, mit der Vision von der „grünen Raffinerie“ zukunftsorientiert zu arbeiten. Das Zusammenspiel von Belegschaft und Unternehmensleitung sei Beispiel für funktionierende soziale Marktwirtschaft.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN