Starke Dorfgemeinschaft Kirche in Holsten-Bexten besteht 60 Jahre

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Salzbergen. Dunkle Wolken hängen tief über der St.-Marien-Kirche in Holsten-Bexten, in ihrem Innern aber ist zu ihrem 60. Geburtstag noch einmal der Frühling eingezogen und eine Vogelhochzeit wird gefeiert.

„Ob groß, ob klein, auf dieser Welt ist niemand gern allein“, zwitschert der bunt befiederte Kinderchor und singt damit auch ein Lied vom gelebten Gemeinschaftsgefühl der in Holsten-Bexten beheimateten Menschen. Das festlich begangene Jubiläum der Kirchengemeinde Unbeflecktes Herz Mariens stand unter dem Motto „Glaube strahlt aus“.„ In Holsten-Bexten vereinte der Glaube dem Wetter zum Trotz die Menschen zu einer starken Gemeinschaft, die nach dem Festhochamt im ersten gemeinsamen Pfarrfest mit der benachbarten St.-Cyriakus-Kirchengemeinde ihren Höhepunkt erlebte.

„Das Festhochamt entsprach dem Ort Holsten-Bexten: Familiär, lebendig, alt und jung zusammen“, fasste Pfarrer Michael Langkamp die kirchliche Feier zusammen, die ihren „guten Ton“ insbesondere durch den Kinderchor und den Kirchenchor erfuhr. Dass die beiden Chöre nicht nur weithin bekannte Aushängeschilder Holsten-Bextens, sondern auch beispielhaft für eine Vielzahl örtlich engagierter Vereine und Verbände seien, das unterstrich Stefan Welling vom Pfarrgemeinderat mit Blick auf die vielen ehrenamtlichen Akteure, die das Pfarrfest lebendig gestalteten. An die dramatisch-tragischen Ursprünge der St. Marien Kirche erinnerte Josef Hülmann vom Kirchenvorstand. Nachdem die Cyriakus-Kirche in Salzbergen am 6. März 1945 durch einen schweren Luftangriff zerstört worden war, lud in Holsten-Bexten Vikar Uthoff bereits vier Tage danach zum ersten Gottesdienst auf der Diele von Bauer Veltel. Nachdem wenige Wochen später auch die Emsbrücke gesprengt worden und Holsten-Bexten komplett von Salzbergen abgeschnitten war, wurde 1946 eine ausgediente Militärbaracke als alternatives Gotteshaus „organisiert“. In der Bevölkerung manifestierte sich der Wunsch nach einer eigenen Kirche und Gemeinde. Als der frühere Bischof Berning während einer Firmreise die Notkirche besuchte, sprach er die den letzten Anstoß gebenden Worte: „Wo einmal ein Tabernakel errichtet ist, breche ich ihn nicht wieder ab.“ Dank immenser Spendenbereitschaft konnte der eigens gegründete Kirchenbauverein noch 1946 das Pastorat und 1947 den Friedhof verwirklichen. Im Mai 1953 erfolgte die Grundsteinlegung der Kirche, die mit unermüdlichem Einsatz der Gemeindemitglieder bereits am 8. September des gleichen Jahres durch Weihbischof Dr. Johannes von Rudloff konsekriert werden konnte. Wo früher nur Wald und Äcker waren, steht heute die Kirche im Herzen Holsten-Bextens, einem in jeder Hinsicht aufstrebenden Ort mit Zukunft.


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