"Kunst im Rathaus" in Salzbergen Lipkas Kunst unterwirft sich keinen festen Regeln

Von Anne Bremenkamp

Der abstrakten „Art Informel“ hat sich der Künstler Norbert Lipka aus Rheine verschrieben, dessen Bilder noch bis Ende November im Rathaus Salzbergen zu erleben sind. Foto: Anne BremenkampDer abstrakten „Art Informel“ hat sich der Künstler Norbert Lipka aus Rheine verschrieben, dessen Bilder noch bis Ende November im Rathaus Salzbergen zu erleben sind. Foto: Anne Bremenkamp

Salzbergen. Fein vernetzte Farbspuren, krustige Oberflächen, Chaos und Struktur: In seinen Bildern, die noch bis Ende November in der Ausstellungsreihe „Kunst im Rathaus“ in Salzbergen zu erleben sind, betont der Künstler Norbert Lipka aus Rheine die individuelle Geste, die sich keinen festen Regeln unterwirft.

Die freie Experimentierfreude Norbert Lipkas an Farben und Materialien prägte die 49. Kunstausstellungseröffnung im Salzbergener Rathaus, der das bulgarische Musik-Duo Ivanka Hartmann und Emil Anguschev im Beisein vieler Gäste einen guten Ton verlieh. Nach der Begrüßung durch Dirk Vogt als allgemeinem Vertreter des Bürgermeisters sowie Otto Fiegenbaum von der Galerie Alte Schule führte Laudator Ted Berges in die informelle Kunst (Art Informel) ein, der sich Norbert Lipka mit Talent und Leidenschaft verschrieben hat. „Art Informel“ ist eine abstrakte, gegenstandslose Stilrichtung der Malerei, die sich um 1945 in Paris formierte. Durch Ablehnung einer organsierten Formstruktur hebt sie sich von der bis dahin bekannten geometrischen Abstraktion ab.

Abgeschabte Farbschichten

„Norbert Lipka schuf hier Bilder von teils strenger Poesie, die sich besonders durch ihre neuartige Materialbehandlung auszeichnen“, verwies Ted Berges als Beispiel auf reliefartige Bildoberflächen und abgeschabte Farbschichten. Die Maltechnik Norbert Lipkas sei spontan und erinnere an Tachismus, der sich ganz dem momentanen Mal-Akt hingebe. Die schnelle Rhythmik von Farben und Linien drücke geistige Impulse unmittelbar aus und diene als Psychogramm innerer Vorstellung.

Mit Spachtel und Malmesser  

Der 67-jährige Norbert Lipka machte sich schon in jungen Jahren einen Namen als Landschaftsfotograf. Seit den 1960er-Jahren beschäftigt er sich auch intensiv mit der Malerei. Erste Kontakte zu Rheinenser Künstlern, unter anderem zu dem Bildhauer Josef Krautwald und dem Maler Alexej von Assaulenko, waren gute Wegbegleiter für seine künstlerische Zukunft. Zu dieser Zeit malte er bereits abstrakte Bilder in Lack mit der Beigabe von Sand oder feinem Sägemehl. Seitdem bildet er sich regelmäßig bei bekannten Künstlern weiter, unter anderem bei dem namhaften Aachener Kunstprofessor Dieter Crumbiegel.

Norbert Lipka ist Mitglied im Kunstkreis Spektrum 88 in Rheine. Kunst bedeutet für ihn die Freiheit, neue Wege zu gehen, sich inspirieren zu lassen und zu verwirklichen. Seine Acrylbilder malt er überwiegend mit dem Spachtel und dem Malmesser, neben der Farbe setzt er zusätzlich verschiedenste Materialien ein. Er gibt seinen abstrakten Werken, die viel Raum für Assoziationen bieten, bewusst keine Titel. Denn sie sollen den Betrachter zur eigenen Sicht und Interpretation anregen.


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