Hilfe für Choiniki in Weißrussland Salzbergener Verein baut von Strahlung bedrohten Kindern einen Sportplatz

Die Kinder der Schule Nr.3 in Choiniki freuen sich auf ihren neuen Sportplatz. Foto: Chance auf LebenDie Kinder der Schule Nr.3 in Choiniki freuen sich auf ihren neuen Sportplatz. Foto: Chance auf Leben
Chance auf Leben

Salzbergen. Die Spuren der Atomkatastrophe in Tschernobyl 1986 sind noch heute im weißrussischen Choiniki zu finden. Rund 800 Kinder der Schule Nr. 3 trieben bis vor Kurzem Sport auf Beton, der die Strahlung im Boden eindämmen sollte. Doch dank des Vereins Chance auf Leben Salzbergen gibt es nun einen Sportplatz.

Nach eineinhalb Jahren Vorbereitung und vier Monaten Bauzeit konnte nun das Sportplatz-Projekt der Schule Nr. 3 in Choiniki abgeschlossen werden, berichtete der Vorsitzende Thomas Küpker einer Pressemitteilung seines Vereins zufolge während der Mitgliederversammlung. Entstanden sei ein Multifunktionsgelände mit Fußball-, Basketball und Volleyballfeld sowie einem Workout-Bereich. Die Kosten für die mehr als 120.000 Euro teure Anlage seien hauptsächlich durch eine großzügige Spende vom Bild hilft e. V. „Ein Herz für Kinder“ mitfinanziert worden.

Das Sportgelände liegt am Rande der gesperrten Zone in Choiniki. Es wurde nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 asphaltiert, um die Strahlung des Bodens von den Kindern abzuhalten. Seitdem läuft der Sportunterricht für die 800 Kinder unter schwierigen Bedingungen. Mit Maria Dobrushevskaja, Deutschlehrerin an der Schule Nr. 3, pflegen Mitglieder des Vereins Chance auf Leben seit 20 Jahren eine Freundschaft und somit eine Verbindung zur Schule.

Gasteltern gesucht

Eine enge Verbindung pflegt der Verein Chance auf Leben zur Arbeitsgemeinschaft Tschernobylhilfe der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover. Diese lädt Kinder aus der Region Gomel vom 4. Juli bis zum 11. August 2019 nach Deutschland ein. Für die Aufnahme von jeweils zwei Kindern werden noch Gasteltern gesucht. Nähere Infos unter Tel. 05941 6180 oder 05941 98003.


Der Salzbergener Verein unterstützt nicht nur dies eine Projekt in Weißrussland. Im August 2018 startete der neunte Hilfstransport mit 13 Tonnen Hilfsmittel. In den vergangenen zehn Jahren wurden nach Vereinsangaben 114 Tonnen ins Gomeler Gebiet geliefert. Im April 2019 soll der nächste Hilfstransport in Richtung Weißrussland gehen. Für diesen werden noch Textilien, Schuhe, Gehhilfen, Rollstühle, Windeln, Plüschtiere, Krankenhaus- und Säuglingsbetten, Pflegetische, Kinderwagen, Matratzen und Fahrräder gebraucht. Dringend sucht der Verein nach einem trockenen Lagerraum für sperrige Hilfsgüter rund um Salzbergen. 

Weitere Projekte

Zudem unterstützt der Verein Hilfsbedürftige und in Not geratenene Familien mit Hilfe einer Fachkraft Unterstützung, geboten werden Betreuung und ärztliche Versorgung. Notwendig ist für dieses Projekt nunmehr eine zweite Fachkraft, die noch finanziert werden soll.

Hilfe aus Salzbergen bekamen auch das Haus „Vasilievka“, ein Heim für Behinderte und Veteranen in der Nähe von Gomel, und das Dominic-Hope-Haus für junge Menschen mit Behinderung. Dieses wird seit Vereinsgründung unterstützt. Derzeit werden 4000 bis 5000 Euro gesammelt, um das Dach des Dominic-Hope-Hauses zu sanieren. Bereist werden soll die Region Gommel wieder vom 10. bis 17. Juni.

Der Vorstand des Vereins Chance auf Leben mit Thomas Küpker (Vorsitzender), Nastassia Küpker (Schriftführerin), Egbert Kolman (Beisitzer), Thomas Merting (Kassierer), Johan Schmits (stellv. Vorsitzender) und Wolfgang Huesken (Beisitzer) begrüßte zur Mitgliedersammlung Knud Lokkegaard, Peder Pederson, Arne Jacobsen und Ingelise Kragelund vom Freudschaftsverein Egtved-Gomel aus Dänemark. Foto: Josef Haubrich


Zur Mitgliederversammlung im Gemeindehaus Holsten hatte Wübker auch Gäste vom Freundschaftsverein Egtved-Gomel aus Dänemark begrüßt. Spendenmöglichkeiten sind auf der Internetseite cal-salzbergen.de zu finden.


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