Mehrere Hundert Arbeitsplätze Schwarz-Gruppe baut im Gewerbegebiet Holsterfeld in Rheine

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Die Schwarz-Gruppe baut ihr Kaffeewerk nördlich der Autobahn 30 und östlich der B 70. Die vom Handelsriesen gekauften Flächen beginnen im Bild rechts oberhalb der Autobahn-Auffahrt Rheine-Nord. Foto: Richard HeskampDie Schwarz-Gruppe baut ihr Kaffeewerk nördlich der Autobahn 30 und östlich der B 70. Die vom Handelsriesen gekauften Flächen beginnen im Bild rechts oberhalb der Autobahn-Auffahrt Rheine-Nord. Foto: Richard Heskamp

Rheine. Jubilieren in Rheine, Freude in der emsländischen Nachbarkommune: Die Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland) hat sich für das Gewerbegebiet Holsterfeld als Standort für ein Kaffeeprodukte-Werk entschieden. Noch 2019 soll Baustart sein. Genaue Zahlen zur Investitionshöhe, Anzahl von Arbeitsplätzen oder zu Absatzmärkten will man auf Anfrage jedoch nicht nennen.

Errichtet wird das Werk auf dem Gebiet der Stadt Rheine unmittelbar an der Landes- und Gemeindegrenze zu Salzbergen hinter dem Mc Donald's-Schnellrestaurant. Erschlossen werden soll es über Salzbergener Gebiet von der Bundesstraße 70 aus, es handelt sich um ein interkommunales Gewerbegebiet. Den Kauf des rund 120.000 Quadratmeter großen Areals besiegelte das Unternehmen am Montag in Düsseldorf mit der Stadt Rheine. Diese hatte die Flächen im Jahr 2015 gekauft.

„Wir gehen davon aus, dass dort mehrere Hundert Arbeitsplätze entstehen und eine der größten Investitionen in der Geschichte des Standortes Rheine"Peter Lüttmann, Bürgermeister der Stadt Rheine

„Wir gehen davon aus, dass dort mehrere Hundert Arbeitsplätze entstehen und eine der größten Investitionen in der Geschichte des Standortes Rheine", wird Rheines Bürgermeister Peter Lüttmann in einer Pressemitteilung der Stadt zitiert. Wie die Unternehmensgruppe Mitteldeutsche Erfrischungsgetränke (MEG) auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt, plant diese die Errichtung "einer modernen Produktionsstätte zur Herstellung hochwertiger Kaffeeprodukte" für die Handelsunternehmen der Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland). Diese gilt als der größte Handelskonzern Europas.

"Hervorragende" Verkehrsanbindung

Ausschlaggebend für die Investitionsentscheidung direkt an der A 30 am Standort Rheine sei vor allem die "hervorragende" logistische Anbindung des Standorts an alle Verkehrssysteme, teilt MEG mit. Baubeginn für das Werk soll noch im Jahr 2019 sein. Noch keine Aussage könne man derzeit treffen, wann mit der Produktion begonnen werden soll. Neben allen für eine moderne Kaffeeproduktion notwendigen Einrichtungen sind auch Lagerkapazitäten und Logistikflächen geplant.

Produkte werden selbst hergestellt

Ziel des neuen Werkes ist es, die Handelsunternehmen der Schwarz-Gruppe mit Kaffeeprodukten aus eigener Herstellung zu versorgen. Diesen Weg forciert die Schwarz-Gruppe seit Jahren: So entstand nahe Aachen in Übach-Palenberg eine riesige Schokoladenfabrik, von der aus Lidl-Märkte in ganz Europa beliefert werden. Verwaltet werden dieser und alle weiteren Standorte vom MEG-Sitz in Weißenfels (Sachsen-Anhalt).

Keine konkreten Zahlen

Treu bleiben sich die Schwarz-Gruppe und ihre Tochter MEG bei konkreten Zahlen für ihre Vorhaben: "Zur Höhe der Investition, zu Absatzmärkten und zur Zahl der Arbeitsplätze treffen wir keine Aussagen", heißt es auf Anfrage unserer Redaktion in Bezug auf den Standort Rheine. Der Lingener Ratsherr Robert Koop (Bürgernahe) schrieb in einem Beitrag für seinen Blog, in Rheine entstünden zunächst etwa 350 neue Arbeitsplätze, später würden es es mehr als 1000 sein. Investiert, so zitiert Koop "Kenner der Szene", würde bis zu eine Milliarde Euro. Diese Zahlen könne man nicht bestätigen, heißt es dazu von der MEG.

Glückwunsch aus Salzbergen

Erfreut über die Investition der Schwarz-Gruppe an der Gemeindegrenze ist auch Salzbergens Bürgermeister Andreas Kaiser. Nach dem Kauf von rund 20 Hektar für Gewerbe- und Industrieflächen im Jahr 2015 sei klar gewesen, dass in Rheine eine größere Ansiedlung bevor steht. "Dass es aber solch eine große ist - da kann man Rheine nur beglückwünschen", sagt Kaiser. Dies werde positive Auswirkungen auf die Nachbarkommunen und die Region haben, ist sich der Salzbergener Bürgermeister sicher. Ein Beispiel seien die Arbeitsplätze.

Den Blick auf die Verkehrsregelung im Gewerbegebiet Holsterfeld richtet Salzbergens Bürgermeister Andreas Kaiser nach dem Bekanntwerden der Investition durch die Schwarz-Gruppe. Foto: Sven Lampe

Zugleich richtet Kaiser den Blick nach Bekanntwerden dieser Ansiedlung nach vorn. Nun müsste die Erschließung über die B 70 an diesem Verkehrsknoten überdacht werden. Überlegungen dazu hatte es in der Vergangenheit bereits gegeben. Zeitnah sollen Gespräche mit der Stadt Rheine, aber auch mit Land, Bund und den Landesstraßenbaubehörden in Niedersachsen und NRW geführt werden.


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