Eine deutsch-indische Adoptionsbiographie Isabel Hövels liest am 3. November in der KÖB Salzbergen

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Salzbergen. „Dhanyavaad Mama“- „Danke, Mama“ heißt die deutsch-indische Adoptionsbiographie aus der Feder der in Indien geborenen und in Rheine-Elte aufgewachsenen Autorin Isabel Hövels. Im Rahmen der Buch- und Spieleausstellung der Katholischen Öffentlichen Bücherei (KÖB) St. Cyriakus in Salzbergen liest die Storyteller X Award-Finalistin am Samstag, den 3. November ab 19.30 Uhr im Gemeindezentrum aus ihrem Leben, von ihren Wurzeln und ihren bisher drei Reisen in ein Land, das zwischen Faszination und Kulturschock alles bereithält.

In ihrem Buch, das sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Mike Schiffer geschrieben hat, hält Isabel Hövels ihre bewegende Geschichte von der abenteuerlichen Suche nach ihrer Herkunft und ihrer eigenen Identität authentisch fest. Dabei offenbart die 29-jährige Friseurmeisterin und Make-Up Artist persönliche Einblicke in ihre Seele und hat es mit ihrem Erstlingswerk sogar unter die drei Finalisten des „Storyteller X Award 2018“ geschafft. An dem von Amazon Kindle ausgelobten Wettbewerb für Self Publisher haben in diesem Jahr rund 1200 deutschsprachige Autoren aus 30 Nationen teilgenommen.

„Ich bin glücklich und behütet aufgewachsen. Aber nicht zu wissen, wo ich herkomme, das hat mich innerlich zerrissen“, sagt Isabel Hövels. Sie wurde im Alter von sechs Monaten ohne die Zustimmung ihrer leiblichen Eltern aus einem Kinderheim des Ordens „Missionaries of Charity“ in Delhi an ein deutsches Ehepaar vermittelt. 18 Jahre später fliegt sie 2007 mit dem Rückhalt ihrer deutschen Familie erstmals nach Indien.

Bei ihren Recherchen aber stößt sie dort auf eiserne Mauern des Schweigens. Erst viele Jahre später unternimmt Isabel Hövels einen zweiten Versuch und schreibt auf Anregung des Osnabrücker Generalvikars Theo Paul einen Brief an den Münsteraner Bischof Dr. Felix Genn, der sich wiederum mit dem indischen Orden in Verbindung setzt. Und tatsächlich – einige Zeit später erhält Isabel einen in Hindi verfassten Brief ihrer leiblichen Mutter.

2016 reist sie daraufhin erneut nach Indien und begegnet in ihrem Geburtsort Raigarh zum ersten Mal ihrer Mutter und ihren Geschwistern – für diesen emotionalen Moment gibt es kaum Worte. Dennoch hat Isabel Hövels in ihrem Buch berührende, aber auch ehrliche Worte gefunden und beschreibt eindrucksvoll ihre Reisen in teils touristisch nicht erschlossene Regionen Indiens sowie ihre Eindrücke, Gefühle, Erfolge und Misserfolge bei der Suche nach ihrer Ursprungsfamilie.

Heute sagt die 29-jährige: „Es gibt viele ähnliche Schicksale. Zahllose indische Kinder sind auf eine einer Maschinerie gleichenden Weise in alle Welt vermittelt worden.“ Mit ihrem Buch habe sie insbesondere ihren Schicksalsgefährten einen möglichen Weg zur Findung der eigenen Wurzeln aufzeigen wollen, so Isabel Hövels. Sie ist selbst sehr gespannt auf ihre eigene, mit vielen Bildern und einem Kurzfilm kombinierte Premierenlesung in Salzbergen. Delikat garniert wird die Lesung mit Sekt und Häppchen. Karten zum Preis von zehn Euro sind in der Bücherei, im Pfarrbüro, im Tintenklecks sowie an der Abendkasse erhältlich.


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