Mehrbelastung Kostenlose Kita: Manche Eltern im Emsland zahlen drauf

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Die Betreuung in Kitas ist seit Kurzem kostenlos. Eigentlich, denn in einigen Fällen wird es teurer als bisher. Foto: C. van BevernDie Betreuung in Kitas ist seit Kurzem kostenlos. Eigentlich, denn in einigen Fällen wird es teurer als bisher. Foto: C. van Bevern

Salzbergen/Wietmarschen. Seit dem 1. August 2018 ist die Betreuung von Kindern ab dem dritten Lebensjahr in Kitas in Niedersachsen für die Eltern kostenlos. Es gibt allerdings Konstellationen, in denen unter dem neuen Recht höhere Beiträge fällig werden als bei der bisherigen Regelung.

Das gilt beispielsweise für Musterfamilie A mit einem Kind im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung. Bislang war das letzte Kita-Jahr eh schon beitragsfrei — unabhängig vom Umfang der Betreuung. Da das neue Gesetz allerdings nur eine Betreuung von acht Stunden täglich umfasst, muss eine Musterfamilie A künftig für die neunte Stunde als Sonderöffnungszeit bezahlen. In der Gemeinde Salzbergen, die sich ebenso wie die anderen Kommunen des Emslandes bei ihren Gebühren an einer Empfehlung des Landkreises Emsland orientiert, wären dies pro halber Stunde acht Euro, also monatlich 16 Euro Mehrkosten. Klaus Hemme, Fachbereichsleiter Bürgerservice bei der Gemeinde Salzbergen, betont, dass es für eine Familie nur teurer wird, wenn sie auf eine Betreuung von 15.30 Uhr bis 16.30 Uhr angewiesen ist und diese Zeit als Sonderöffnungszeit in Anspruch nimmt.

Musterfamilie B

Teurer wird es auch für Musterfamilie B mit einem Kind im letzten Kita-Jahr und einem weiteren Kind im Alter von unter drei Jahren (in aller Regel einem Krippenkind, für das die neue Beitragsfreiheit nicht gilt).

Für das ältere Kind gilt die genannte Regelung nebst Mehrkosten der Musterfamilie A. Es kommt aber noch etwas hinzu. Unter der alten Regelung kam das zweite Kind in den Genuss des Geschwisterrabattes. Sprich, für das Jüngere wurden nur 50 Prozent des Beitrages fällig. Das gilt nun nicht mehr. In einer Elterninformation des Landkreises Emsland heißt es bei der Geschwisterreglung konkret, dass der Geschwisterrabatt nur im Falle eines weiteren beitragspflichtigen Kindes gewährt wird. Da das ältere Kind nach dem neuen Gesetz nicht mehr beitragspflichtig ist, entfällt auch die Grundlage für die Ermäßigung.

Laut Hemme muss eine Familie für das Krippenkind in diesem Fall künftig doppelt so viel zahlen, wie sie unter der alten Regelung hätte zahlen müssen. Der Gesamtbeitrag beträgt abhängig vom Einkommen und Betreuungsumfang zwischen 63,50 und 194 Euro pro Monat.

Grafschaft Bentheim

Ähnlich sieht es laut Bürgermeister Bernhard Wellen für beide Musterfamilien in Wietmarschen in der Grafschaft Bentheim aus. Auch unter Berücksichtigung einer anderen Einkommensstaffel muss Musterfamilie B für das Krippenkindes monatlich bis zu 194 Euro bezahlen.


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