Erweiterung des Vechtezentrums Gemeinde Salzbergen wehrt sich gegen Pläne in Schüttorf

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Weiter voran schreitet die Ortskernsanierung in Salzbergen, wie hier im Umfeld der Kirche. Foto: Heinz KrüsselWeiter voran schreitet die Ortskernsanierung in Salzbergen, wie hier im Umfeld der Kirche. Foto: Heinz Krüssel

Salzbergen. Mit deutlichen Worten hat der Rat der Gemeinde Salzbergen die geplante Erweiterung des Vechtezentrums in Schüttorf kritisiert. Die Salzbergener befürchten weitere Nachteile für die Einzelhandelsentwicklung im Ort.

Im Vechtezentrum in Schüttorf sind verschiedene Handelsgeschäfte angesiedelt. Besonders ärgerlich ist aus Sicht der Gemeinde Salzbergen die geplante Erweiterung des Drogeriemarktes Rossmann um 280 auf 709 Quadratmeter.

Die Gemeinde Salzbergen hatte sich in der Vergangenheit intensiv um eine Ansiedlung des Drogeriemarktes im Ort bemüht, jedoch eine Absage bekommen. Ebenso wie Rossmann hatten auch andere Drogeriemärkte ablehnend reagiert.

Die Planungen zur Erweiterung des Vechtezentrums in Schüttorf sind eingebettet in ein sogenanntes Raumordnungsverfahren des Landkreises Grafschaft Bentheim. Vor diesem Hintergrund hat der Landkreis Emsland die Gemeinden Emsbüren und Salzbergen zu Stellungnahmen aufgefordert. Anders als in Salzbergen betreibt Rossmann inzwischen auch eine Filiale in Emsbüren.

„Wir laufen den Filialisten hinterher“

„Wir laufen den Filialisten hinterher, aber es kommt keiner“, beschrieb Bürgermeister Andreas Kaiser die bislang vergeblichen Ansiedlungsbemühungen der Gemeinde. Flächen könne die Kommune genügend anbieten. Salzbergen gehe Kaufkraft verloren, da der Bürger den Einkauf beim Drogeriemarkt mit weiteren „Verbindungseinkäufen“ in anderen dort angesiedelten Märkten verbinde. Diese Entwicklung gehe zu Lasten von Salzbergen.

„Dagegen müssen wir uns wehren“, machte Kaiser deutlich. Entsprechend sei in der Stellungnahme auch eine klare Ablehnung der Erweiterungspläne im Vechtezentrum zu formulieren.

Dies sahen auch die Vertreter der Fraktionen so. Auch wenn sich mit der Ablehnung die Pläne in Schüttorf kaum verhindern ließen, müsse die Gemeinde Salzbergen ihre Position deutlich machen, unterstrichen der SPD-Fraktionsvorsitzende Detlev Walter und der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Frank Elling. Walter betonte, dass sich ein Drogeriemarkt in Salzbergen durchaus rentieren würde. Das habe der frühere Schlecker-Markt gezeigt. Elling kritisierte die „Salamitaktik“ in der Nachbarschaft, wo Verkaufsflächen scheibchenweise zum Nachteil von Salzbergen vergrößert würden. „Wir wollen uns wehren“, betonte der CDU-Politiker. Einhellig sprachen sich deshalb beide Parteien für eine entsprechend deutlich formulierte Stellungnahme aus.

Einstimmig verabschiedet wurden im Rat auch eine neue Friedhofssatzung und eine Anpassung der Gebührensätze, die zum 1. August in Kraft tritt. Die neue Satzung enthält einige Veränderungen wie die Verkürzung der Nutzungszeit von Wahlgräbern von 40 auf nunmehr 25 Jahre. Auch wird es künftig pflegefreie Wahlgräber geben. Die Bepflanzung und Pflege dieser Gräber liegt in der Verantwortung der Friedhofsverwaltung.

Abgeschlossen ist der erste Bauabschnitt der Ortskernsanierung. Die Kreuzung Emsstraße/Am Feldkamp ist wieder freigegeben. Inzwischen sind die Arbeiten für den zweiten Abschnitt an der Emsstraße und den ersten Abschnitt am Kirchvorplatz angelaufen.

Wie Bürgermeister Kaiser in diesem Zusammenhang weiter ausführte, konnte inzwischen mit allen Anliegern der Kreuzung Emsstraße/Bahnhofsstraße in einem gemeinsamen Gespräch und anschließenden Einzelgesprächen Einigkeit über den Ausbauplan erzielt werden. Als Baubeginn wird hier das Frühjahr 2019 anvisiert.

Für den Neubau einer vierten Kindertagesstätte in Salzbergen wird nach Angaben des Bürgermeisters in Kürze die Ausschreibung der Arbeiten durchgeführt. Für die Umgestaltung des Teiches und der Uferrandbereiche am Kolping-Bildungshaus und die Umgestaltung des Walderlebnispfades in Steide werden derzeit Förderanträge erarbeitet. Vor Herbst sei hier nicht mit einem Baubeginn zu rechnen, teilte der Verwaltungschef in der Ratssitzung weiter mit.

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