Kostenpunkt: 120.000 Euro Verein aus Salzbergen baut Sportgelände in Weißrussland

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Die Kinder der Schule Nr. 3 in Choiniki in Weißrussland freuen sich auf ihren neuen Sportplatz. Foto: Chance auf LebenDie Kinder der Schule Nr. 3 in Choiniki in Weißrussland freuen sich auf ihren neuen Sportplatz. Foto: Chance auf Leben

Salzbergen. Nach eineinhalb Jahren Vorbereitungszeit startet der Salzbergener Verein „Chance auf Leben“ die Bauarbeiten für ein komplettes Sportgelände in Choiniki, einer kleinen Stadt am Rande der verstrahlten Zone um das Kernkraftwerk Tschernobyl im Südosten Weißrusslands.

Laut Pressemitteilung des Vereins sind ein Multifunktionsplatz für Fußball, Volleyball und Basketball und ein Workout-Bereich mit einigen Tischtennisplatten geplant und sollen durch die weißrussische Firma Parma L in den nächsten Monaten gebaut werden. Das Gesamtprojekt ist mit etwa 120.000 Euro das bislang größte Projekt des Vereins, der erst im Jahre 2008 seine Arbeit aufnahm.

Unterstützung von der Bild-Zeitung

Möglich wird dies unter anderem durch die Unterstützung der Aktion der Bild-Zeitung „Ein Herz für Kinder“. Etwa ein Jahr nach der ersten Anfrage nach Unterstützung und vielen weiteren eingereichten Informationen wurde Anfang März entschieden, dieses Projekt zu unterstützen. „Wir wollen den Kindern in der Schule Nr. 3 ein Stück weit Normalität in den Alltag bringen“, sagte Thomas Küpker, langjähriger Vorsitzender und Gründer des Salzbergener Vereins, der gerade von Gesprächen aus Choiniki zurückgekommen ist.

„In der lebensfeindlichen Umgebung die Gesundheit stärken“

Nach seinen Worten wurde das Sportgelände der Schule Nr. 3 nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 asphaltiert, um die im Boden enthaltene Strahlung von den Kindern abzuschirmen. Seit 30 Jahren wird der Sportunterricht auf groben Asphaltplätzen durchgeführt. „Dabei ist die sportliche Betätigung ein ganz wichtiger Baustein, um in dieser lebensfeindlichen Umgebung die Gesundheit zu stärken“, sagt Küpker, der in den letzten 20 Jahren mehr als 40 mal in die Region reiste.

Immer wieder Waldbrände

Im Sommer wüten aufgrund der großen Trockenheit immer wieder Waldbrände, diese schleudern die im Boden enthaltene Radioaktivität immer wieder in die Luft. Dadurch leben die Menschen dort in ständiger Angst vor Krankheiten. „Eine Alternative gibt es für die Menschen nicht, da die wirtschaftliche Situation einen Umzug oder einen Neuanfang an anderer Stelle nicht zulässt,“ erklärt der Vorsitzende.

Alle Vereine haben Zugang

Die Normalisierung der Situation für die betroffenen Kinder ist deshalb eine der Zielsetzungen des Projektes. In der Schule Nr. 3 werden 800 Kinder von der ersten bis zur elften Klasse unterrichtet; Zugang zu dem Sportgelände haben aber auch alle örtlichen Vereine mit ihren Gruppen. Die Maße des Platzes sind so ausgelegt, dass die Wettkampfnormen eingehalten werden. Dadurch wird das Gelände Mittelpunkt der Sportveranstaltungen im Gebiet Choiniki, da es bislang kein weiteres, den Normen entsprechendes Sportgelände im gesamten Gebiet gibt.

„Kennen die Verantwortlichen vor Ort sehr genau“

Seit 15 Jahren hatte die Schulleitung versucht, dieses Gelände auch aufgrund der vielen schweren Unfälle zu entschärfen und Mittel vom Staat zu bekommen. Leider immer wieder ohne Erfolg. „Seit 20 Jahren kommen wir in diese Stadt und kennen dadurch die Verantwortlichen vor Ort sehr genau. Für uns eine der wichtigen Voraussetzungen, um ein Projekt dieser Größenordnung hier durchführen zu können“, sagt Küpker.


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