Reaktion auf Wünsche Salzbergen stellt Seniorenarbeit neu auf

Von Sven Lampe

Die Rolle des Salzbergener Familienzentrums als Mehr-Generationen-Einrichtung im Alten Gasthaus Schütte soll ausgebaut werden. Foto: Sven LampeDie Rolle des Salzbergener Familienzentrums als Mehr-Generationen-Einrichtung im Alten Gasthaus Schütte soll ausgebaut werden. Foto: Sven Lampe

Salzbergen. Die Gemeinde Salzbergen stellt ihre Seniorenarbeit neu auf. Die Seniorenarbeit soll künftig ein Baustein der Arbeit des Familienzentrums St. Cyriakus sein und organisatorisch in dieses integriert werden. Dafür will die Gemeinde eine neue Stelle schaffen.

Darüber hinaus wird der bestehende Seniorenbeirat aufgelöst. Stattdessen sollen nach den Vorstellungen von Rat und Verwaltung zwei Aktivkreise gegründet werden. Einer, der sich um die Belange der Senioren kümmert, und einer, der die Interessen junger Familien vertritt. Diesen Beschluss hat jetzt einstimmig der Gemeinderat gefasst. Laut Beschluss des Rates bietet es sich an, für die Aktivkreise Mitglieder des bisherigen Arbeitskreises „Soziales Netzwerk Rückenwind“ und dem jetzigen Seniorenbeirat zu gewinnen. Außerdem setzen die Verantwortlichen darauf, weitere Interessenten für eine Mitarbeit zu gewinnen.

Bedürfnisse ermittelt

Basis der Entscheidung sind die Ergebnisse einer Untersuchung der Seniorenarbeit durch das Lingener Beratungsbüros Pro-t-in. Im Herbst vergangenen Jahres hatte das Beratungsbüro in verschiedenen Veranstaltungen in der Gemeinde Angebote für und Bedürfnisse der Salzbergener Senioren hinterfragt und zusammengestellt. Dabei herausgekommen ist laut Gemeinde, dass es in Salzbergen viele Angebote für Senioren durch die ortsansässigen Vereine und die Kirchen gibt. Zugleich empfiehlt Pro-t-in eine Neuausrichtung der Seniorenarbeit. Dazu gehört den Angaben zufolge eine bessere Vernetzung zwischen Senioren, ehrenamtlichen Unterstützern und Hauptamtlichen. Außerdem gelte es, Bedarfe und Angebote zu optimieren und einen zentralen Ansprechpartner zu benennen, der sich um die Netzwerkarbeit und die Kommunikation für und zwischen den Senioren kümmert. Außerdem wünschen die Senioren sich Hilfe bei der Alltagsbewältigung und mehr individuelle Angebote.

Zustimmung erforderlich

Um diese Ansätze umzusetzen, soll die Seniorenarbeit in der Gemeinde in die bestehende Mehr-Generationen-Arbeit des Salzbergener Familienzentrums integriert werden. Dafür ist die Zustimmung der Kirchengemeinde St. Cyriakus, des Landkreises Emsland und des Bistums Osnabrück notwendig, die die Einrichtung tragen beziehungsweise finanziell unterstützen. Die Gemeindeverwaltung will nun Gespräche mit den Beteiligten führen, um die Möglichkeiten auszuloten. Für den Fall, dass die organisatorische Integration ins Familienzentrum scheitern sollte, prüft die Gemeinde nach eigenen Angaben die Integration in gemeindeeigene Strukturen.

Maximal zehn Stunden pro Woche

Außerdem soll angesichts der erweiterten Aufgaben das Personal des Familienzentrums aufgestockt werden. Zusätzlich zur Leitung des Zentrums mit ihren bestehenden Aufgaben wird nach dem Willen der Verantwortlichen in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis für maximal zehn Stunden pro Woche jemand eingestellt, der ausschließlich um die Belange der Senioren in der Gemeinde kümmern soll. Übernommen werden sollen die Personalkosten entweder von der Gemeinde oder den gemeindeeigenen Wirtschaftsbetrieben. Im Haushalt der Gemeinde stehen darüber hinaus laut Kämmerer Dirk Vogt jährlich rund 800 Euro für Sachkosten zur Verfügung.

CDU und SPD unterstützen Vorhaben

Beide im Gemeinderat vertretenen Parteien unterstützen das Vorhaben. „Das Haus der Generationen ist eine gute Sache“, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende, Christian Otten. Darüber hinaus setzt der Sozialdemokrat auf gemeinschaftliches Engagement, da es in Salzbergen viele Senioren im Unruhestand gebe.

Ernüchternde Bilanz

Der Fraktionsvorsitzende der CDU, Frank Elling, zog eine eher ernüchternde Bilanz der Arbeit des noch bestehenden Seniorenbeirates. „Vom Seniorenbeirat ist vieles angeschoben, aber nicht angenommen worden. Er hat so recht nicht Platz in Salzbergen gefunden.“

Sanierung des Familienzentrums

Parallel zur Neuausrichtung der Seniorenarbeit will die Gemeinde den Sitz des Familienzentrums, das Alte Gasthaus Schütte, sanieren und barrierefrei ausbauen. Dafür hat die Gemeinde Kosten in Höhe von gut einer Million Euro veranschlagt. Sie hat einen Antrag gestellt, der eine Förderung in Höhe von 90 Prozent in Aussicht stellt.