Familienzentrum Salzbergen setzt auf 90-Prozent-Förderung für Sanierung

Meine Nachrichten

Um das Thema Salzbergen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Salzbergen. Die Sanierung des als Familienzentrum genutzten Alten Gasthauses Schütte im Salzbergener Ortszentrum steht schon länger auf dem Wunschzettel der Gemeinde. Jetzt will die Gemeinde das Projekt angehen und hofft auf finanzielle Unterstützung.

Insgesamt hat die Gemeinde für die Sanierung und den Umbau des Gebäudes im Ortszentrum etwas mehr als eine Million Euro veranschlagt. Eine Summe, die sich die Kommune angesichts anderer Belastungen des städtischen Portemonnaies etwa durch den Neubau einer weiteren Kindertagesstätte nur ungern ans Bein binden möchte und kann. Daher hatte die Gemeinde Ende vergangenen Jahres beim Land Niedersachsen einen Antrag auf Fördermittel aus dem Topf „Investitionspaket Soziale Integration“ gestellt. Sollte der jetzt in Teilen ergänzte und geänderte Antrag Erfolg haben, müsste die Kommune bestenfalls nur noch zehn Prozent der veranschlagten Kosten aus eigener Tasche aufbringen. Rund 102.000 Euro sind dafür auf mehrere Jahre verteilt im kommunalen Haushalt vorgesehen. Das ehemals im Ort sehr beliebte Gasthaus Schütte an der Bahnhofstraße hatte am 30. April 2010 seine Pforten geschlossen. Seit Jahren bildet in Räumen das von der katholischen Kirchengemeinde St. Cyriakus betriebene Familienzentrum einen Knotenpunkt für Jung und Alt und ist eine niederschwellige Anlaufstelle für alle Familien in Salzbergen und Holsten-Bexten.

Familienzentrum

Die Gemeinde hat das im Zuge der Ortskernsanierung geplante Vorhaben in drei Teilprojekte unterteilt. Im Erdgeschoss soll die ehemalige Gaststättenküche in einen Kreativraum umgewandelt werden. Geplant in dem Gebäude, das zurzeit einen doch recht antiquierten Charme ausstrahlt, sind außerdem eine behindertengerechte Toilette und ein Wickelraum. Neue Fußböden, Decken, Wandverkleidungen und Türen für die Gruppenräume stehen ebenfalls auf der Agenda. Die Kommune rechnet mit Kosten in Höhe von rund 258.000 Euro.

Saal

Der Saal benötigt laut Gemeinde eine Lüftungsanlage und neue Fenster. Ersetzt werden sollen auch das Parkett, die abgehängte Decke und die Beleuchtung, die allesamt ihre besten Zeiten hinter sich haben. Darüber hinaus soll durch einen zusätzlichen Flur der abtrennbare hintere Teil des Saals separat zugänglich gemacht werden. Ebenfalls angehen möchte die Gemeinde die Anschaffung von Bühnentechnik und den Umbau des Stuhllagers in einen weiteren Gruppenraum. Nicht zuletzt muss der Brandschutz auf aktuellen Stand gebracht werden. Veranschlagt dafür sind insgesamt Mittel in Höhe von 653.000 Euro.

Obergeschoss

Das Obergeschoss, dessen Räume zeitweise für die Unterbringung von Flüchtlingen und Monteuren genutzt wurden, muss laut Gemeinde insgesamt saniert werden. Dann könne auch dieses vom Familienzentrum genutzt werden — zum Beispiel für Gruppenarbeit. Eingeplant dafür sind rund 111.000 Euro. Für die Nutzung als Teil des Familienzentrums muss die erste Etage laut Gemeinde barrierefrei erreichbar sein — nur dann nämlich sei der Teil der Sanierung förderfähig. Da ein Aufzug nicht eingebaut werden kann, soll der barrierefreie Zugang durch einen Plattformlift im Treppenhaus geschaffen werden. Laut Kaiser steigen damit die auf ursprünglich rund 111.000 Euro kalkulierten Kosten für diesen Teil der Sanierung um rund 25.000 Euro. Diese seien allerdings auch voll förderfähig, so der Bürgermeister.

„Chance ergreifen“

Sowohl die Verwaltung als auch die Politik hoffen nun darauf, den Zuschlag für die Förderung zu bekommen. Sollte der Antrag zeitnah bewilligt werden, so Kaiser, möchte die Gemeinde bis Ende 2019 fertig sein. Frank Elling (CDU) sprach in der jüngsten Ratssitzung von einer „tollen Möglichkeit“ für die Gemeinde. Es gelte jetzt, die Chance zu ergreifen und am Ball zu bleiben. Detlev Walter (SPD) sprach von einer „Super Sache“, alle Generationen unter einem Dach zu haben.

Instandsetzungsarbeiten

Unabhängig von der Förderung hat die Gemeinde bereits aktiv mit dringend notwendige Instandsetzungsarbeiten begonnen, unter anderem ist in einem Raum im Erdgeschoss ein neuer Fußboden verlegt worden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN